Benzins Motorradseiten Erlebnisse mit dem Motorrad

8. Oktober 2009

2009. 10. 07. – Cesky Krumlov – Boehmisch Krumau

Filed under: Touren International — Benzin @ 15:52

Tage wie dieser oder Überraschender Besuch in Krumlov

Geplant war die Fahrt nach Krumlov überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Es war reiner Zufall. Wie man zufällig in die Tschechei kommt? Das ist recht einfach.

20091007_xjr_krumlov01 Ich hatte mich um 9:00 Uhr morgens aufs Motorrad gesetzt und war, wie so oft schon, Richtung Süden losgefahren. Schon nach wenigen Kilometern, genau genommen nach ungefähr 2 Kilometern, wollte mir diese Richtung nicht recht gefallen und ich bog zum Gasthof Bachler ab, um mir bei einem Kaffee und einer Zigarette zu überlegen, wohin ich den überhaupt, wenigstens ungefähr, fahren könnte. In die Steiermark wollte ich eigentlich nicht schon wieder, das stand fest. Bilder links und Rechts: Rožmberk (Quelle Bild rechts unten)

Nach dieser Kaffeepause hatte ich zwar noch immer keinen Plan, aber ich änderte Rozmberg_hrad einfach die Richtung und fuhr zwischen Feldwegen, immer der Nase nach, zu irgend einer Hauptstraße, der ich in nordwestlicher Richtung folgte. Irgendwie kam ich dann zur Donau, die ich bei Mauthausen überquerte, und drang dann weiter in den Nordwesten vor. Die  genaue weitere Strecke könnte ich jetzt gar nicht mehr sagen, ich folge einfach irgendwelchen schmalen Straßen in nördliche Richtung, fernab von einer breiten Hauptverkehrsader. Am Hauptplatz in Käfermarkt, südöstlich von Freistadt gelegen, setzte ich mich in einen gemütlichen Gastgarten, bestellte einen Kaffee und legte mir die Straßenkarte zurecht. „Wohin soll ich mich wenden?“, fragte ich mich und steckte mir eine Zigarette an. Bild unten: Erster Blick auf Krumau

20091007_xjr_krumlov03Mein Blick fiel beim Kartenstudium auf Budweis, aber die Kirchturmuhr sagte mir, dass das Blödsinn ist. Es war immerhin schon fast Mittag. Dann sah ich Krumlov, und sofort fielen mir die Schwärmereien eines Bekannten ein, der oft dorthin fährt. Seine Begeisterung ist fast so grenzenlos wie das heutige Europa, daher dachte ich, „Ok, warum nicht nach Krumlov? Das ist nicht all zu weit weg. Mal nachschauen, wie´s dort wirklich aussieht.“

Flott hatte ich Freistadt erreicht, ebenso flott über die E55 die Österreichisch – Tschechische Grenze bei Wullowitz. Diese Grenze war rasch, ohne irgendeine Kontrolle, überwunden, und schon befand ich mich im Land des Hatschek. Bald nach der Grenze bog ich links auf die Bundesstraße 163 ab (die nach Vyšší Brod und zum Moldau Stausee führt), winkte den netten (und gar nicht unhübschen) jungen Damen, die dort haufenweise herumstehen, und bummelte einer langen Birkenallee entlang bis zum Abzweig auf die 160, die unmittelbar neben der Moldau in den Norden nach Krumau führt.

20091007_xjr_krumlov04

Die Fahrt entlang der Moldau ist einfach herrlich. Die relativ enge Straße windet sich zeitweiser jeder Flußkrümmung folgend zuerst bis Rožmberk. Vor der Brücke am Ortseingang erhascht man einen zauberhaften Blick auf die Kirche im Ort und die auf einem Hügel gelegenen Burg Rosenberg. Nach der Ortschaft, schon wieder der Moldau entlang fahrend, bekommt man die Burg noch einmal von der Rückseite zu sehen. Jetzt sind es nur mehr etwas über 20km bis Krumlov, die leider viel zu schnell überwunden sind. Dann die kleine Ortstafel und der Gedanke, „Was wird mich jetzt erwarten? Wie schaut Krumau wirklich aus?“ Ich hatte nicht die geringste Ahnung, nur die Schwärmereien vom Erwin waren mir in Erinnerung. „Mein Gott, ist Krumlov schön!“ hatte er immer wieder mit leuchtenden Augen gesagt. Ich ließ mich einfach überraschen. Was ich danach über Krumlov dachte, ist nach den Bildern zu lesen.

Bilder und Eindrücke aus Krumlov:

20091007_xjr_krumlov093

20091007_xjr_krumlov06

20091007_xjr_krumlov07

20091007_xjr_krumlov11

20091007_xjr_krumlov10

20091007_xjr_krumlov143 20091007_xjr_krumlov153

Geheimnisvolle Eingänge

20091007_xjr_krumlov17

Beitrag zum Thema „Kunst und Krempel“

20091007_xjr_krumlov18

„Es“ lebt! Zumindest im Wachsfigurenkabinett von Böhmisch Krumau.

20091007_xjr_krumlov16

Krumlov ist nicht schwer zu erkunden. Die Altstadt ist auf beide Ufer der Moldau aufgeteilt und recht übersichtlich angeordnet. Verirren kann man sich praktisch nicht, denn der Fluß ist ein weithin sichtbarer Orientierungspunkt. Überall sind gut gelegene Parkplätze angelegt, denn die Teile der Altstadt sind als Fußgängerzonen deklariert, Gott sei Dank.

20091007_xjr_krumlov22Was waren meine ersten Eindrücke? Nun, zuerst musste ich herausfinden, wie ich da hinein kam. Sehen konnte ich die alten Stadtteile schon länger, aber es gab keine Zufahrtsmöglichkeit. Zumindest dauerte es ein Weilchen, bis ich sie gefunden hatte. Ich kann ja nicht einfach hineinfahren und dann behaupten, ich hätte die Aufschrift auf der Fahrverbotstafel nicht lesen können. Die halten mich doch für blöd, wenn ich ihnen so daherkomme. Die Schilder sagen ja eh schon alles.

Ich hatte aber an einer der Einfahrten in die Altstadt schnell einen schönen Parkplatz für meine Elise gefunden und machte mich zu Fuß auf den Weg. Nach dem Überqueren einer steinernen Brücke dachte ich, ich hätte eine Art antiken Transporter überschritten. Ihr wisst schon, Teleportation oder Beamen. Bild rechts: Die „Teleporterbrücke“. 20091007_xjr_krumlov21

Warum ich das dachte? Na, weil plötzlich alles voll mit Japaner war! „Du meine Güte, so viele Japaner sieht man normalerweise nur in Tokyo“, dachte ich. Irgendwie ist das ja auch passend. Ich war mit einem Japanischen Motorrad unterwegs, trug eine Japanische Kamera in der Hand, hatte eine Japanische……, nö, stimmt nicht. Die Uhr am Handgelenk ist aus der Schweiz! Dafür ist daheim der Fernseher, die Stereoanlage, der Rechner und Drucker, überhaupt fast alles, was mit Elektornik zu tun hat, aus Japan. Soviel ich weiß, ist das in den meisten Haushalten so. Da ist es ja kein Wunder, wenn die Japaner mit dem damit verdienten Geld einmal nachschauen fahren, wie es ihren Erzeugnissen so geht in der ganzen Welt.

20091007_xjr_krumlov13Leider verging auch an diesem Tag die Zeit viel zu schnell. Auf eine Nächtigung war ich nicht vorbereitet, ich hatte weder Zahnputzzeug noch sonst etwas mit. Aber Krumau ist ja nicht weit entfernt. Die ganze Tour war nicht mehr als 310km lang! Also wird es vermutlich nicht all zu lange dauern, bis ich wieder in Krumlov bin, um diese Stadt vielleicht besser kennenzulernen. Ach ja. Ich wollte noch schreiben, was ich von Krumlov halte. Wie hatte der Erwin immer gesagt? „Mein Gott, ist Krumlov schön!“ Dem schließe ich mich einfach an. Es stimmt!

Bei der Heimfahrt, bei der ich bis Freistadt die gleiche Strecke fuhr wie bei der Hinfahrt, hatte ich plötzlich eine Melodie im Kopf, die mich bis in die heimatliche Garage begleitete. Sie passte zu dieser Tour, ehrlich gesagt, wie die Faust aufs Auge. „Als Beemen noch bei Est´reich war, vor fiimpfzig Jahr, vor fiimpfzig Jahr“, ein Lied, das Peter Alexander im Film „Die Schule brennt“ sang. Zu Hochdeutsch: „Als Böhmen noch bei Öst´reich war“ Das ist allerdings inzwischen schon noch länger her als 50 Jahre.

2 Comments »

  1. Wirklich schöne Fotos , und nicht weiter als Sölkpass – retour . Mach ich demnächst auch die Tour , wenns passt. Aber in die Steiermark kann man trotzdem auch nicht oft genug fahren ! Nur weiter so , Hannes !

    Kommentar von hondaschlumpf — 14. Februar 2010 @ 18:07

  2. Hallo
    Da waren wir dieses Jahr und letztes Jahr auch!
    Wir sind die Str. weiter gefahren, an der Moldau lang auf der 160 und in Vetmi auf die 162 Richtung Světlík und weiter nach Frymburk nad Vltavou, dann auf die 163 nach Lipno nad Vltavou.
    In Vyšší Brod sind wir dann auf die 161 Richtung Weigetschlag und dann auf die 126 Richtung Freistadt und weiter nach Unterweisenbach!
    Tolle Gegend da!!!
    wir sind nächstes Jahr im August – September wieder da!
    Wenn alles gut geht!!

    viele Grüße
    Wolle

    Kommentar von Wolle — 8. Juni 2010 @ 20:37

  3. Hallo
    Da waren wir dieses Jahr und letztes Jahr auch!
    Wir sind die Str. weiter gefahren, an der Moldau lang auf der 160 und in Vetmi auf die 162 Richtung Světlík und weiter nach Frymburk nad Vltavou, dann auf die 163 nach Lipno nad Vltavou.
    In Vyšší Brod sind wir dann auf die 161 Richtung Weigetschlag und dann auf die 126 Richtung Freistadt und weiter nach Unterweisenbach!
    Tolle Gegend da!!!
    wir sind nächstes Jahr im August – September wieder da!
    Wenn alles gut geht!!

    viele Grüße
    Wolle

    Kommentar von Wolle — 8. Juni 2010 @ 20:37

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Leave a comment

Powered by WordPress