Benzins Motorradseiten Erlebnisse mit dem Motorrad

4. Februar 2021

2021. 02. 04.–Erster Ausflug des Jahres in die Wachau

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 18:00

Amstetten – Zeillern – Leitzing – Ardagger – Kollmitzberg – Reikersdorf – Hainstetten – St.Martin – Ybbs an der Donau – Persenbeug – B3 – Spitz – B217 Mühldorf – LH81 Am Schuß – Loibersdorf – Bergern – Aschlberg – B36 Hölltal – Würnsdorf – B36 Leimbach am Ostrong – Persenbeug – B3 Grein – B119 Amstetten – Mauer – WK

Streckenlänge: 185km

Ach, was für ein schöner Tag. Gestern, am Mittwoch, gleich in aller Früh mit Eddie und NP1 zum Zellerain gefahren und dann durch Schnee und Eis bis zum Eisernen Herrgott “In der Brach” gegangen. Traumhaft schön, aber mühsam. Und heute war es am frühen Morgen zwar bewölkt, dafür schon 8°C, Tendenz steigend. Also mit Hundi (das ist Eddie) eine Runde gegangen zum Aufwärmen, dann in die Garage, die XJR raus schieben und die Kette schmieren. Wieder rein, umziehen und auf die Blaue Elise gesetzt und zum Treffpunkt Tankstelle. Hier wartete NP-1 schon mit dem Chopper. NP-1 ist das Äquivalent zu CP-1 – Chicago Pile-1 – dem ersten experimentellen und funktionierenden Atomreaktor in der Geschichte der Menschheit. Passend zur Person, die energiegeladen ist wie genau so ein Reaktor. N steht für den Herkunftsort dieses Energiebündels.

Also zuerst einmal einen Kaffee aus dem Automaten trinken. Ist ja nicht so einfach, jetzt irgendwo einen Kaffee zu trinken. Gaststätten, Kaffeehäuser und Tankstellenpubs sind Corona-Bedingt geschlossen. Sagen wir halt so, sonst frisst mich wieder die Wut. Ja, ich bin ein Corona-Leugner. Von mir aus nennt mich auch einen Nazi. Ist doch heutzutage eh vollkommen wurscht, wo eh jeder, der was anderes meint, ein Nazi ist. Leckts mich am Hobel.

Das ist einzigartig. Eine Wirtschaftspartei, die ÖVP, in Koalition mit den gesellschaftszersetzenden Grünen, die die Wirtschaft und Existenzen ruiniert, weil alte, teils schwerkranke Menschen, die sich gegen den Corona-Virus aus eigener Kraft nicht helfen können, vor dem Tod gerettet werden müssen.“Wir werden Menschenleben retten, koste es, was es wolle” sagte Bundeskanzler Kurz. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. “Koste es, was es wolle”. Ich möchte wissen, was der glaubt, wo das Geld herkommt? Aber sicher weiß er, es ist nicht seines. Also ich glaub nach dieser Aussage, der ist ein verantwortungsloser Vollidiot, von dem Österreich verschuldet, verkauft und verraten wird. Und den hab ich gewählt! Der größte Irrtum meines Lebens. Ich schäm mich. Seit Hitler hat in Österreich keine Politik so einen Schaden angerichtet wie diese Regierung.

Ich seh schon, in mir steigt die Wut schon wieder hoch. Also zurück zur Motorradtour.
Nun, also nach dem Automatenkaffee, der gar nicht so schlecht ist und der mengenmäßig für einen Euro wesentlich mehr bietet als Kaffee aus dem Kaffeehaus, setzen wir uns in Bewegung. Die letzte Ausfahrt für uns beide war am 23. Dezember 2020. Dann kam der Winter. Und wie. Bis vor drei Tagen war es jeden Tag kalt. Nachts immer unter, zum Teil sehr unter null Grad und am Tag höchstens bei ein oder zwei Grad. Also kalt. Zu kalt fürs Motorrad. Ich muß ja nicht fahren. Na, und dann stiegen die Temperaturen auf null Grad und sogar höher und das Eis und der Schnee gingen auf. Die Straßen trockneten nur sehr langsam, aber sie trockneten, und gestern war seit langer Zeit die Straßé wieder trocken und eisfrei. Zumindest im Tal.

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Zuerst fuhren wir zwischen Wiesen und Feldern in die Au der Donau und dann über Hügel und durch kleine Täler bis Ybbs an der Donau. Diese Strecke ist um gut 20km länger als die, würde man die Autobahn nach Ybbs wählen. Wir wollten aber nicht so schnell wie möglich in Ybbs sein, sondern nur irgendwie und landschaftlich so schön wie möglich, um dann weiter in die Wachau zu fahren. Gesagt, getan. Rüber auf die andere Seite der Donau und ein Stück stromabwärts. Dann hab ich umgedreht.

Auf der linken Seite, etwas in einer Einfahrt verborgen, sind mir zwei LKW aufgefallen. Nein, keine LKW, wie sie hier in Europa üblich sind. US-Trucks! Den Roten hab ich schon einmal fahren gesehen, wenn ich nicht irre, der Blaue war mir neu.

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Ein Peterbilt und ein Freightliner. Vom Peterbilt 379 standen auch die Daten auf einem Schild. CAT Motor, 14.633 Kubikzentimeter, Leistung 440 PS
Erstzulassung 10. Juni 1996 und einer Laufleistung von 48.052 Meilen. Ja, jetzt müsste man halt Platz haben in der Garage. Hmmm……….

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Nach dieser Überraschung fuhren wir weiter bis Klein Pöchlarn. Wieder springt mir etwas amerikanisches ins Auge. Da steht zweifellos ein US-Police Car. Na, und was für eines! Die Kiste wurde, so in der Beschreibung, vom LAPD (Los Angeles Police Departement) nicht einmal, wie sonst üblich, zurück gebaut. Heißt, die Sonderteile der Polizei sind nicht entfernt, sondern diese Auto ist Original LAPD! Mit Horn (verschiedene Klänge) und allem Drum und Dran, plus Rammschutz. Und genau, wie ich mir dieses Polizeiauto anschaue fällt mir etwas auf.

Ich meine, ich bin hier in meinem Leben einige hundert Mal vorbeigefahren und dieser Betrieb, so steht es auf der Internetseite der Firma “Automobile Riekmann”, gibt es seit 36 Jahren. Und ich weiß das nicht! Ist mir noch nie aufgefallen! Ich meine, das ist eine Schande. Es ist eine Schande, weil die Autos, die man dort zu sehen, ja sogar zu kaufen bekommt, die waren schon der Traum meiner Jugend. Und wer weiß, dachte ich ein wenig später, als ich daheim im Internet nachschaute, wer weiß, vielleicht hätte ich mir bei meiner Pensionierung statt der Moto Guzzi vielleicht gar eine Corvette oder irgend einen anderen US-Hobel in die Garage gestellt? Nun, nach der ersten Begeisterung fiel mir dann ein, daß in meiner Garage sechs Motorräder stehen und selbst mein E34 535i von der Länge her nicht rein passt. Der Grund, warum ich ihn in eine Mietgarage ausgelagert hab. Dann war mir wieder leichter ums Herz. Kein Platz und außerdem hab ich ja meinen heiß geliebten BMW. Ergo ein paar Bilder geschossen und weiter.

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Auch dieser Rolls Royce war, wie alle Fahrzeuge hier, zu verkaufen, aber nicht einmal so teuer. Beim Bezahlen des ersten Service wird es einem halt die Zehennägel einrollen.

Also weiter gings bis Spitz, und dann ist mir eingefallen, wir könnten ja auch ein Stück rauf ins Waldviertel fahren. Also ab auf der B217Richtung Nord-Westen nach Mühldorf und dort der LH81 folgend bis Am Schuß. Und hier rechts abbiegen bis kurz vor Pöggstall, dann rechts und gleich wieder links eine kleine, schmale Straße rauf bis Loibersdorf, und dann vor der Ortstafel Bergern abstellen und schauen.

Ja, sehr viel gibt es hier nicht zu sehen. Wald, Wiesen, Wald und eine keine Ortschaft. Aber hier, in diesem winzigen, unbedeutenden Ort ist mein Vater aufgewachsen. Hier war ich Amfang der 60er Jahren als kleines Kind und später als heranwachsender bei meinen Großältern zu Besuch. Mein Vater hatte mir erzählt, wie im Krieg zuerst die SS hier lagerte, als sie aus dem Osten zurück ins Reich abhauten, und dann kamen die Russen und machten es sich im Schuppen im Heu gemütlich. Und ein Russe, der Ivan geheißen haben soll, hat meinem Vater ein Stück Schokolade geschenkt. Hier haben wir, meine Schwester und ich, als Kinder mit den Enten gespielt und die Hühner gejagt. Hier hab ich beim Nachbarn, beim Ertl, der irgendwie über ein paar Ecken mit uns verwandt ist, erstmals einen Most getrunken. Und der Sohn dieses Hauses ist so alt wie ich und heißt so wie ich, weil ihn seine Mutter nach mir getauft hat, so erzählte mir meine Mutter. Ich hab diesen anderen Hannes seit Jahrzehnten nicht gesehen, obwohl ich öfters dort oben stehenbleibe. Meine Großeltern sind seit Jahrzehnten Tod, meine Eltern seit 2019. Aber immer wieder, wenn ich dort in die Gegend komme, fahr ich rauf nach Bergern, bleib an diesem Platz stehen und schau mir ein wenig die Gegend an, durch die schon mein Vater mit dem Fahrrad und später mit seinem Motorrad fuhr. Es ist immer ein etwas seltsames Gefühl, wenn ich dort mit dem Motorrad stehe und mir denke, “Da ist der Papa auch mit dem Motorrad gefahren, als er noch jung war”. Jetzt bin ich selber über sechzig Jahre alt, aber ich fahr noch immer Motorrad.

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Und nach diesem kurzen sentimentalen Anfall fuhren wir weiter, bei der Kreuzung ein paar Meter weiter vorne nicht links, nach Pöggstall runter, sondern nach rechts Richtung Aschelberg. Und da wurde es kalt. Ziemlich kalt. Es stand ein Schild, daß man aufpassen solle, weil ab hier im Winter die Straße nicht geräumt wird. Na, dachte ich, waren grade ungefähr geschätzte 12°C, also kann das nicht schlimm sein. Dann lag, je weiter wir rauf kamen, immer mehr Schnee neben der Straße und der Dreck von Holzschlägerungen wurde auch immer mehr. Je weiter wir in den Wald vor drangen, desto kalter und insgesamt unangenehmer wurde das. Also zogen wir eine Schleife nach Westen bis zur B36, der Hölltalstraße und erreichten dann auf einer sehr kurvenreichen Strecke mit dick vereisten Felswänden Würnsdorf und die Straße, die uns direkt nach Persenbeug zur Donau zurück brachte. Und dann waren es nur mehr rund vierzig Kilometer, die wir neben der Donau, rüber nach Ardagger, rauf nach Amstetten fuhren und zur Tankstelle kamen, an der wir vier Stunden vorher unseren Kaffee getrunken hatten. Und nach einem weiteren Kaffee fuhren wir wieder Heim. Und das war die erste Tour des Jahres 2021. Die Saison ist eröffnet.

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Einen schönen Tag noch…………………

23. Dezember 2020

2020. 12. 23. Weihnachtstour

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 18:47

Na ja, auch wenn’s nicht der Heilige Abend ist, es war ein Tag zum Motorradfahren. Die letzten Tage, oder sagen wir, die letzten beiden Wochen hat es gar nicht ausgeschaut, als könne man zu Weihnachten Motorradfahren. Die Temperaturen stiegen kaum auf über 3°C, am frühen Morgen gabs regelmäßig Frost. Eddie, mein Hund, fühlte sich pudelwohl, wenn wir unsere Runden drehten. Eine Fahrt mit einem Motorrad kam mir dabei nie in den Sinn. Die letzte Runde hab ich am 7. Dezember gedreht. Bin zur Donau gefahren und dann ein wenig in der Gegend herum, zusammen nicht ganz 90 Kilometer. Dann wurde es mir zu kalt und ich fuhr wieder Heim. Heute war das anders.

Die Wettervorhersage war für heute, als dem Vorweihnachtstag, gut. Aber nur für heute. In den letzten beiden Tagen war es so warm, daß der ganze Dreck auftaute, der von den bitterkalten Tagen zusammengefrohrer auf und neben den Straßen herum lag. Teilweise sind die wohl auch mit dem Salz gefahren. Das hat der Regen von gestern großteils weggespühlt. Ich hab mir vorgestellt, wenn am frühen Vormittag die Sonne raus kommt, könnte man ab Mittag schön eine Runde drehen, und genau so kam es dann auch.

Zuerst bin ich nach Kematen an der Ybbs gefahren, dann weiter nach Rosenau und rauf zum Sonntagberg, die Lage peilen. Dort sieht man schon in alle Richtungen und kann beurteilen, wo man hinfahren möchte und wohin eher weniger. Dabei sah und spürte ich auch, daß es selbst auf über 700m Seehöhe so warm war, daß man keine Angst vor tückischem Eis haben musste. Das ist ja beim Motorradfahren nicht ganz so einfach wie mit dem Auto. Man liegt schnell auf der Pfeife. Na, und als ich dann sah, daß die umliegenden Höhenstraßen schneefrei waren (vor ein paar Tagen sah es dort noch aus wie im Himalaya-Gebirge), fuhr ich wieder runter und zur Tankstelle, einen Kaffee trinken, dann raus zum Weißen Kreuz und dort hab ich auf die Duracell Dame mit dem Tschobber gewartet. Und als die dann eintraf, gings los und wir drehten eine Weihnachtsrunde, die uns über rund 140km durch weite Teile des Mostviertels führte. Als ich wieder daheim vor der Garage stand und die Kiste mit dem Kercher reinigte, zeigte der Tageskilometerzähler ungefähr 170 Kilometer an. Jetzt kann von mir aus die Wettervorhersage für morgen zutreffen, es macht mir nichts mehr aus. Es soll wieder kalt werden mit Niederschlägen und allen Scheußlichkeiten, die der Winter zu bieten hat. Und jetzt noch ein paar Bilder, damit ich diesen Tag nicht vergesse.

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7. November 2020

2020. 11. 06. Herbstrunde im Mühlviertel

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 12:28

Gegen 7 Uhr zeigte das Außenthermometer +2C° an. Brrrrr
”Na, das kann ja heiter werden”, dachte ich mir beim Gedanken an die Abmachung für 10.30 Uhr. Dann wollten ich und die Tschobber-Lady mit den Motorrädern eine Runde drehen. Wohin war egal, hauptsache fahren.
20201106_103840Langsam wurde es wärmer und gegen 10 Uhr zeigte das Thermometer schon über 10C° an. Also lange Unterhose, zwei Funtionsleibchen, dann das Leder drüber und meine übliche Jacke, nur diesmal mit den Ärmeln drauf, und ab ging es zum Treffpunkt an der Tankstelle.

“Wohin willst du fahren?”
”Egal. Irgendwo hin, wo es schön bunt ist”.
“Gut. Fahren wir nach Steyr und dann über die Hügel runter nach Gaming”.

Wir fuhren los, wie abgemacht Richtung Steyr, aber in Aschbach hatte ich es mir schon anders überlegt. Nach der Unterführung blieb ich stehen, sie neben mir, und ich frag “Fahren wir ins Mühlviertel? Da ist es sicher sehr bunt!” “Klar”, kommt die Antwort. Wie ich ja immer sag. Es ist ihr egal, wohin, Hauptsache fahren!

Wir fuhren hintenrum über Ludwigsdorf nach Zeillern, dann nach Ardagger und bei Grein über die Donau. Dann links abgebogen und gen Linz. So zumindest die generelle Richtung. Beim Abzweig nach Klam frag ich nochmals. “Fahren wir zur Burg Clam nach Klam?” “Klar!” Auf nach Klam.
Der grüne Mercedes links oben ist ein 220D Bj. 1972 und stand am Treffpunkt.

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Die weitere Runde hat sich dann im Mühlviertel im Raum Münzbach, Bad Zell, Unterweißenbach, St.Georgen am Walde und Grein abgespielt. Insgesamt kamen in vier Stunden fast 210km zustande. Klingt wenig, ist aber viel, wenn man bedenkt, wie oft wir stehen blieben, um die unfassbare Farbenpracht anzuschauen, der wir immer und immer wieder begegneten. Um diese Jahreszeit ist das Mühlviertel mit seiner Farbenpracht, mit den dichten Wäldern in denen riesige Felsen herumliegen, absolut unschlagbar. Klar, man kann nicht schnell fahren. Zu kalt, zu dreckig, zu unberechenbar. Aber wozu auch? Ich kann mir nicht vorstellen, daß so eine Rundfahrt mit einem Auto, egal welches, auch nur ansatzweise so schön, so intensiv sein könnte wie eine Rundfahrt mit einem Motorrad. Mit Worten kann man das alles, die Farben, die Gerüche, die Gefühle, einfach alles, gar nicht beschreiben und auch die Bilder sagen nicht das aus, was es im Original war. Aber egal. Irgendwann, wenn vielleicht einmal so alt bin, daß ich nicht mehr motorradfahren kann und es vielleicht auch noch Internet gibt, dann kann ich mir hier anschauen, was ich gemacht hab und wie das war, damals so um 2020, als die Welt noch einigermaßen in Ordnung war.

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Wünsch noch einen schönen Tag…………………………..

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