Benzins Motorradseiten Erlebnisse mit dem Motorrad

12. Januar 2012

Sieben Jahre mit der Yamaha XJR1300 RP10

Filed under: Benzins Motorräder - Freud und Leid — Benzin @ 17:05

Das verflixte siebente Jahr oder Wenn ein XJR-Fahrer auspackt

siebenjahremitderxjr_01Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Über sieben Jahre hab ich die blaue Elise schon. Aber ich bereue keinen einzigen Tag mit ihr. Viel haben wir zusammen erlebt, einige Kilometer zusammen herunter gedreht. Als ich sie am 31. Dezember 2011 nach einer kleinen Silvestertour frisch gewaschen in der Garage abstellte, hatte sie genau 86 759km am Tacho. Was gabs in dieser Zeit, innerhalb dieser Laufleistung, an Schäden und Problemen? Genau davon will ich hier berichten.

Der erste größere Schaden trat, so meine ich mich zumindest erinnern zu können, bei der Anfahrt zum Glockner im Jahre des Herrn 2007 auf, also schon zweieinhalb Jahre nach dem Kauf. Ich war etwas zu flott den Hügel nach Wagrain hinuntergefahren und wurde von einem Polizisten gestoppt. Für die geringfügige Tempoüberschreitung erhielt ich von einem Schulmädchen eine Zitrone und einen traurigen Papiersmilie, den ich selbst heute noch im Tankrucksack mitführe, als Erinnerung und Mahnung. Bei dieser Kontrolle machte mich der Polizist aufmerksam, dass ich mein Licht ausgeschaltet hätte. „Das kann ich gar nicht abschalten“, antwortete ich trotzig. „Dann ist die Birne kaputt!“, ließ er sich nicht abwimmeln. Recht hatte er. Ich tauschte sie gleich 100m weiter an einer Tankstelle, trank einen Kaffee und zog weiter zum Glockner. Das war Schaden Nummer eins. Bild links oben: Der Tag, ab dem sie mir gehörtesiebenjahremitderxjr_02  Bild rechts unten: Mai 2007 – Tour nach Friesland

Ein weiterer, gleichartiger Schaden trat irgendwann gegen 2010 nochmals auf, genau kann ich mich nicht mehr erinnern. Diesmal war nur die Birne kaputt, Zitrone gabs keine. Drei oder vier Rücklichtleuchten brannten auch während der 86 000km durch, und damit ich nicht vergesse, der Vollständigkeit halber, ein kapitaler Schaden trat in der Schweiz im Zuge der Pässetour 2008 auf. Da wurde der Druckzylinder der Kupplung undicht und ich mußte einmal Hydraulikflüssigkeit nachfüllen. Dieser Schaden wurde gleich nach der Heimfahrt beim Service erledigt, dann war wieder alles in Ordnung. Bild unten links: Ende März im Gesäuse

siebenjahremitderxjr_03 Was gibts noch zu berichten? Eigentlich nichts. Womit ich mich herzlich für eure Aufmerksamkeit bedanken möchte. Kauft euch keine XJR, das ist langweilig, denn da passiert nichts aufregendes. Die fährt und fährt und fährt……..bis in alle Ewigkeit.

Wie? Ihr meint, das ist Quatsch? Da muß es doch was geben, was sich zu erzählen lohnt? Klar gibts das. Vieles sogar. Einiges könnte ihr bei den Touren, national und international, nachlesen. Nur, negatives gibts nichts zu berichten. Keine Schäden, keine Betriebsstörungen, nichts. Die XJR ist das zuverlässigste Fahrzeug, dass man sich nur wünschen kann. Eine typische Yamaha eben. Ich weiß, wovon ich rede. Ich hab fünf (genau genommen sechs).siebenjahremitderxjr_04

Wie ich zur XJR kam? Nun, das war so eine Sache, damals, im Herbst 2004.
Sie hatte mir schon immer gefallen, auch in der 1200er Version. Besonders in gelb/schwarz/weiß, also den Farben von Yamaha USA, gefiel sie mir gut. Allerdings war ich damals noch nicht reif dazu. Ich fuhr seit 1978 Motorrad, seit 1990 meine FZR1000, und war glücklich damit. Sicher, ab und zu dachte ich an ein anders Motorrad, aber sicher nicht an den Kauf so eines großen, schweren, behäbigen Krapfens. „Sie ist zwar wunderschön, aber fahren möchte ich damit eigentlich nicht. Da kann ich mir auch gleich eine Harley kaufen“, war meine Meinung. Mann, ich hatte überhaupt keine Ahnung, wovon ich da rede! Bild links unten: Im November 2008 am Klipitztörl

siebenjahremitderxjr_05 Gegen Herbst 2004 kam irgendwie, ganz von selber, ein Umdenkprozess in Gang. Sobald ich mich auf meine FZR setzte, mutierte ich zu einem anderen Menschen. Ich brauchte mir nur das Leder anzuziehen, und ich wurde schon ein anderer. Langsam blendete ich alles Unwesentliche rund um mich herum aus, konzentrierte mich auf das, was ich tun wollte. Motorrad fahren – auf meine Art. Sobald der Motor lief, wurde das Fahrzeug zu einem Bestandteil von mir. Es wurden meine Räder, meine Bremsen, mein Fahrwerk, mein Motor. Ich fuhr, nicht das Motorrad. Und ich fuhr schnell. Sehr schnell. Ich hatte Spaß dran, sehr schnell zu fahren. Oft, wenn ich Heim kam nach so einer Heizerrunde, war ich körperlich und geistig ziemlich ausgelaugt, erschöpft. Diese Art, im öffentlichen Verkehr Motorrad zu fahren, forderte regelmäßig seinen Tribut. Tagelang wollte ich dann die Maschine nicht mehr sehen, war satt. siebenjahremitderxjr_06 Bild unten rechts: Juni 2009 am Falzarego Pass

Bis mir zu Bewusstsein kam, dass das irgendwann einmal schiefgehen wird. Zwangsweise! Man kann die Gschöderkurve nicht immer mit +160 fahren und hoffen, dass nur so viel Dreck liegt, dass man höchstens ein bisschen über beide Räder rutscht, sich diese auch wieder fangen. Man kann die Corkscrew für Arme in der Steiermarkt nicht immer mit 170 und abhebendem Vorderrad am Abkipppunkt fahren. Irgendwann kommt einem auf der eigenen Seite so ein Depp entgegen, der meint, genau dort, wo er nichts sieht, muß er jetzt überholen, denn wenn er nichts sieht, dann kommt auch nichts. Und dann komm ich angeflogen! Der müsste (sofern er das überlebt) nicht einmal lügen, „den hab ich nicht gesehen!“, denn der hätte mich bis zum Einschlag wirklich nicht gesehen. Ja, mit der Zeit macht man sich so seine Gedanken über das, was man tut. Auch ein verbohrter Aff wie ich. Vor allem ab 44. Und so kam ich auf die XJR. Bild links unten: 2010 – Am Gotthardpass im „Tal des Zitterns“

siebenjahremitderxjr_07 „Hmmm“, überlegte ich im September, „wieso kauf ich mir nicht ein Motorrad, mit dem ich Touren fahren kann?“ Sicher, man könnte auch mit der FZR Touren fahren, wenn man wollte. Wollte ich das? Nein, sicher nicht. Nach spätestens 250km schmerzten mir die Knie immer so, dass ich nur mehr Heim wollte. Meine Haxen sind zu lang, oder das Motorrad zu klein. An wirklich guten Tagen fuhr ich sogar 500km, dann war ich allerdings streichfähig und konnte die Beine kaum mehr bewegen. Das war nix zum Tourenfahren. Aber welches Motorrad kaufen? Dazu muß ich sagen, die FZR zu verkaufen stand keine Sekunde zur Diskussion!

Ich überlegte hin, ich überlegte her, ich schaute mir die Honda CB1300 und die Suzuki GSX1400 an, aber keine war mit der XJR vergleichbar. Die Honda wie die Suzuki waren wunderschön, keine Frage, die Yamaha XJR1300 allerdings schien mir einfach perfekt. Ich empfand sie fast als eine (etwas zu groß geratene) Raubkopie der Kawasaki Z900 oder Z1000 der 70er Jahre. Genau so sollte das Motorrad, das ich mir kaufen wollte, aussehen. Das waren damals meine unerreichbaren Traummotorräder. Genug Hubraum, genug Leistung, und diese Optik, die einfach umwerfend auf mich wirkte. Daran hat sich in den letzten sieben Jahren übrigens nichts geändert. Ich finde sie noch immer umwerfend schön. Das muß Liebe sein, oder?siebenjahremitderxjr_08 Bild rechts unten: Juni 2008 Zillertaler Höhenstraße

„Kann ich ihnen irgendwie helfen?“, frug der Verkäufer in Kemmelbach. Ich war zum ersten Mal in diesem Laden, kannte daher niemand. „Ja, vielleicht“, antwortete ich, „ich will mir eine XJR kaufen.“ Im Internet hatte ich noch dazu gelesen, dass die jetzt so quasi im Saisonausverkauf waren, also alle, die noch vom Jahr übrig waren, verbilligt. Sollte es die Farbe, die ich wollte, noch geben, dann würde ich sie einfach sofort kaufen, auch wenn schon der Winter im Anmarsch war. Die Ersparnis war gar nicht so wenig, und wenn ich ohnehin eine wollte, wieso nicht gleich? Links unten: Tour nach Friesland 2009 – Aufgenommen in der Nähe von Hannover

siebenjahremitderxjr_09 „Da hätten wir zufällig eine stehen“, deutete der Verkäufer auf eine silberfarbene im Schauraum. „Sehr gepflegt, wenige Kilometer, und ein kleiner Windschild zum Tourenfahren ist auch schon drauf.“ „Mir wird schlecht“, dachte ich im Stillen. „Die würde ich nicht einmal geschenkt mitnehmen“. Silber, und dieser Schirm! Grumpffff………… „Nein, danke, ich will eine blaue“. „Blaue hab ich im Moment keine da. Aber die da ist wirklich schön. Schau sie dir doch einmal genauer an“. Irgendwie redeten wir aneinander vorbei, auch wenn wir schon per DU waren. „Ich sollte vielleicht einmal erwähnen, dass ich kein gebrauchtes Motorrad will, sondern ein neues! Und vor allem soll es blau sein. BLAU! Ich will eine NEUE, BLAUE XJR haben!“ „Ach so, eine neue.“, kapierte er,  „Da muß ich nachschauen, obs noch eine blaue gibt“. Wir begannen uns zu verstehen. siebenjahremitderxjr_10 Bild rechts unten: August 2009 – FZR-Treffen in Deutschland.

Nach einem kurzen Augenblick kam der Herr Franz wieder daher, grinsend. „Ja, es gibt sie noch in blau“. „Gut“, meinte ich. „Die, die es noch in blau gibt, das ist meine. Kannst du mir das garantieren? Ich will sie nur in blau! Sollte die 2004er nicht mehr in dieser Farbe lieferbar sein, dann lieferst du mir im April das neue Modell, falls es überhaupt einen Modellwechsel gibt. BLAU muß sie sein, verstehen wir uns da?“ „Aber im Frühjahr ist sie wesentlich teurer als jetzt“ versuchte er nochmals einzuwenden. „BLAU muß sie sein! Ob die jetzt gleich oder im Frühjahr geliefert wird, ist mir egal! Es ist mir auch egal, was sie dann kostet. BLAU sagte ich!“ „Ja, hab schon verstanden. Blau. Sie ist ja eh in blau lieferbar. Sagte ich doch vorhin.“ Da hatte er recht. Ich wollte ja nur sichergehen, dass er nicht mit einer silbernen XJR antanzt, auch wenn sie neu wäre. Nicht geschenkt………..

siebenjahremitderxjr_11 12. Oktober 2004 gegen 10:00 Uhr Vormittag. Das Telefon läutet.
„Ja, was gibts?“ „Firma Eckl, Franz. Deine XJR ist da. Ich dachte, das könnte dich interessieren“. „WAS?“ Und ob mich das interessierte! „Wie lange wird es dauern, bis sie zusammengebaut ist?“ wollte ich wissen. „Du, die steht schon im Schauraum“. „Schon zusammengebaut?“ Ich wollte es nicht glauben. „Na sicher. Denkst du, in der Kiste? Ich dachte, ich sag dir das, falls du sie sehen willst.“ „Ich komme gleich!“ Klack, aufgelegt.

Schnell in Schuhe geschlüpft, Lederjacke, Handschuhe und Helm gekrallt, Vater gefragt, ob er mich in etwa zwei Stunden nach Kemmelbach fahren kann, dann das Zeug ins Auto geschmissen, um Zigaretten gefahren, den Erlagschein für die XJR zur Bank gebracht, und ab auf die Autobahn. siebenjahremitderxjr_12 Bild rechts: 20. Juni 2010 – St.Sigmung im Sellrain

„Kann ich ihnen helfen?“ frug die Dame, als ich den Laden betrat. „Nein, ich hol nur meine XJR“ strahlte ich über´s ganze Gesicht. Da stand sie, in ihrer ganzen Pracht und Herrlichkeit, Amen….öh. Fast wären mir Federn gewachsen, die Gänsehaut war schon da. Was für ein Anblick? Was für eine Anmut? Was für eine Größe? Boa, der Hobel war groß. Merkte man aber erst, wenn man unmittelbar davor stand. Die war um einiges größer als meine kleine, zierliche 1000er FZR.

siebenjahremitderxjr_13 „Servus“, kam der Herr Franz mit ausgestrecktem Arm daher. „Servus. Ich habs nicht mehr ausgehalten und bin gleich losgefahren“. „Dachte ich mir, drum hab ich dich gleich angerufen“. Wir verstanden uns. „Ich lass dich einmal mit ihr alleine. Wenn du was brauchst, ich bin da hinten“. Dann war ich wieder alleine mit meiner XJR. „Meine Güte, bist du schön!“ Ich konnte es noch gar nicht fassen. Mein neues Motorrad. Meine XJR. Meine neue, blaue XJR! „Du wirst es gut haben bei mir“, dachte ich mir leise, dann rief ich dem Verkäufer. „Du, könnt ihr mir euer Werkstattkennzeichen borgen? Ich will sie Heim stellen.“ „Ja. Sicher.“ Irgendwie seltsam langsam setzte er sich Richtung Werkstätte in Bewegung, wo ich das blaue Kennzeichen vermutete. „Dann müssten wir noch über eine Kaution reden“, meinte er wieder so merkwürdig bedächtig. Ich lachte hellauf. „Du meinst aber jetzt nicht im Ernst, ich bring das Kennzeichen nicht mehr! Oder? Aber von mir aus, was willst du als Sicherstellung haben? Einen Fünfziger? Einen Hunderter? Das Blechding kostet 9.- Euro, das müsste doch genug Sicherheit sein?“ „Es geht nicht ums Kennzeichen, es geht ums Motorrad“. „WAS?“ Mir fiel fast die Kinnlade bei Fuß.siebenjahremitderxjr_14 Rechts unten: August 2007 – Treffen in Bitburg

Irgendwie redeten wir schon wieder aneinander vorbei, kam mir vor. Und wenn ich mein Motorrad gleich vor ihrer Haustür verschrotte, geht denen das einen feuchten Dreck an, dachte ich etwas wütend. „Was kümmert dich, was mit dem Motorrad passiert?“, fragte ich. „Na, wenn was passiert? Ich meine, bis es bezahlt ist?“ Ach du Scheiße, daher weht der Wind! Klar, woher sollte er es den auch wissen? Ich zog die Brieftasche aus der Hose, holte den Bankbeleg heraus und überreichte in dem Verkäufer. „Du hast sie schon bezahlt?“ frage er erstaunt. „Wieso sollte ich von meinem Motorrad reden, wenn es nicht bezahlt wäre?“, fragte ich zurück.

„Bring die Werkstattkennzeichen fürs Motorrad her“, schrie er plötzlich von weitem über den Tresen zu einem Mechaniker, und als der angetrabt kam „und montier das dort auf die blaue XJR. Der Herr Gerstl will mit seinem Motorrad heimfahren.“ Jetzt verstanden wir uns wieder. Dann fuhr ich mit meiner blauen Elise die ersten Kilometer.

siebenjahremitderxjr_15 Es dauerte eine Weile, bis ich mich an sie gewöhnt hatte. Ich saß von Anfang an sehr gut drauf, aber diese Sitzposition war ich überhaupt nicht gewöhnt. Nur einmal in meinem Leben fuhr ich ein Motorrad mit normalem Lenker, und das gehörte nicht mir, sondern meiner Freundin. Sonst hatte ich seit der Hercules nur Stummellenker am Zweirad. Noch was war ganz anders. Die Größe des Fahrzeuges. Meine Güte, kam mir die Dicke groß vor. „Da sitzt man ja im ersten Stock“, dachte ich verwundert. Aber die Aussicht war gut von da oben, ergo würde ich mich daran gewöhnen. Viel mehr Bammel hatte ich vor den Teilen, die da links und rechts vorstanden und in Schräglage schleifen würden. Direkt vorm Schleifen hatte ich keine Angst, aber davor, ausgehebelt zu werden. Sowas hatte ich mit Glück bei der XS750 überstanden, als der Krümmersammler der 3in1 Anlage aufsetzte. Fast wäre die Kiste abgeschmiert. Na, und wenn man die XJR genau anschaut, dann ist die nicht nur hoch, sondern auch sehr breit.

Im Herbst 2004 hatte jedoch gar nichts geschliffen, dazu war es einfach zu kalt und das Motorrad zu neu. Ich fuhr zwar noch fast 600 Kilometer, dann kam der Winter, und mit der Kälte und dem Schnee die Winterpause. Im Frühjahr war ich, sobald es das Wetter zuließ, wieder unterwegs und hatte sofort viel Spaß. Ganz am Anfang der neuen Saison kaufte ich mir einen Satz Hepco & Becker Koffer, ein riesiges Givi Topcase und ließ alles auf SW-Motech Halter montieren (ich bin mit den Koffern nur von der Werkstatt bis Heim gefahren, dann nie wieder). Sicher, das hätte ich auch alleine machen können, denn da ist nicht viel dabei, aber die Firma Grell, übrigens ein Honda Händler, machte inklusive Montage so ein gutes Angebot, dass ich nicht nein sagen konnte. Im Zuge der Montagearbeiten durfte ich die damals neu erschienene „CBR1000RR Rapsol Fireblade“ ausprobieren, damit mir nicht langweilig wird. Später durfte ich sogar noch die kleine CBR600RR probieren und war von beiden Motorrädern schwer beeindruckt. Besonders allerdings von der Fireblade.siebenjahremitderxjr_16

Nach der Rückkehr mit der 1000er, ich war gut eine 3/4 Stunde unterwegs gewesen, frug mich der Seniorchef, wie es mir gefallen hätte, und wie sie sich fährt. Natürlich war ich total am schwärmen. „Ein Traum von einem Motorrad, so gutmütig und einfach zu fahren. Persenbeug, hoch ins Waldviertel, Rechtskurve, innen Kapelle, volle Schräglage, 188km/h am Digitaltacho, absolut ruhiges Verhalten, ein Traum…….“. „Vollidiot“, las ich in seinen Augen, blieb aber still. Ist ja egal, was er denkt. „Die da würde ich sofort zurücknehmen“, zeigte er auf meine XJR. „Die schaut noch recht gepflegt aus“. „Würden sie das?“ frug ich grinsend. „Wenn du die Blade kaufst, sofort“. „Wundert mich nicht“, meinte ich dann so beiläufig wie möglich, „die hat nämlich nicht einmal 600km am Tacho“. Sein Kopf ruckte herum. „Die ist neu?“, platzte er heraus.  „Ja“. Damit war unser Gespräch beendet. Wir können trotzdem gut miteinander. Die haben nicht nur Honda, sondern auch eine hervorragende Fahrerausrüstung zu verkaufen, und darum sehen wir uns immer wieder.

siebenjahremitderxjr_17 Am 3. Juni 2005 war ich nach gut 25 Jahren wieder mit einem Motorrad am Großglockner. Seitdem bin ich jedes Jahr zumindest einmal, manchmal auch öfters, auf dieser schönen Hochalpenstraße unterwegs. Weder die Nockalmstraße noch die Kölnbreinsperre hatte ich je besucht, und zahlreiche Strecken, die ich zwar befuhr, von denen ich jedoch nur die Bremspunkte und die gefährlichsten Abschnitte im Schädel gespeichert hatte, sah ich jetzt mit anderen Augen, befuhr ich jetzt mit einem bisher unbekanntem Genuß. Ich hatte Zeit zum Schauen! Ich wusste plötzlich, wie schön es rundherum war!

Es dauerte allerdings nicht lange, dann hatte ich auch dieses große Motorrad im Griff, und alles schien sich, wenn auch langsam, Stück für Stück, fast unmerklich, zu wiederholen. Ich wurde immer schneller, begann bei Regen 1000er Supersportler zu jagen, die Fußrastennippel wurden immer kürzer, der Ausleger des Hauptständers immer dünner, ja sogar die Schleifspuren an den Aufpufftöpfen wurden immer größer. Bei der Pässetour 2010 begannen die Gänge unter Vollast herauszuspringen, oder das Getriebe schaltete gar nicht, wenn der Schaltvorgang zu schnell war. So gemütlich ich damit meistens auch unterwegs war, sobald sich eine Gelegenheit bot, jemand auf einem stärkeren Motorrad zu jagen, herzubrennen, tat ich das. Ich zog sehr selten den Kürzeren. Aber ich war dabei, die wunderschöne XJR zu ruinieren! „Stopp!“, dachte ich. „Bis hier her, und nicht weiter!“ Noch ist es nicht zu spät, noch ist sie nicht kaputt. Aber lange könnte das mit dieser Fahrweise nicht mehr dauern. siebenjahremitderxjr_18 Bild rechts unten: Oktober 2009 – Krumlov

Ich war die ersten paar Jahre ausschließlich mit der XJR gefahren, hatte damit fast verlernt, wie man mit einer 1000er fährt, wie man brutal fährt. Dann kam die Lust wieder. Die Lust, mit beiden Motorrädern zu fahren. Und als ich die 1000er wieder so im Griff hatte wie zuvor, war das für die XJR der reinste Horror, denn dann fuhr ich mit ihr auch nicht viel anders. Das änderte sich erst, als ich umdachte. Ich wollte nicht nur die XJR nicht ruinieren, ich wollte gar kein Motorrad mehr ruinieren. Vor allem wollte ich mich selber nicht ruinieren. Ich fand das plötzlich alles blöd und kindisch. „Ich muß nicht mein Eigentum ruinieren, mein Leben riskieren, um Spaß zu haben!“ Entweder war das der Zeitpunkt, wo ich sowas wie intelligent wurde, oder einfach nur alt?

siebenjahremitderxjr_19 Ich überholte meine treue alte FZR recht aufwändig und fand nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wieder richtig Spaß damit. Mehr sogar, als je zuvor, denn jetzt hatte ich diesen irren Drang zum Rasen überwunden. Allerdings fuhr ich noch immer schneller, als das mit der XJR je möglich wäre, und wenn ich umstieg von der FZR auf die dicke, breite XJR, dann flogen die Funken, dass es nur so ein Spaß……Nein, das war kein Spaß, das war eine Schande! So ein schönes Motorrad so zu mißhandeln, das ist eine Schande, und kein Spaß. Dafür wurde die XJR nie gebaut. Seit dieser Einsicht schleift die Elise nicht mehr. Ich hab gelernt, sie in allen erdenklichen Situationen schleifen zu lassen, und dann hab ich gelernt, sie NICHT schleifen zu lassen. Das Zweitere war härter zu lernen. siebenjahremitderxjr_20

Mit der XJR kann man tatsächlich fast alles machen. Sie ist unglaublich wendig, hat einen Lenkereinschlag fast wie ein Fahrrad, womit engste Wendemanöver möglich sind. Aufgrund der guten, angenehmen Sitzposition und des breiten Lenkers kann man praktisch jeden Rutscher abfangen. An der Ostseite des Preiner Gscheid, wo immer ein wenig Sand liegt, fuhr ich nicht nur einmal mit rutschendem Vorder- und Hinterreifen rauf, fast wie ein Dirt Tracker, und es kam kein Bisschen Streß auf. Zum Pfitscherjoch (na, nicht ganz natürlich, das ist verboten) fuhr sie sich im ärgsten Dreck wie ein Fahrrad, zum Pordiojoch rutschte sie mit dem Heck wie eine MotoGP Maschine, als die Reifen überhitzten, und auf schottrigen Almstraßen fährt sie sich so einfach, als wäre sie auch dafür gebaut worden. Sogar nach Diembach (irre Kurvenorgie in OÖ) ist sie recht flott zu fahren. Die XJR macht fast überall Spaß.

siebenjahremitderxjr_21 Schwer beladen hört der Spaß, zumindest in engen Kurven, allerdings sehr schnell auf. Dann wird sie sehr mühsam. Die wieselflinke blaue Elise mutiert dann zur dicken Berta und zieht dir nicht vom Beschleunigen die Arme lang, sondern vom Herumwuchten, und lässt in kürzester Zeit die Muskeln schmerzen. Dann hilft nur mehr eines, weg vom Gas! Rollend ist egal, wieviel man aufgeladen hat. Da fährt sie sich wieder wunderbar einfach.

Damit die Elise etwas entlastet wird, hab ich eine blaue YZF1000R dazu gekauft. Sie war die Nachfolgerin der FZR1000, mit dem gleichen Motor. Man sitzt auf ihr sehr gut, kann lange Strecken fahren. Durch ihr geringes Gewicht fährt sie sich natürlich ganz anders als die XJR. Auch, so komisch das klingt, tut mir um die Ace nicht leid, um die XJR hingegen schon. Das hatte letztes Jahr am Tonale seinen Vorteil, als ich auf die Fresse flog. Waren nur ein paar Kratzer, na und? Um die XJR hätte ich geweint.siebenjahremitderxjr_22

Was mach ich, wenn meine schöne blaue Elise, die bisher noch nie gelegen ist (auf Holz klopfe), einmal altersschwach werden sollte? Eine Neue kaufen? Die RP19, dachte ich damals, als sie heraus kam, sollte ja mit der Einspritzung zumindest sparsamer im Verbrauch sein als meine mit den Vergasern. Die Dicke kann nämlich ordentlich saufen, wenn die Umstände passen. Lange Autobahnetappen in Deutschland beispielsweise, wo man´s einmal ein paar hundert Kilometer krachen lässt, quittiert sie mit unglaublichem Durst. Wie ein Bierkutscher beginnt sie dann zu saufen, bis zur Reserve vergehen dann nur mehr 150km. Die XJR hat einen 21 Liter Tank, sollte ich vielleicht erwähnen. Ebenfalls erwähnen sollte man aber auch, dass es fast nicht möglich ist, dass sie bei wirklich schneller Fahrt nicht sauft. Man braucht sich doch nur die Stirnfläche anschauen, dann weiß man alles. Breit wie ein Eckhaus, nur nicht so windschlüpfrig.

Das witzige an der Sache ist, das der Hans, ein Freund, der die RP19 mit der Einspritzung fährt, ganz genau so viel Benzin wie ich mit dem Vergasermotor verbraucht. Dafür ruckelte meine nie, seine schon. Bis sie umprogrammiert wurde. Ein Update ist bei meiner nicht notwendig, da hält sich die Elektronik noch in Grenzen. Das fehlt mir noch. Ein Motorrad, das man regelmäßig updaten muß. Dann wird´s Zeit zum Aufhören.

Ach ja. Also, was mach ich, wenn meine XJR, die blaue Elise, einmal wirklich altersschwach wird? Kauf ich mir dann eine Neue, sofern es sie dann noch gibt? Liebe Firma Yamaha, so leid es mir tut, aber eine neue XJR will ich nicht. Dann lasse ich sie lieber generalüberholen, alles neu machen, wenn´s sein muß, aber durch eine Neue wird sie nicht ersetzt. Ihr habt die RP10 viel zu gut und zu schön gebaut, als dass ich sie ersetzen würde.

Ich will nur meine blaue Elise, und zwar FOREVER.

38 Comments »

  1. Hallo… dein Bericht liest sich wirklich klasse… fahre auch seit einem Jahr eine blaue… Gruß Frank

    Kommentar von Frank — 20. April 2012 @ 10:31

  2. Ja, die Blauen sind die Schönsten. 🙂

    Kommentar von Benzin — 20. April 2012 @ 10:39

  3. hey!! klasse bericht! ich mag deinen stil zu schreiben!! hab auch ne xjr seit einem jahr, bin jetzt 27 und vergöttere die maschine. nach einer xvs und einer gsxr1000 bin ich nun am ziel meiner suche angekommen!! xjr ist wirklich DIE maschine 🙂

    gruss marc

    Kommentar von Marc Faeh — 10. Mai 2013 @ 17:43

  4. Ja, stimmt. Die XJR ist ein wunderbares Motorrad. Hab ich erst am Donnerstag nach einer kleinen Tagestour über knapp 700km begeistert festgestellt. Das Pummelchen muß man einfach gern haben. 🙂

    Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 11. Mai 2013 @ 1:45

  5. Sehr sehr schön geschrieben

    Kommentar von Susanne — 22. Oktober 2013 @ 14:05

  6. Wunderschöner Bericht und Liebeserklärung an einen Klassiker des Motorradbaus….. Ich habe zwar erst seit ein paar Wochen meine DICKE aber bisher genug, dank leidensfähiger Freunde vom Stammi…… 😉 , Möglichkeiten eine XJR zu fahren. Nach Verkauf meiner XJ900 nunmehr mein Traum in der Garage… Ich wünsche allen, die so ein Bike besitzen weiterhin dieses „dämliche“ Grinsen nach jeder Tour im Gesicht.

    Kommentar von Brösel — 7. Dezember 2013 @ 11:57

  7. Jo. Ich glaub, das war in der Tat eine Liebeserklärung an meine Dicke. 🙂
    Inzwischen hab ich ja schon über 100 000km drauf, und immer noch dieses unbeschreiblich dämliche Grinsen im Gesicht, wenn ich absteige. LOL

    Ebenfalls schöne Grüße an alle XJR Fahrer und die, die es noch werden.
    Hannes

    Kommentar von Benzin — 7. Dezember 2013 @ 14:00

  8. So dick finde ich sie nicht und so und ich muß sagen meine idee damal war die gleiche erst wolltze ich eine z900 oder z1000
    aber die xjr ist das beste meine isz jetzt acht jahre alt und ist noch wie neu
    lg günter

    Kommentar von Günter — 2. Oktober 2014 @ 16:25

  9. Hallo Günter
    Nun ja, gar so dick finde ich sie ja auch selber nicht. Stellt man aber ein 1000cm³ Supersport Moped daneben, dann bemerkt man erst, wie groß und dick die wirklich ist. 🙂
    Ganz wie neu schaut meine jetzt nach 10 Jahren (meine Güte, wie die Zeit vergeht)und rund 105 000km zwar nicht mehr aus, aber wenn sie geputzt ist, ist sie noch immer sehr, sehr hübsch. Ich fahr sehr gerne damit und werd mich von ihr mit Sicherheit nicht trennen. Wüsste nicht, wieso ich sie ersetzen sollte.

    Wünsch Dir viel Spaß mit Deiner XJR
    Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 2. Oktober 2014 @ 17:06

  10. Hallo super Bericht hab in sehr genossen
    habe mir im September ein XJR 1300 RP06 von einen Freud gekauft 10.200 km am Tacho ,Bj.2002
    ist 7 Jahre in seiner Garage gestanden habe sie übern Winter General überholt
    Vergaser waren komplett verunreinigt.Pickerl beim Öamtc war überhaupt kein Problem
    Bin jetzt schon ein paar Kilometer gefahren und sie macht wirklich sehr viel Spaß hatte bis jetzt auch immer nur ,, Tankschlecker“
    Hab die urr freut mit da Yamschn
    Schöne Motorrad Saison
    LgFranz

    Kommentar von Bauer Franz — 8. April 2015 @ 19:31

  11. Na, dann viel Spaß mit der dicken Berta.
    Wenn ich dir einen Rat geben darf, montier einen neuen Satz Michelin Pilot Power. Die ganz gewöhnlichen ohne 2CT tun’s vollkommen. Aufgrund ihrer spitzen Konstruktion machen die die XJR zum Fahrrad. Nur gegen Verschleißgrenze werden sie sperrig. Aber bei dem Preis schmeißt man sie dann einfach weg und lässt einen neuen Satz montieren.
    Gummi immer unten!

    Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 9. April 2015 @ 8:09

  12. Eine schöne Liebeserklärung, ich fahre meine kleine sechs Jahre. Nicht ganz so viele km 70.000.
    Auch ich würde sie nie wieder hergeben.Mein Grinsen ist bestimmt sehr dämlich,wenn ich absteige und meine „Kleine“streichle und sage“gut hamas gmacht 🙂
    Als altes Mädchen immer ein hingucker

    Grüßle Ella

    Kommentar von Manuela — 19. Mai 2015 @ 10:54

  13. Ich kann’s dir nachfühlen, Ella.
    Ja, die XJR ist kein Modekracher, der heute hochgejubelt und morgen vergessen ist, wie so viele andere. Es ist einfach ein so zeitlos schönes, in allen Lagen so gut und angenehm zu fahrendes Motorrad, dass man es als begeisterter Motorradfahrer einfach lieben muß. Sofern man körperlich einigermaßen dazu passt, denn klein ist sie nicht gerade. 🙂
    Heuer im Oktober werden es schon 11 Jahre, und es hat sich nichts geändert. Erst vor ein paar Tagen bin ich wieder mit diesem dämlichen Grinsen abgestiegen und hab sie gestreichelt. LOL

    Grüße Hannes

    Ps.: Die neue XJR wurde leider der Mode angepasst, und darunter hat ihre zeitlose Schönheit leider sehr gelitten, finde ich.
    Ich finde das schade.

    Kommentar von Benzin — 20. Mai 2015 @ 6:20

  14. Eine wunderschöne Liebeserklärung zur RP10. Ich fahre seit 10 Jahren und 4 Monaten eine in schwarz. Bis auf eine kleine Windabweiserscheibe und eine Vergrößerung des Endtopfdurchmesser’s auf 38 mm keine Veränderungen. Sie ist zu schön, um angepasst werden zu müssen. Doch in diesem Sommer hatte ich schon Tränen im Auge. Ich ahnte eine Trennung für immer und merkte, wie weh der Gedanke tat. Was war passiert?
    Der Rahmen unter dem Soziusplatz, genau hinter der Schloßbrücke der Sitzbankverriegelung war auf beiden Seiten gebrochen. Durchgebrochen. Und das lag nicht am evtl. Übergewicht des Sozius!
    Ich habe sie schon auf dem Schrottplatz gesehen, bzw. Eine extreme Rechnung für einen neuen Rahmen.
    Doch es gab einen, der Schweißen kann. 2 starke Vollstahlstangen in die Verrohung eingelegt und alles wieder zusammengefügt. Sei wohl ein planbarer Bruch gewesen, meinte der Dok. Jetzt kann ich endlich wieder beim Fahren grinsen. 😉

    Kommentar von Thomas — 14. September 2015 @ 8:49

  15. Servus
    Komisch, ich hab vor Jahren von solchen Brüchen gelesen, aber noch keinen in Original gesehen, dabei kenn ich einige XJR Fahrer. Diese Brüche sollen aber alle in Verbindung mit der Montage großer Topcase passiert sein. Na gut, dass sich das reparieren ließ! Wäre schade um die Dicke.
    Aus den sieben Jahren sind bei mir ja inzwischen schon elf geworden. 10 Jahre und 11 Monate, um genau zu sein. Vorgestern hatte sie 110 990km am Tacho. Heute sind es schon wieder mehr. Keine außergewöhnlichen Probleme zu melden. 🙂

    Grüße und noch viel Spaß mit der XJR
    Hannes

    Kommentar von Benzin — 14. September 2015 @ 15:27

  16. moin moin und guten Tag aus Lengede,
    toller Bericht, kann dem nur zustimmen.
    fahre ne schwarze (mein black beauty) RP06 mit Zahnriemenumbau und bisslerl Technikgespiele
    das mit dem übern Tank streicheln mach ich auch (manchmal wird etwas verwundert geschaut??!!) und hergeben werde ich sie wohl auch nicht mehr
    werde bald 60 und mit ihr in Rente gehen
    Schrott- und Polizeifreie Saison, m.f.G. Frank

    Kommentar von Frank, Schommi — 20. Mai 2016 @ 17:55

  17. Hallo Frank
    Offenbar ist das mit dem über’n Tank streicheln gar nicht so ungewöhnlich. Erst vor kurzem ist mir aufgefallen, dass das der Casey Stoner nach seinem Sieg 2009 in Phillip Island bei seiner Duc auch gemacht hat. Der Rossi hat es bei der Yamaha auch schon gemacht. Machen scheinbar alle Knallköpfe, die mit ihrem fahrbaren Untersatz besonders zufrieden sind. Ein Außenstehender muß das nicht verstehen.
    Bis zur Pension hab ich noch 9 Monate. Ich werd also auf jeden Fall mit meiner blauen Lisl in Pension gehen.
    Die XJR ist nicht die Schnellste, nicht die Stärkste, aber sie hat was, was nur wenige Motorräder haben. Vielleicht ist es Charme, wie bei einer besonderen Frau.

    Schöne Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 21. Mai 2016 @ 6:09

  18. DLzG aus Hannover

    Habe schon länger mit dieser Dicken geliebäugelt.Fahre eine Suzi GSX 750AE. Feines Mopped. Durch Zufall finde ich auf Autoscout eine schöne blaue Lady. Hin zum Händler, angeschaut, sofort verliebt. Ausgiebige Probefahrt gemacht, bin begeistert von diesem Gefährt. Tja was soll ich euch sagen. Seit gestern ist sie meine. Freue mich auf eine lange Beziehung mit ihr.

    Kommentar von Harti — 14. Juli 2016 @ 3:15

  19. Dann wünsch ich viel Freude damit. Einer langen Beziehung steht bestimmt nichts im Weg. Bei mir sind es inzwischen 12 Jahre und rund 120 000km.
    Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 14. Juli 2016 @ 8:52

  20. am monatag mit meiner xjr 1300 , meinem Ghostrider in schwarz bj 2013 in die großen Karpaten nach Slowakei und bis in die Ukraine, es wird so geiill hoffentlich hält das wetter dass ich auch Stoff geben kann

    Kommentar von Hagen — 6. August 2016 @ 9:37

  21. Dann wünsch ich gute Fahrt und schönes Wetter.
    MfG Hannes

    Kommentar von Benzin — 6. August 2016 @ 10:18

  22. Ja, so isses, ich fahre meine blaue RP 06, Bj. 2002 jetzt in der 15. Saison.
    Von Trondheim bis Gibraltar, von Nordschottland bis Sizilien, von Brest bis Riga, Alpen, Pyrenäen und Sierra Navada, oder einfach Norddeutschland – nie hat mich die XJR im Stich gelassen. Die Ersatzteil-Bilanz nach fast 150.000 Km:
    1 Dichtsatz Kupplungsnehmer, 2 Bremslichtschalter Vorderradbremse, 1 Hinter-Radlager, 2x Dichtsatz Benzinhahn, Gabelsimmeringe und Staubkappen bei 135.000 Km.
    Dazu die üblichen Verschleißteile: 15. Reifensatz, 5. Kettensatz. 4.Satz Bremsbeläge, 2.Batterie. Die erste hielt (nur) 9 Jahre
    Ansonsten noch vorsichtshalber oder zusätzlich gespendet: V-Max-Spiegel (die originalen sehen einfach scheiße aus), Wilbers-Federn für die Telegabel, Kupplungsreiblamellen bei 95.000, alle Radlager bei 90.000, Heizgriffe und elektronischer Kettenöler (einfach klasse!), Sitzbank neu gepolstert bei 120.000, ach ja, Kabeltuning -106 PS- und Stahlflexleitungen 2004. Ein bischen Zierkram, Gepäckträger und wenige Chromteile.
    Alles selbst geschraubt. Ventile einstellen alle 30:000 – sonst kennt mich die Werkstatt nur vom TÜV. Doch, die Glühbirnensitze habe ich mal gereinigt.
    Tja, als Saisonfahrer stelle ich sie gut gereinigt Anfang November in die Ecke der trockenen Garage, Decke drüber und Winterschlaf. Am 1. März; Decke weg, Schlüssel rein, 3-4 x starten und sie läuft. Was will ich mehr? Den ganzen elektronischen Krimskrams können die Hersteller getrost behalten. So ist sie nun für mich noch immer, bildschön, puristisch, zuverlässig, stark im Auftritt, wendig und agil, wenn du willst und absolut reisetauglich. Bald gibt es sie nicht mehr – bei mir steht schon eine Zweite, ebenso blaue RP 06, die 100.000km weniger runter hat. Der Tuningsatz wartet auf seinen Einbau. Das sollte für meine verbleibenden Jahre reichen.

    Kommentar von Karsten — 19. September 2016 @ 23:44

  23. Freut mich, dass du auch so zufrieden bist.
    Ich war erst vor zwei Wochen wieder damit beim Glockner. 670km und sechs Pässe an einem Tag. 12 Jahre ist meine Liesl jetzt alt und hat rund 117 000km drauf. Ich weiß, wann ich Öl gewechselt hab, ich weiß, dass sie kein Öl braucht, ich setz mich einfach drauf und fahr los, egal wohin. Und nicht nur das. Sie ist für mich noch immer, nach all den vielen Jahren, eines der schönsten Motorräder, die je gebaut wurden. 🙂

    Schöne Grüße und noch viel Freude mit deiner XJR
    Hannes

    Kommentar von Benzin — 20. September 2016 @ 7:45

  24. Sehr schöner Bericht, machte Freude ihn zu lesen. Nachdem ich nach vielen Jahren zu dem Schluß kam, dass mein letztes Motorrad nicht zu mir passt, müsste ein neues her. Naked war klar und als Honda Fan stand die aktuelle CB1100 schon fast fest. Letztendlich störten mich aber doch einige Details (Speicheräder, 180kmh Abregelung u.a) und nach einem Vergleichstest CB1100/XJR1300 war klar, dass es eine XJR wird. Es ist eine aktuelle RP19 mit schwarzgelben Tank geworden. Das schwarze Ofenrohr wurde durch etwas eleganteres ersetzt und der Kennzeichenhalter ebenso. So ist sie perfekt für mich. Ein Motorrad, dass quasi alles kann, aber nicht muss. Es lädt ein zum genussvollen Dahingleiten mit der Gewissheit jederzeit genügend Power durch einen kleinen Dreh am Gasgriff erwecken zu können. Fahrspass pur.

    Kommentar von Uli — 23. Januar 2017 @ 10:23

  25. Die CB1100 würde mir auch gefallen. Die Drahtspeichenräder wären für mich kein Ausschlußgrund.
    Was Yamaha aus der XJR gemacht hat, gefällt mir leider nicht mehr besonders. Die Veränderungen wie der kleine Tank, die Sitzbank, das Ofenrohr usw. stören mich persönlich so sehr, dass ich von einem weiteren Neukauf Abstand nehmen werde. Es ist noch immer ein hübsches Motorrad, aber leider nicht mehr ganz die XJR, die ich so liebe.
    Wünsch Dir viel Spaß mit deiner.
    MfG Hannes

    Kommentar von Benzin — 24. Januar 2017 @ 7:45

  26. Meine Neue Alte 1200er ist laut Kaufvertrag „mehrheitlich blau“ Na ja, stimmt ja auch irgendwie.
    Ich brauchte einfach wieder ein Big Bike. Fahr nach meiner 1200 ZRX die ich in irgeneinem Wahn verkauft hatte, lauter zwar gute aber charakterlose Mopeds…… richtig bayrische aus Berlin. Die ganzen Jahre bin ich auf´m Mopedtreff immer noch zu den Big Bikes gegangen und hab sie wehleidig angeschaut. Und für jeden der mich kannte war ich auch nach 10 Jahren BMW immer noch der, der die ZRX hatte.
    Jetzt lief mir so eine XJR über den Weg. 20 Jahre alt, toll gepflegt und fast alles noch original. 3 bis 4 Stunden polieren und ich bin dann nicht mehr der mit der ZRX sondern der mit der XJR.
    Die BMW Dealerin wollte mir unbedingt eine „nachgemachte Alte“ aufschwatzen. Die stehn in der Zwischenzeit aber genau so häufig rum wie die GSen. Musst am Treff nen Wimpel anbringen damit du sie wieder findest. Da fahr ich doch lieber einen echten Retro.
    Wenn man so von einer GS umsteigt bemerkt man erst wieder, dass so ein Eisenschwein gefahren werden will. Man merkt auch wieder was für ein tolles Stück Maschinenbau solch ein japanischer 4 Zylinder ist, man merkt wieder wie weich ein Vergasermotor läuft. Der Sound der 2 Auspuffe ist genial. Für die Nachbarn nicht zu laut- dafür aber mit viel Charakter.
    Ich fahr die GS trotzdem noch, aber nur noch auf Tour. Die XJR ist für:“dohanna rum!“ und zum schrauben und polieren.
    Bis dann
    irgendwann

    Kommentar von Hartmut — 15. März 2017 @ 17:21

  27. Jo. Die XJR ist eine echte Retro. Die originalste Z1000, die man die letzten 20 Jahre noch kaufen konnte.
    Genau darum behalt ich meine blaue Lisl und dazu kommt noch eine Moto Guzzi, weil die V2 aus Mandello del Lario hat selbst mit Bj.2017 noch eine Seele. 🙂

    Bis dann irgendwann…………..

    Kommentar von Benzin — 16. März 2017 @ 7:05

  28. Hey,

    Du hast es super umschrieben und kann nur meinem Freund dazu raten, sich eine XJR 1300 zuzulegen. Deine Umschreibung zu dem Krad ist besser wie jeder andere Test. Danke dafür.

    Ich selbst habe eine FJR RP 13 und bin voll zufrieden.

    Dir alles gute

    LG. Burkhard

    Kommentar von burkhard — 4. September 2017 @ 0:11

  29. Danke Burkhard
    Eine gut behandelte XJR ist jederzeit empfehlenswert! Ein super Motorrad.
    Jetzt hab ich schon 125 000km drauf und bin noch immer zufrieden. Erst im Juni hab ich mich einfach drauf gesetzt und bin in drei Tagen 1800km gefahren. Hat Spaß gemacht. Allerdings wäre eine FJR bei dieser Tour auch recht angenehm gewesen. Gefällt mir ebenfalls sehr, sehr gut. Besonders in blau. 🙂

    Schöne Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 4. September 2017 @ 8:45

  30. Hallo zusammen,
    Bin 59 Jahre alt und habe im September meinen Führerschein gemacht.
    Habe im Netz nach allen möglichen Motorrädern geguckt.
    Gefallen hat mir nur eine wirklich, die xjr rp 10 in schwarz.
    Habe in kürzester Zeit fast 3000 km hinter mich gebracht.
    Meine Entscheidung für die xjr werde ich nicht bereuen. Freue mich schon jetzt
    auf die nächste Tour.
    Mfg Heinz

    Kommentar von Heinz Stubbe — 12. November 2017 @ 11:51

  31. Hallo Heinz
    Gratuliere zur XJR. Sie ist in der Tat eine toll zu fahrende, wunderschöne Maschine und technisch, mit etwas Verstand behandelt, nahezu unverwüstlich.
    Ich wünsch Dir noch viel Spaß bei deinen Touren. Vielleicht sieht man sich ja irgendwann, irgendwo in Europa einmal.
    Schöne Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 13. November 2017 @ 11:16

  32. Hallo hannes hab nun fast alle deine Blocks gelesen
    Daher Zeit mal hallo zu sagen
    Du hast ne sehr unterhaltsame Art zu schreiben

    Kommentar von Anonymous — 14. Dezember 2017 @ 20:27

  33. Hi, es gibt dem geschriebenen nicht viel hinzuzufügen. Sie fährt halt und lässt dich nie im Stich!
    Hab meiner Dicken seit 2002 (RP06) auf 157.000 km fast ganz Europa gezeigt.
    Es scheint auch ihr gefallen zu haben 🙂 Sie hat nie rumgezickt!
    Ein bisschen habe ich sie getunt: per Kabel hat sie nun 106 PS
    ein bisschen Pflege kriegt Sie regelmäßig; man kann ja alles noch selbst schrauben
    ein paar Verschleißteile waren fällig; Radlager und Bremsbelege (die Bremsscheiben vorne sind noch original)
    dazu ein Satz Reifen pro Saison. Auch ja, beidseitig musste ich den Auspuffsammler schweißen – hält seit 70.000 km 🙂
    Schön ist Sie immer noch! Etwas Patina darf sein. Ich mag sie immer noch und bleibe ihr treu.
    Karsten aus SH

    Kommentar von Karsten — 5. Juli 2018 @ 23:36

  34. Servus und danke für Deinen Beitrag.
    Der Sammler war bei mir letzten Herbst auch kaputt. War an einer Stelle durchgerostet vom Salz, weil ich auch ab und zu im Winter fahre. Ansonsten ist alles bestens in Ordnung. Momentan hab ich so um die 130 000km drauf, Tendenz steigend. 🙂
    Wünsch Dir noch viel Spaß mit Deiner XJR
    Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 7. Juli 2018 @ 19:59

  35. Vielen Dank für den schönen Bericht.Meine Zeit mit einer RP10 fängt erst an. Bin gespannt 🙂

    Kommentar von René aus Berlin — 30. Juli 2018 @ 23:17

  36. Na, dann viel Freude damit. Meine ist jetzt 14 Jahre alt und hat 130 000km drauf. Keine Probleme.

    Kommentar von Benzin — 31. Juli 2018 @ 6:52

  37. Moin, selten so einen unterhaltsamen Block vorgefunden! Nachdem ich 11 Jahre eine Sevenfifty gefahren bin, kam als Nachfolger nur ein ähnlich gut aussehendes Bike in Frage. Aufgrund einer Empfehlung fuhr ich Ende Juli zum BMW- Händler in PB und da stand sie in Ihrer ganzen Pracht. Eine schwarze, metallic lackierte XJR 1300 RP 10 aus 2004, mit 43 TKm, Öhlinsfahrwerk und Bagsterbank. Unglaublich wie der Vorbesitzer seit 2004 das Riesenbaby gepflegt hat. Selbst die Originalkette hängt seit 2004 an dem Bike. Allerdings macht es bei Temperaturen über 25 Grad keinen Spass mit einem Radiator zwischen den Beinen in der Gegend zu cruisen. Muss mich noch an die verhaltene Fahrweise gewöhnen – wird mir gelingen – mit 59 Jahren. Erfreue mich immer wieder über den Anblick und die angenehme Sitzposition. Streicheleinheiten gehören dazu, wie das Polieren der Chromteile u. polierten Felgen. Sobald ich eine mehrtägige Tour gefahren bin, werde ich nach berichten. Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, wie man die Fußmassage an den Fußrasten abstellen kann!!? Allen eine gute Fahrt & interessante Gespräche während der Pausen, in denen man überall von ehemaligen Bikern klassischer Bike’s angesprochen wird, weil’s halt etwas besonderes ist, einen nackten „VIERZYLINDER“ präsentieren zu können.

    Hans-Peter aus dem schönen Sande am Lippesee

    Kommentar von Hans-Peter Tölle — 17. August 2018 @ 16:37

  38. Servus Hans-Peter
    Freut mich, daß wieder einer der schönen XJR verfallen ist.
    So schlimm finde ich die Hitzeabstrahlung der XJR gar nicht. Bei einem Supersportler kommt es zumindest genau so heiß aus der Verkleidung raus.
    Ich spür auch keine unangenehmen Vibrationen an den Fußrasten. Vor allem im Vergleich zu meiner Guzzi ist das gar nichts. 🙂
    Wünsch Dir viel Freude mit der XJR und unfallfreie Fahrten

    Grüße Hannes

    Kommentar von Benzin — 19. August 2018 @ 6:56

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