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23. Januar 2023

2023. 01. 23. WY/Weißenbachgraben – Hütter Kogel 836m – Holzerbauerkreuz – Glatzberg 904m Winterüberschreitung

Die kurze Warmwetterphase ist vorbei, es ist wieder kalt genug für Niederschläge in Form von Schnee und die Winterlandschaft kehrt auch in die Niederungen zurück. Fast ideal für schöne Wanderungen in der Umgebung. Fast ideal deshalb, weil sich die Temperatur grade so um den 0°C Punkt bewegt, was zwar für Neuschnee sorgt, aber dieser ist weich. Von hartem, tragfähigem Firn kann in tieferen Regionen keine Rede sein und für höhere ist das Wetter nicht gut genug. Der Himmel ist dicht bewölkt, es herrscht teilweise Hochnebel und die Sicht ist meist bescheiden.

Ich hab mir gedacht, der neuerliche Wintereinbruch wäre doch eine schöne Gelegenheit, wieder einmal den Hütter Kogel bei Waidhofen an der Ybbs zu besteigen und dabei gleich den Glatzberg mitzunehmen. Zwar liegt kein Punkt auf über tausend Meter, dafür entschädigt ein wunderschöner und langer, bewaldeter Grat für fehlende Höhenmeter. Ein Waldgrat kann etwas wunderschönes sein. Besonders im Winter. Wir sind diese Runde schon einmal am 12. Jänner 2022 gegangen, also fast genau vor einem Jahr. Die Temperatur betrug damals um die – 7°C bei relativ wenig Schnee, was die Tour recht einfach machte. Vor allem für Eddie, meinem Yorkie, weil er nicht im tiefen Schnee versunken ist. Eddie ist immer dabei und darum heißt es, Rücksicht auf ihn zu nehmen. Er teilt die Begeisterung für unsere Wanderleidenschaft mit ganzem Herzen und ist nicht wegzudenken.

Karte 1
Übersichtskarte mit GPS Track, zur Verfügung gestellt von Fred, der uns begleitet hat. Danke dafür, Fred.

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8:23 Uhr. Parkplatz und Startpunkt unter der Eisenbahnbrücke im Weißenbachgraben kurz vor dem südlichen Ende von Waidhofen an der Ybbs auf 418m Seehöhe. Wir haben uns fertig gemacht, Rucksäcke am Rücken, Eddie an der Leine und es kann los gehen. Fast direkt unter der Brücke kann man den Weißenbach mit einem lockeren Sprung überqueren (Eddie hab ich dabei auf den Arm genommen)……

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… dann beginnt direkt neben dem Pfeiler der Aufstieg in unberührtem Gelände. Da ist rund 10 Zentimeter tief zugeschneit und durch den weichen Schnee recht rutschig. Ich laß Eddie von Anfang an nicht wie gewohnt voraus gehen (soweit man das einem Terrier erklären kann), weil er sich erstens sonst durch die Spurarbeit zu schnell verausgaben würde und zweitens, was noch wesentlich wichtiger ist, der Schnee würde zu schnell seine Beinchen verkleben und ein Vorwärtskommen unnötig erschweren. Das sind halt so die Besonderheiten, wenn man mit einem kleinen Hund auf Wanderschaft geht und auf die muß man halt Rücksicht nehmen.

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Schnell haben wir den Bahndamm erreicht und gleich neben der Bahn führt der Weg relativ steil nach oben. Trotz des Neuschnee ist der Weg zum Gipfel immer recht einfach zu finden.  Man geht einfach dort, wo es einem möglich ist, so lange aufwärts, bis man am Gipfel steht. Verlaufen kann man sich, so lange man am Grat bleibt, hier auch im Nebel praktisch nicht.

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Wir bewegen uns in einer märchenhaften Welt und alle sind bester Laune.

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Er ist halt ein Terrier. Er führt schon wieder.

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Die Pflanzen lassen sich auch vom Schnee nicht aufhalten zu blühen.

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Inzwischen ist der Schnee so tief geworden, daß wir entschieden (eigentlich war es Sonja), Eddie geht mit Sonja am Schluß, ich, Fred und Sonja ziehen eine Spur, in der Eddie leichter gehen kann. Es ist aber nicht so einfach, dem Kleinen zu erklären, daß er am Schluß gehen muß. Normal ist er gewöhnt, die Partie anzuführen.

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Der zerfressene Baum als Wegmarke, wo wir uns befinden. Echte Markierungen gibt es auf diesem Weg nicht. Sind auch gar nicht nötig.

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Hier ein Tiefblick zur langen Kurve der Bundesstraße 121 kurz vor Oberland.

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9:45 Uhr. Gipfel Hütter Kogel 836m

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Nach einer sehr kurzen Pause steigen wir in eine kleine Senke in Richtung Kleiner Hütter Kogel ab, was wesentlich besser geht als befürchtet. Auch von dieser Seite ist augenscheinlich niemand seit den neuen Schneefällen zum Hütter Kogel aufgestiegen. Keine Spuren.

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Wir steigen am kleinen Sendemast vorbei zur Kuppe des kleinen Hütter Kogel und dann unverzüglich (gibt eh keine Aussicht) zur Forststraße genau südlich darunter.

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Auf dieser tief verschneiten Forststraße spuren Fred und ich kräftig nach unten, damit Eddie hinter Sonja eine gangbare Spur vorfindet. Normal könnte man von hier aus zum Holzerbauernkreuz schauen, was aber heute leider vom Hochnebel verhindert wird. Im Nebel ist es ziemlich kalt geworden.

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Wir sind jetzt am Sattel angekommen, auf dem das (offenbar aufgelassene) Gehöft Grestenberg steht. Von hier aus könnte man über den weiter unten liegenden Hof Meixenberg (dort gibt es Lama auf der Weide) und durch einen wilden Hohlweg zur Bundesstraße 121 absteigen.

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Rückblick im Hochnebel zum Kleinen Hütter Kogel. Von da oben sind wir grade abgestiegen. Eddies Beinchen sind schon massiv mit Schneekugeln verklebt, den wir immer wieder abzupfen müssen, weil es sonst kaum mehr vorwärts kommt. Eigentlich hätte ich fast vor gehabt, hier die Tour abzubrechen und über eine Forststraße durch den Weißenbachgraben direkt zum Ausgangspunkt zurück zu kehren. Eddie hat mir schon leid getan. Was diesen Plan vereitelt hat war die Tatsache, daß diese Forststraße dermaßen zugeschneit war, daß wir sie gar nicht gesehen haben. Es war, als würde sie nicht existieren. Und insgeheim hatte ich auch gehofft, hier würde es Spuren von Wanderern geben, die am Wochenende den Schnee platt getreten hätten und so das Vorwärtskommen für Eddie erleichtern. Diese Spuren gab es hier zwar nicht, aber dafür war die Zubringerstraße (die Zufahrt zu den Höfen Grestenberg und Meixenberg) durch eine Reifenspur recht gut begehbar.

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10:48 Uhr. Wir sind beim Holzerbauer-Kreuz.

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Hier, beim Holzerbauer-Kreuz zweigt eine Forststraße ab, die ebenfalls in den Weißenbachgraben mündet und ergo ebenso zum Ausgangspunkt zurück führt. Gottlob haben wir das gar nicht bemerkt (bin erst daheim beim Blick auf die Karte drauf gekommen) und wir entschlossen uns, zuerst einmal am Pfad in Richtung Untergrasberg weiter zu gehen. Hier gab es auch deutliche Spuren von Wanderern, die am Wochenende am Weitwanderweg 08 unterwegs waren (auf dem man über einen Abzweig recht mühelos den Gipfel des Glatzberg erreichen kann) und deshalb würde es auch für Eddie hier leichter werden.

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Wir folgen jetzt den Spuren vom Wochenende entlang eines Zaunes, der einen Steinbruch eingrenzt. Genau am Ende vom Zaun steigen wir dann ein paar dürftigen Spuren folgend nach rechts zum Kamm hoch. Gradeaus weiter führt der Weitwanderweg 08 weit unterhalb des Grat zum Gasthof Untergrasberg.

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Das Gelände am Weg zum Kamm ist teilweise steil, man kann aber durch geschickte Routenwahl recht einfach aufsteigen.

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Am Kamm zum Glatzberg angekommen. Wir sind bester Laune.

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Fad wird es nie mit denen.

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Hier im Hochnebel ist es recht kalt und eisige Stacheln bedecken die Bäume wie Stacheldraht.

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Einem dieser Holzwürmer möchte ich auch nicht begegnen.

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12 Uhr. Gipfel Glatzberg 904m

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Genau Mittag, -4°C und leichter Nebel. Der Glatzberg war übers Wochenende offenbar recht gut besucht, weil sich zahlreiche Spuren aus allen Richtungen dem Gipfel näherten. Nur direkt am Grat waren die Spuren dürftig.

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Auch hier halten wir uns nicht lange auf. Wir folgen der gold/weißen Privatmarkierung des Steinmandlweg, den wir ja vom letzten Jahr kennen, in Richtung Gasthof Untergrasberg.

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Dieser Steinmandlweg ist im Sommer und bei mäßiger Schneelage sehr gut zu begehen, bei rutschigem Schnee, wie wir in vorfinden, ist das zwar auch kein Problem, erfordert aber doch vermehrte Aufmerksamkeit.

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Ich war mir im Nebel wirklich nicht ganz sicher, wo den nun das Gehöft Obergrasberg zu finden ist, zum dem wir absteigen sollten. Spuren gab es zahlreich, die führten aber alle in unterschiedliche Richtungen. Die Einheimischen halt, die kennen sich aus. Die Karte und den Kompass auszupacken war ich aber auch zu faul. Dafür hat man ja eine Sonja. Die hat erstens einen recht guten Orientierungssinn und zweiten kann die sich Einzelheiten von der Tour im letzten Jahr merken, die ich längst vergessen hab und so haben wir weder Kompass noch Navi benötigt, weil Sonja den Weg kannte. Wir sind aus dem Nebel getreten und vor uns liegt Obergrasberg.

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Wir folgen dem Güterweg Obergrasberg nach Untergrasberg. Rückblick zum Glatzberg in der Nebelsuppe.

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Zum ersten Mal sehen wir wieder runter ins Erdgeschoss.

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Gasthof Untergrasberg voraus, dahinter der Buchenberg 790m.

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Waldorf & Statler

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Man hätte jetzt vom Gasthof Untergrasberg am Güterweg nach unten gehen können, man kann aber auch, wie wir, am markierten Wanderweg absteigen.

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Die Hauskapelle, die 1880 beim Bau der Rudolfsbahn von italienischen Arbeitern mit einer Lourdesgrotte ausgestattet wurde.

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Blick zum Sonnberg und ins Tal des Luger Bach gegenüber. Durch den Lugerbachgraben kann man wunderschön zum Weißen Kreuz aufsteigen.

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Kurzer Rückweg entlang der Bundesstraße 121 zum Weißenbachgraben. Bei einer überdachten Posthaltestelle rasten wir ein wenig, trinken Tee und Kaffee und Eddie bekommt nochmals Futter.

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13:30 Uhr. Wir sind am Ausgangspunkt zurück. Wieder einmal haben ein paar wunderschöne Stunden in der Natur ihr ENDE gefunden. Fred, was schön, daß du dabei warst. Bis zum nächsten Mal.

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Karte zur Tour.

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