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3. Oktober 2012

2012- Oldtimer Grand Prix Beiwagen Klassen Sitzer, Kneeler und F2

Klasse 8 – 10  Beiwagen Sitzer, Kneeler und F2


Gespanne faszinieren die Zuschauer, sei es aufgrund ihrer futuristischen Formen, sei es wegen der akrobatischen und waghalsig erscheinenden „Turnübungen“ der Beifahrer, vulgo Schmiermaxe.
Beginnen wir mit der Klasse 8 – Beiwagen Sitzer + Beiwagen Kneeler bis Bj.1968

Links die Schweizer Uschi und Lüzza Cadonau mit einem Gilera Saturno Gespann Bj.1950 – Rechts die ungeheuer wuchtig wirkende NSU Bullus 600 Bj.1932 von Robert Schwab und Sigrid Klinkhardt aus Deuschland

Links Nr.42 Benno Deifel/Hans Peter Lenz auf BMW 500 Bj.63 – Rechts Helmut und Carina Müller auf BMW R75/5 Bj.1969

Wolfgang und Valentin Aumüller aus Deutschland zeigten ein Triumph Tiger 100 Gespann von 1939 – Mit der Nr.45 schieben sich Kajetan Rangger/Elmar Auer an der BMW von Pfister/Hartmann vorbei – Nr.46 sind Martin Laimer/Andreas Lichtenauer mit einem Triumph 750 Kneeler von 1963

Das lieben die Zuschauer. Da bekommt man direkt Gänsehaut.

Christian Hemetsberger/Heinz Neuwirth jun. auf einem Yamaha 350 Eigenbau von 1974

Links zum Vergleich der „moderne“ Kneeler von Hemetsberger aus den 70er Jahren, davor die Triumph aus den späten 30er Jahren des letzten Jahrtausend. Nr.48 sind Franz Laimer/Anneliese Pamminger aus Österreich mit einer Horex Imperator RS500 Bj.1955 – Die Startnummer 50 stammt ebenfalls genau aus der Mitte der 50er Jahre, ist ein BMW Ücker Nkeeler und wurde von Kaspar Pfister und Josef Hartmann um den Kurs gescheucht.

Etwas gemütlicher schien mir die Fahrt von Josef und Monika Saller mit ihrer Ducati 900 Darmah von 1975. Recht hatten sie! Man muß nicht immer so schnell fahren. Ein heute seltsam anmutendes Gefährt brachten Peter and Susan Clews from Great Britain mit. Der Morgan F-Super leistet aus 1172cm³ 60Ps und wurde 1935 gebaut. Die Gespanne mit den Startnummern 61 & 62 beschließen diese KLasse und gehören der Zwergenklasse oder Junior Sidecar an, haben 125cm³, leisten 35Ps, sind Bj. 2009 und 2010 und gehen für ihre Winzigkeit wie die Sau. Gefahren wurden sie von Markus Kirchgatterer/Ernst Federer und Markus Reiter/Lara Brandt aus Österreich.
Klasse 9 – Beiwagen Kneeler ab Bj.1969

In dieser Klasse startet vergleichsweise schweres Gerät. Zumindest, was Hubräume und Leistungen betrifft. Auch hier war ein Exote (rechts) mit dabei.

Was hier Sache ist, zeigten unter anderem Peter Schwegler (Fahrer und Mechaniker)/Franz Heini (Schmiermaxe und Besitzer) aus der Schweiz mit ihrem Ex-Weltmeister Gespann von Rolf Biland. Die Schmid-Yamaha 500 stammt von 1979. Wieso sie als Zusatz (zumindest im Rennprogramm) noch die Bezeichnung OW31 trägt, ist mir allerdings ein Rätsel, denn das ist der Werkscode der YZR750 OW31 Werksrennmaschinen aus der ehemaligen 750cm³ Klasse und hat mit einem Gespann genau überhaupt nix zu tun. Wenn mir das jemand erklären könnte, wäre ich sehr dankbar.

Franz und Thomas Barnsteiner brachten den bezaubernden Wendel-BMW-Kneeler Bj.72 mit der Nr.24 an den Start, Georg Hübner/Heiko Neumann eine Windle-Yamaha OW31 (schon wieder!) mit 600cm³ von 1970, Franz Hartl/Dominic Leis einen 1000cm³ BMW Kneeler von 1974 (Leistung nach eigenen Angaben „genug!“) und Manfred Aichlseder/Klaus Steineder (Klassensieger) eine Yamaha XS650 Bj.1970. Ganz rechts sehen wir Barnsteiner/Barnsteiner vor Stippel/Kronlachner, die uns (und wohl auch sich selber) einen riesigen Schreck einjagten.

Thomas Stippel und Sabine Kronlachner, als die Welt noch in Ordnung war.

Dann kam die rote Flagge – Abbruch! Zwei Rettungsautos machen sich auf den Weg. Ratlosigkeit. Ein ungutes Gefühl kommt auf. Da muß es massiv gekracht haben. Dann kommt die Entwarnung, und beide tauchen noch während der Unterbrechung beim Vorstart auf und informieren ihre wartenden Kollegen, was passiert ist. Gottlob, sie sind gesund und wohlauf! Mensch, ihr habt uns einen Schrecken eingejagt!

Da waren alle erleichtert, als beide gesund und munter wieder auftauchten.

Und weiter geht´s. Hier werden Peter Konrad/Katharina Wiedemann auf BMW 1000cm³ Kneeler Bj.60 von den Briten Bill und Maggie Tuer mit ihrem Morgan 8/80 JAP Racing gejagt.

Links Katharina Wiedemann mit Peter Konrad in Aktion. Daneben lupft Leopold Meister das Seitenwagenrad des Schmelzer-Honda 600 Gespannes, so sehr Christian Frühwirth auch dagegen ankämpft. Die Briten fahren nicht nur auf der falschen Straßenseite, sondern auch gerne auf drei Rädern. Hier nochmals Bill und Maggie Tuer mit ihrem Morgan von 1932. Aus Deutschland waren Norbert Krüger und Siegfried Pistner mit ihrem Haller-BMW 1000 Kneeler Bj.75 angereist.
Klasse 10 Beiwagen F2

Hier steht nicht nur Biland/Waltisberg drauf, hier ist auch Biland und Waltisberg drinnen! Der 7fache Weltmeister Rolf Biland und der 6fache Weltmeister Kurt Waltisberg prägten eine ganze Generation von Beiwagenfahrer, aber vor allem die Weltmeisterschaft. Mit seinem Ideenreichtum schaffte es Biland sogar, dass die FIM die Seitenwagenklasse in zwei Kategorien trennte, weil er „Rennautos mit drei Räder“ baute, wie die Konkurrenz sagte. Sogar sein Beifahrer wollte ihm (Oder ist sogar? Kann ich mich nicht mehr so erinnern) davonlaufen, weil er sich im revolutionären BEO Gespann nur mehr als Ballast fühlte. In diesem hier zu sehenden LCR-Swissauto Gespann mit über 200Ps aus 500cm³ wird dieses Gefühl eher weniger aufkommen, denke ich.

Links nochmals Biland/Waltisberg, daneben sehen wir Peter und Helga Gierlinger aus Deutschland auf einem KMS-Suzuki F1 Gespann, also ganz was schwachbrüstigem. 180Ps aus 1000cm³ leistet das Ding. Oioioi…da geht was weiter. Bei der Auslaufrunde war ich etwas verwirrt. Hatten die Beifahrer Helga Gierlinger und Franz Schneider doch glatt das Fahrzeug gewechselt.

Gestatten, Klaus Klaffenböck. Kennen sie nicht? Kein Wunder! Klaffi, wie ihn seine Fans nennen, ist Österreicher, und als solcher wird man als Motorradfahrer selbst als Weltmeister nicht unsterblich, geschweige den berühmt. Oder haben sie je von einem Rupert Hollaus gehört? Auch nicht? Na ja, der war auch Österreicher und Weltmeister! Die Briten haben Klaffi gebührend geehrt, haben ihn für seine drei Siege bei der Tourist Trophy sogar in der Sonderserie „THE GREATEST TT RACES“ auf einer Briefmarke verewigt. Und bei uns?
Klaffi, deine Fans werden dich nie vergessen, auch wenn du auf der Insel wohnst!

Links die Weltmeister Klaus Klaffenböck/Christian Parzer auf LCR Honda F2. Startnummer 5 Karlheinz Huber/ Franz Schneider auf Yamaha Baker F2 Bj.94 Rechts Werner Köhle/Fabian Prössel mit einem Shelbourne F2 Gespann von 1986

Hier nochmals der rasende Arbeitsplatz der Helga Gierlinger. Möchten sie mit ihr tauschen?

Nr.9 Günther Bachmaier/Klinglmayr Walter auf einem LCR F2 Gespann. Nr.10 Christian und Ewald Siegel mit einer LCR Kawasaki F2 und mit der Nr.11 Peter Kimeswenger/Markus Billich, ebenfalls auf einem LCR F2 Gespann.

Sehr unwirtlich wurden die Bedingungen bei Frank Wendler/Andre Krieg, die sich mit ihrem DWR-Honda F2 Gespann den Spaß nicht verderben ließen.

Auch Herbert Vogel/Christian Eder kämpfen sich mit ihrem Windle F2 Gespann durch den strömenden Regen.

Patrick und Thomas Marschner auf einem Windle-Yamaha F2 Gespann sowie Jürgen und David Kollingbaum auf einem Shelbourne F2 Gespann bilden den Abschluß dieser herrlichen und gelungenen Veranstaltung.
Ich hoffe, es war für jeden etwas interessantes dabei und es hat sich jeder zurecht gefunden mit der Anordnung der Klassen. Es ging wie gesagt nicht anders, sonst hätte die Datenmenge den Server in die Knie gezwungen. Aus genau diesem Grund sind auch die Bilder bzw. deren Daten sehr stark verkleinert, also bitte nicht böse sein wegen der nicht grade berauschenden Qualität. Das ist in Original um einiges besser. Ich würde mich freuen, wenn mir der Eine oder Andere seine Meinung geigt. Man lernt ja nie aus und kann sich immer verbessern. Somit wünsche ich allen Motorradfreunden eine schöne Winterpause. Erholt euch alle gut, damit es im nächsten Jahr wieder heißt „Geh´ma Motorradlrennen schauen!“

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Klasse 5 Baujahr ab 1969 bis 250cm³
Klasse 6 Baujahr ab 1969 251 – 350cm³
Klasse 7 Baujahr ab 1969 über 350cm³

6 Comments »

  1. F2 #15 Herbert Vogl Beifahrer war Christian Eder ( schotter ist nicht gefahren )

    Kommentar von Anonymous — 10. Oktober 2012 @ 16:28

  2. Ui, danker für den Hinweis.

    Kommentar von Benzin — 10. Oktober 2012 @ 18:51

  3. Super Fotos, da kann man nur dazu lernen. Bis zum nächsten Mal Erich

    Kommentar von Müllegger Erich — 28. Oktober 2012 @ 23:20

  4. Danke
    Das mit dem dazulernen denk ich mir seit 40 Jahren.
    Hoffentlich wird das noch in diesem Leben was. 🙂

    MfG Hannes

    Kommentar von Benzin — 29. Oktober 2012 @ 7:40

  5. Tolle Fotos!
    Wollten euch keinen Schreck einjagen.
    Die Welt ist wieder in Ordnung, dank der vielen Schutzengel, die wir hatten.
    Habe mit Thomas auch schon wieder einige Runden gedreht.

    LG Sabine

    Kommentar von Sabine Kronlachner — 31. Oktober 2012 @ 19:41

  6. Der Schreck kommt ganz automatisch, wenn man Fan und Motorradfahrer ist. Man weiß ja, wie das ist.
    Ich wünsch Euch beiden noch viele fröhliche, flotte Runden, ohne Zwischenfälle.

    MfG Hannes

    Kommentar von Benzin — 1. November 2012 @ 3:40

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