Benzins Motorradseiten Erlebnisse mit dem Motorrad

23. Dezember 2020

2020. 12. 23. Weihnachtstour

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 18:47

Na ja, auch wenn’s nicht der Heilige Abend ist, es war ein Tag zum Motorradfahren. Die letzten Tage, oder sagen wir, die letzten beiden Wochen hat es gar nicht ausgeschaut, als könne man zu Weihnachten Motorradfahren. Die Temperaturen stiegen kaum auf über 3°C, am frühen Morgen gabs regelmäßig Frost. Eddie, mein Hund, fühlte sich pudelwohl, wenn wir unsere Runden drehten. Eine Fahrt mit einem Motorrad kam mir dabei nie in den Sinn. Die letzte Runde hab ich am 7. Dezember gedreht. Bin zur Donau gefahren und dann ein wenig in der Gegend herum, zusammen nicht ganz 90 Kilometer. Dann wurde es mir zu kalt und ich fuhr wieder Heim. Heute war das anders.

Die Wettervorhersage war für heute, als dem Vorweihnachtstag, gut. Aber nur für heute. In den letzten beiden Tagen war es so warm, daß der ganze Dreck auftaute, der von den bitterkalten Tagen zusammengefrohrer auf und neben den Straßen herum lag. Teilweise sind die wohl auch mit dem Salz gefahren. Das hat der Regen von gestern großteils weggespühlt. Ich hab mir vorgestellt, wenn am frühen Vormittag die Sonne raus kommt, könnte man ab Mittag schön eine Runde drehen, und genau so kam es dann auch.

Zuerst bin ich nach Kematen an der Ybbs gefahren, dann weiter nach Rosenau und rauf zum Sonntagberg, die Lage peilen. Dort sieht man schon in alle Richtungen und kann beurteilen, wo man hinfahren möchte und wohin eher weniger. Dabei sah und spürte ich auch, daß es selbst auf über 700m Seehöhe so warm war, daß man keine Angst vor tückischem Eis haben musste. Das ist ja beim Motorradfahren nicht ganz so einfach wie mit dem Auto. Man liegt schnell auf der Pfeife. Na, und als ich dann sah, daß die umliegenden Höhenstraßen schneefrei waren (vor ein paar Tagen sah es dort noch aus wie im Himalaya-Gebirge), fuhr ich wieder runter und zur Tankstelle, einen Kaffee trinken, dann raus zum Weißen Kreuz und dort hab ich auf die Duracell Dame mit dem Tschobber gewartet. Und als die dann eintraf, gings los und wir drehten eine Weihnachtsrunde, die uns über rund 140km durch weite Teile des Mostviertels führte. Als ich wieder daheim vor der Garage stand und die Kiste mit dem Kercher reinigte, zeigte der Tageskilometerzähler ungefähr 170 Kilometer an. Jetzt kann von mir aus die Wettervorhersage für morgen zutreffen, es macht mir nichts mehr aus. Es soll wieder kalt werden mit Niederschlägen und allen Scheußlichkeiten, die der Winter zu bieten hat. Und jetzt noch ein paar Bilder, damit ich diesen Tag nicht vergesse.

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7. November 2020

2020. 11. 06. Herbstrunde im Mühlviertel

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 12:28

Gegen 7 Uhr zeigte das Außenthermometer +2C° an. Brrrrr
”Na, das kann ja heiter werden”, dachte ich mir beim Gedanken an die Abmachung für 10.30 Uhr. Dann wollten ich und die Tschobber-Lady mit den Motorrädern eine Runde drehen. Wohin war egal, hauptsache fahren.
20201106_103840Langsam wurde es wärmer und gegen 10 Uhr zeigte das Thermometer schon über 10C° an. Also lange Unterhose, zwei Funtionsleibchen, dann das Leder drüber und meine übliche Jacke, nur diesmal mit den Ärmeln drauf, und ab ging es zum Treffpunkt an der Tankstelle.

“Wohin willst du fahren?”
”Egal. Irgendwo hin, wo es schön bunt ist”.
“Gut. Fahren wir nach Steyr und dann über die Hügel runter nach Gaming”.

Wir fuhren los, wie abgemacht Richtung Steyr, aber in Aschbach hatte ich es mir schon anders überlegt. Nach der Unterführung blieb ich stehen, sie neben mir, und ich frag “Fahren wir ins Mühlviertel? Da ist es sicher sehr bunt!” “Klar”, kommt die Antwort. Wie ich ja immer sag. Es ist ihr egal, wohin, Hauptsache fahren!

Wir fuhren hintenrum über Ludwigsdorf nach Zeillern, dann nach Ardagger und bei Grein über die Donau. Dann links abgebogen und gen Linz. So zumindest die generelle Richtung. Beim Abzweig nach Klam frag ich nochmals. “Fahren wir zur Burg Clam nach Klam?” “Klar!” Auf nach Klam.
Der grüne Mercedes links oben ist ein 220D Bj. 1972 und stand am Treffpunkt.

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Die weitere Runde hat sich dann im Mühlviertel im Raum Münzbach, Bad Zell, Unterweißenbach, St.Georgen am Walde und Grein abgespielt. Insgesamt kamen in vier Stunden fast 210km zustande. Klingt wenig, ist aber viel, wenn man bedenkt, wie oft wir stehen blieben, um die unfassbare Farbenpracht anzuschauen, der wir immer und immer wieder begegneten. Um diese Jahreszeit ist das Mühlviertel mit seiner Farbenpracht, mit den dichten Wäldern in denen riesige Felsen herumliegen, absolut unschlagbar. Klar, man kann nicht schnell fahren. Zu kalt, zu dreckig, zu unberechenbar. Aber wozu auch? Ich kann mir nicht vorstellen, daß so eine Rundfahrt mit einem Auto, egal welches, auch nur ansatzweise so schön, so intensiv sein könnte wie eine Rundfahrt mit einem Motorrad. Mit Worten kann man das alles, die Farben, die Gerüche, die Gefühle, einfach alles, gar nicht beschreiben und auch die Bilder sagen nicht das aus, was es im Original war. Aber egal. Irgendwann, wenn vielleicht einmal so alt bin, daß ich nicht mehr motorradfahren kann und es vielleicht auch noch Internet gibt, dann kann ich mir hier anschauen, was ich gemacht hab und wie das war, damals so um 2020, als die Welt noch einigermaßen in Ordnung war.

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Wünsch noch einen schönen Tag…………………………..

1. November 2020

2020-10-31 Ötscher-Panoramastraße mit der XJR

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 13:58

Strecke: Amstetten – Rosenau – Sonntagberg – St.Leonhard am Wald – Urnbachgraben – Hubberg – Ybbsitz – Kleine Kripp – Große Kripp – St.Georgen am Reith – Göstling – Lunz – Mariazellerstraße – B71 – Zellerain – Erlaufsee – Mitterbach – Josefsberg – Wienerbruck – Reith – Erlaufboden – Ötscher Panoramastraße – Puchenstuben – St.Anton an der Jessnitz – Gaming – Pockau – L6155 – Reinsberg – Gresten – Unteramt – Schadneramt – Franzenreith – Urnbachgraben – St.Leonhard am Wald – Hiesbach – Ulmerfeld – Amstetten
Streckenlänge: 207km

Wirklich witzig. Wieder einmal eine schöne Runde, die so nicht verhersehbar war. Die letzten paar Wochen hat sich das Wetter sukzessive verschlechtert und die letzten paar Tage hat sich eindeutig der Winter angekündigt. Morgentemperaturen von um die 3C° waren keine Seltenheit, Tageshöchstwerte um die 10C° normal. Dazu neblig oder regnerisch. Ergo naßkalt. Nicht wirklich einladend für eine Runde mit dem Motorrad. Auf den Bergln im Süden sah man ab rund 1600m auch schon Schnee 20201031_100559_2liegen. Nicht mehr so viel wie Ende September, aber eine Erinnerung an das Ende der warmen Jahreszeit allemal.
Gestern (ich schreib das einen Tag nach der Tour) waren es schon um 7 Uhr morgens 13C°. Nach einer Runde mit Hundi sagte ich mir dann, “Also viel wärmer wird’s heuer nimmer, auf zu einer kleinen Runde!” Mit kleiner Runde dachte ich wirklich an eine kleine Runde. Höchtens 50 oder 70km. 

Um 9 Uhr gings los. Zuerst zur Tankstelle. Links hatte sich eine kleine Kolonne gebildet, rechts versperrte ein Tankzug den Platz, also nach hinten zum Waschplatz und XJR waschen. Weil sich danach die Situation nicht 20201031_100640gebessert hatte, auf gen Süden zur nächsten Tankstelle. Dort volltanken und ab zum Sonntagberg. Von dort sieht man bei schönem Wetter bis weit übers Donautal im Norden und bis über den Hochschwab hinein im Süden. Überall war der Himmel blau, nur dahinter war es ziemlich dunkel und nebelig. Also genug Platz für eine schöne Runde. Wohin wusste ich noch nicht, aber daß das keine ganz kleine Runde werden würde, war schon klar.

Ja, und so gings los und ich weitete die Strecke immer weiter und weiter aus, bis es am Schluß über 200km waren.
Witzig war die Geschichte mit den Alpaka. Ich war am Anfang der Runde grade bei der Abfahrt nach Ybbsitz, als ich nach einer Kehre unter mir einen Tesla mit eingeschalteter Warnanlage am Straßenrand stehen sah. “Na?” dachte ich, “Batterie tot?”
Dem war nicht so. Etwas weiter drunter stand ein VW-Bus und sperrte die Straße und am Straßenrand, gleich beim Weidezaun, der unmittelbar an die Straße grenzt, stand ein Alpaka und wusste nicht, wohin. Drinnen auf der Weide stand ein ganzer Haufen dieser süßen peruanischen Kleinkamele und wussten wohl nicht, warum ihr Artgenosse außerhalb des Zaunes stand. Ich blieb stehen, stieg ab und versperrte dem Tierchen den Weg nach unten. Was kein Problem war, denn eigentlich wolle das Wollknäul ganz offenbar gar nicht davon laufen, sondern wieder rein zu den Brüdern und Schwestern. Inzwischen war die Bäuerin schon oben beim Hof und drehte den Strom des Zaunes ab, und dann ging es recht schnell. Einmal rauf den Zaun entlang, dann wieder runter zu mir, und dann mit einem beherzten Sprung wieder rein in die Weide zu den Kumpanen. Erledigt. Der Strom war gleich wieder eingeschaltet und die Welt für Mensch und Tier wieder in Ordnung. Und dann haben wir alle herzhaft gelacht.
Ich hab diese Bilder dann daheim meiner Schwester gezeigt und die fragte, “Sind das Alpaka oder Königspudel?” Ja, ja, mein Schwesterlein. Immer zu einem Scherzchen aufgelegt.

Und jetzt ein paar Bilder, damit ich auch später noch weiß, wo ich war und wie das ausgeschaut hat:

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Höhenstraße – Verkehrszeichen, daß reiten und fahren mit Herrenfahrrad und altem Puch Moped verbietet und Blick nach Ybbsitz
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Erlaufsee – Blick zum Ötscher bei der Auffahrt zum Josefsberg und rechts bei der Abfahrt vom Josefsberg
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Oben und unten: Ötscher Panoramastraße
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Mühle am Bockaubach
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Auffahrt nach Hubberg, unten liegt Gresten
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Aufnahmen vo höchsten Punkt (Franzenreith) der Höhenstraße zum Urnbachgraben
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Und das waren die letzten Kilometer auf den Höhenstraßen, bevor es wieder runter ins Ybbstal und nach Hause ging.

Wünsche noch einen schönen Tag…………………..

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