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13. Juni 2024

2024- 06. 13. Gaming / Reit-Ahorn 1178m (Reitkogel-Wildahorn)

Filed under: Bergwelten - Wanderungen und Ausflüge — Schlagwörter: , , , , — Benzin @ 22:14

Nach tagelangen, teilweise massiven Regenfällen mit Temperaturen, die einem (sehr) frühen Frühling zu Ehre gereicht hätten, gingen wir endlich wieder auf Wanderschaft. Wir wussten, daß wir erst spät wegkommen würden und suchten uns deshalb ein Ziel aus, daß wir kannten, das in der Nähe liegt und das uns eine schöne Aussicht bietet. Etwas, um nach dem tristen Regengrau die Seele zu erfreuen und den Körper auf neue Taten vorzubereiten. So kam mir das Reit-Ahorn bei Gaming in den Sinn, das wir zuletzt am 10. 11. 2022 bei Regenwetter besuchten und daß diese Ansprüche erfüllt. Eine Wanderung auf Waldwegen und Forststraßen mit tollen Ausblicken und als Krönung kurz vor der Rückkehr den Schleierfall, ein 20m hoher Wasserfall unweit der (nicht mehr vorhandenen) Polzbergmühle.

Tiefster Punkt: Polzbergmühle am Neudeckbach 539m
Höchster Punkt: Reit-Ahorn 1178m
Höhenunterschied gesamt: rund 800Hm
Streckenlänge: rund 15km
Wetter: Bewölkt bei 13°C am Ausgangspunkt

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Geländeübersicht auf Mapy.cz mit GPS-Track

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opentopomap mit GPS-Track

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Austria Maps neueste Version mit GPS-Track

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Daten von Garmin Basecamp

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10 Uhr beim kleinen Parkplatz an der ehemaligen Polzbergmühle am Neudeckbach. Wir machen uns für die Wanderung fertig.

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Bei 13°C haben wir unsere Westen angezogen, die Gamaschen, die wir für dreckige Verhältnisse mitgenommen hatten, ließen wir allerdings im Auto zurück.

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Karte von 1880 mit GPS-Track. Hier ist am Ausgangspunkt die Polzbergmühle eingezeichnet und das Reit-Ahorn heißt noch “Reitkogel – Wildahorn”

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Karte von 1910. Statt Reiterkogel-Wildahorn heißt es nur noch Reitkogl. Das bleibt so bis zur Kartenausgabe 1960

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Karte von 1960. Ab dieser Ausgabe fehlt die Polzbergmühle in den Karten und der Reitkogel heißt nun “Reitkogel (Wildahorn)”

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Ab der Kartenausgabe 1980 wird der alte Name “Reitkogel-Wildahorn” zu Reit-Ahorn zusammengefasst.

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10:10 Uhr. Los geht’s.

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Der Weg ist über weite Teile recht einfach zu finden. Obwohl es zum Reit-Ahorn keinen markierten Weg gibt, kann man dem markierten Kartäuserpfad, der nach Lackenhof führt, vom Parkplatz bis kurz vor Dachsbach folgen.

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Gleich am Anfang versucht sich ein kleiner Kollege an uns anzuhängen. Wir geben alles, um ihn abzuhängen und gewinnen.

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Nach drei Minuten, wir umwandern nur eine Rechtskehre, zweigt der Steig steil nach links in den Wald ab.

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In diesem Teil begleitet uns das Rauschen des Fallbach, der, vom Schleierfall kommend, unten in den Neudeckbach fließt.

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Wir haben Zeit und für Sonja eröffnet sich ein Fotoparadies

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Schon nach 13 Minuten haben wir den Abzweig zum Wasserfall erreicht. Besuchen werden wir diesen aber erst im Abstieg.

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Wir erreichen eine alte, verwachsene Forststraße, bei der unser Aufstiegsweg nochmals nach links oben abzweigt.

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Soweit es Steige und Straßen betrifft, sind am gesamten Weg keine Schwierigkeiten oder Hindernisse zu bewältigen. Solche “Umfälle” wie hier sind ausgeschnitten.

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Man muß nicht sehr aufmerksam sein, um hier Schönheiten der Natur zu finden. Man findet sie praktisch überall.

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10:48 Uhr. Dritte und letzte Querung einer verwachsenen, alten Forststraße.

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Nicht mehr weit bis zur Polzbergkapelle

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10:53 Uhr. Wir haben die Forststraße bei der Polzbergkapelle erreicht. Immer wieder fasziniert mich dieses alte Blechschild etwas versteckt bei einem Baum.

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Mich wundert, daß es noch niemand geklaut hat.

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Noch ein paar Meter, dann sind wir bei der Polzbergkapelle

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Am Weg zur Kapelle ein Blick nach rechts (Südwesten). Links die nordwestlichsten Ausläufer des Schindelberg und dahinter in Bildmitte der Hetzkogel beim Lunzersee.

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In Gehrichtung links (Nordosten, also von dort, wo wir hergekommen sind) hat man folgenden Ausblick: Rechts hinterm Mast der Gamingstein, links daneben der Dreieckberg und links dahinter der Runzelberg.

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Achtung, liebe wandernde Rindsviecher. Bitte Abstand von den Weidetieren halten. Einer Kuh mit einigen hundert Kilo Lebendgewicht hast du nix entgegenzusetzen.

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Polzbergkapelle

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Der Weg nach Lackenhof ist immer gut beschildert.

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Rückblick nach Nordwesten zum Föllbaumberg

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Unglaubliche Blumenpracht

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Marterl mit Jagdhaus im Hintergrund. Diese Gegend trug bis zu den Karten des Jahres 1930 den Flurnamen Oberpolzberg, 1930 waren auch die beiden Gebäude schon kartographiert. Ab der Karte von 1960 hieß es Polzberg (ab dann ist auch die Polzbergkapelle kartographiert), das gezeigte Marterl war schon eingezeichnet, ab dem Kartenmaterial von 2000 fehlt die Flurbezeichnung völlig.

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Karte von 1930

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Nach Polzberg sind wir in einem weiten Bogen ungefähr der Starkstromleitung gefolgt. Hier ein Rückblick.

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In unserer modernen, grünen Welt wachsen keine Bäume mehr, hier wächst Nachhaltigkeit! Für den Wald von morgen. Alter Vater, Grüne Propaganda schon mitten im Wald.

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Die Forststraße führt hier in einem scharfen Linksbogen etwas abwärts und dann durch den Wald zum Polzberg hinauf. Entlang dieser Straße werden wir vom Reit-Ahorn wieder hierher absteigen. Wir folgen jetzt auf einem Feldweg weiter dem Kartäuserweg.

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In einem kurzen Waldstück stehen einige große, knorrige, alte Bäume, die ich immer wieder bestaune.

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Altes Wegkreuz

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Waldorf & Statler

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Auch das Wegkreuz (oben) und der Bildstock (hier im Bild) haben eine bewegte kartographische Geschichte. Auf der Karte von 1910 sind klar zwei Kreuze zu erkennen, 1930 meint man hingegen nur das Kreuz im Wald zu sehen. In der Karte von 1960 sind weder Kreuz noch Bildstock zu sehen, 1980 nur der Bildstock und ab den Karten von 2000 aufwärts wieder Kreuz und Bildstock.

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Blick über Dachsbach zum Ötscher und zum Ötscher Schutzhaus (aber nur in der freien Natur erkennbar, nicht am Foto)

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Man könnte von hier aus runter nach Dachsbach und bis zum Reitbauer (offenbar der Namensgeber des ehemaligen Reitkogel) gehen und dann über eine Forststraße (blaue Punkte) zum Reit-Ahorn aufsteigen. Das tun wir aber nicht. Wir biegen unweit der Kuppe in eine etwas verwachsene Forststraße ab und gehen mit schönem Ausblick zuerst einmal bis zu einer Jagdhütte.

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Dort vorne beim Mast zweigt die Straße ab, auf der wir bis zur Jagdhütte aufsteigen. Vor uns ist auch schon das Reit-Ahorn zu sehen. Schaut eher wie ein Kogel aus als wie ein Horn und darum war es früher wohl auch ein Kogel. Ja, ja, ich weiß, daß Ahorn kein Horn ist, aber es liest sich so.

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Schon beim Bildstock war die Aussicht recht gut, aber hier wird sie von Höhenmeter zu Höhenmeter schöner, um nicht zu  sagen grandioser. Vor allem, wenn man all diese Berge gut kennt. Im Hintergrund die Scheibe, der nördlichste Punkt vom Kamm zum Dürrenstein.

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Wir erreichen offeneres Gelände

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Beim Höhersteigen kommen wir an einem recht fest gebauten Jagdunterstand vorbei …

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… und genießen wieder die tolle Aussicht.

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12:20 Uhr. Wir haben die Schlüsselstelle der Tour passiert, die Jagdhütte, bei der man nicht abbiegen darf, wenn man zum Reit-Ahorn will. Man käme dort zwar bis zu einem Winkel mit Quelle, dort ist dann aber Schluß im Gestrüpp. Wir haben das schon einmal probiert und sind kläglich gescheitert.

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An der Jagdhütte vorbei steigen wir genau eine Etage höher bis zur nächsten weiten Linkskehre.

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Bei besagter Linkskehre biegen wir rechts in einen alten Weg, der scheinbar auch schon von schweren Maschinen (Harvester) befahren wurde. Wir folgen der am deutlichsten erkennbaren Spur aufwärts.

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Rückblick

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Wir folgen nicht dem obersten Wegteil, weil mir der im Endstück zu verwachsen ausschaut, sondern wir halten uns gefühlsmäßig (und aus Erfahrung) rechts. Dort folgen wir den Spuren bis zum Ende. Wo der verwachsene Weg endet, ist auf der anderen Seite im Wald eine Forststraßenkehre erkennbar. Diese Kehre steuern wir durch’s Gemüse an.

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Wir müssen ein kurzes Stück einen steilen, verwachsenen Hang queren, was nicht all zu schwierig ist. Kurz, bevor das Gelände deutlich verflacht, finden wir noch einen alten Drahtzaun, den wir übersteigen müssen.

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Schwammerl gibt es hier auch zur Genüge. Aber auch Schnecken.

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Und schwupp die wupp sind wir schon bei der Kehre der Forststraße. Jetzt haben wir uns eine ganz schöne Strecke erspart.

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Nach einer längeren Querung kommen wir zu einer Linkskehre, wo man auf keinen Fall rechts auf diesen Waldweg abzweigen darf. Die ist in vielen Wanderkarten nicht eingezeichnet und führt genau südlich unterm Reit-Ahorn ins Nirvana.

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Langsam kündigt sich das Ende unseres Aufstieges an.

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Der Blick nach links (Südwesten) bietet eine Schau bis ins Gesäuse rein.

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Im Hintergrund der große Bogen von der Scheibe über den Scheiblingstein bis zum Hetzkogel, der den Lunzer See umringt.

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Dort, wo die Straße (etwas verwildert) wieder nach unten abkippt zweigen wir etwas steiler nach rechts oben zum Endanstieg ab.

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Jetzt ist nicht mehr viel Berg über uns.

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Wir haben die Weide am Reitkogel erreicht. Hinter uns eine Jagdhütte und einige Kühe, die friedlich im Gras liegen und wiederkäuen.

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Jetzt noch ein kleines Stück …

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… zum neuen Weide- oder Almkreuz …

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… und daran vorbei in den südlichsten Winkel der Alm, …

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… wo das alte Kreuz steht.

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Ausschnitt der Karte von 1880. Schon hier ist eindeutig ein Kreuz eingezeichnet.
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Auf den Karten ab 1960 ist seine Position deckungsgleich mit seinem heutigen Standort im letzten Eck der Almwiese.

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13:10 Uhr. Waldorf & Statler am Reitkogel – Wildahorn 1178m

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Natürlich wissen wir nicht, wann dieses Kreuz hier aufgestellt wurde, wie alt es ist. Es ist schwer vorstellbar, daß es das Kreuz von 1880 sein könnte. Es ist aber das einzige Kreuz hier, das mich interessiert. Wegen diesem Kreuz bin ich wieder gekommen. Das hat nichts mit Kirche zu tun, sondern ein wenig mit meiner ersten Wanderung hierher. Damals musste ich ein wenig suchen, bis ich es hier im letzten Winkel der Alm fand. Ich mag dieses abgelegene, einsame Platzerl mit dem Kreuz einfach.

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Aber wir müssen auch wieder gehen. Sonja findet beim Rückweg wieder ein paar Sachen.

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In der Nähe des neuen Almkreuz von 2020 (kein Gipfelbuch!) lassen wir uns zu einer gemütlichen Rast nieder.

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Momentan haben wir rund 18°C. Wir ziehen uns frische, langärmelige Leibchen und die Westen an und …

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… hängen die nasse Wäsche zum Trocknen auf.

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Im Hintergrund der Ötscher.

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Mahlzeit

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13:45 Uhr. Rückkehr zur Jagdhütte. Man könnte dann einfach links hinter der Hütte vorbei gehen und weiter bis zum Stierhaltkogel. Genau das haben wir am 20. Juli 2021 gemacht. Damals sind wir so wie heute aufgestiegen, dann rüber zum Stierhaltkogel und über Schneegrübl und Neudeckgraben zurück zum Ausgangspunkt.

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Der Rückweg ist einfach. Vom Reiterkogel runter zur Forststraße, auf der wir raufgekommen sind, dann nicht links runter, sondern dem Weg rechts folgen, bis man auf eine weitere Forststraße trifft, die von rechts oben (vom Polzberg) kommt. Dort links und dann immer dieser Straße folgen ohne abzubiegen, bis man unten bei einer Wiese raus kommt, die man schon kennt.

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Der Weg ist teilweise schon recht zugewachsen. Einmal kommt man an eine Stelle, wo man gradeaus und auch rechts gehen kann. Rechts erkennt man ein etwas schiefes Holztor. Da muß man durch und dann links weiter.

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Da hinten ist der etwas verzwickte Abzweig mit Holztor. Es ist hier und jetzt saukalt. 11°C zeigt mein Thermometer. Wir sind froh, daß wir die langärmeligen Leiberl (Merino) und die Westen angezogen haben.

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Auch hier beim Abstieg immer wieder eine wunderschöne Aussicht. Scheibi und Hetzkogel

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Blick ins Gseis nei

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An dieser Jagdhütte da oben sind wir am 4. April 2023 am Weg zum Polzberg vorbeigekommen.

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In meinen Augen ein grandioser Blick über den Schwarzen Ötscher zwischen Saurüssel (links) und Alpl (rechts) hindurch zum Zwieselberg.

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Hier nochmals in leichtem Zoom

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Schönheiten nah und fern.

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Je weiter man absteigt, desto weniger wird allerdings die Aussicht. Liegt in der Natur der Sache.

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Das sind nur Zeughütten

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Jetzt sind wir wieder auf der Straße, auf der wir im Aufstieg bei der Kehre gradeaus über die Wiese unter der Starkstromleitung in den Wald gingen.

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Zurück im ehemaligen Oberpolzberg

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Nun liegt der Föllbaumberg vor uns.

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Blick ungefähr in Richtung Grubberg

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Bei der Polzbergkapelle rasten wir nochmals ausgiebig.

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Blick am Gamingstein vorbei zu Dreieckberg und Runzelberg

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15:37 Uhr. Der Finale Teil unserer Wanderung beginnt.

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Zwei Minuten später die erste Straßenquerung

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Blick zum Fadenauberg

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15:54 Uhr. Abzweig …

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Der Steig zum Wasserfall ist nur recht kurz

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Schleierfall

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Und jetzt schreiten wir zum Finale

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Das Kreuz da oben dürft neu sein. Keine Ahnung, was es bedeutet bzw. wofür es steht.

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Zurück bei der Kreuzung und jetzt rechts runter.

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16:16 Uhr. Nach sechs Stunden sind wir zurück am Ausgangspunkt. Jetzt ziehen wir uns komplett um, fahren nach Gaming zur Tankstelle und trinken einen Kaffee und dann fahren wir Heim und kochen uns was gutes. Also dann bis zum nächsten Mal, irgendwann und irgendwo in den Weiten dieser schönen Welt.

23. Mai 2024

2024. 05. 23. Gams bei Hieflau / Krautgraben / Stangl 1592m

Nach ausgiebigen Wanderungen im Ybbs- und Ennstal hat es uns am Donnerstag nach Gams bei Hieflau verschlagen. Der Stangl 1592m, in den westlichen Ausläufern des Hochschwab gelegen, war unser Ziel. Als leichter Skitourenberg im Winter bekannt, ist er im Sommer ein eher einsamer Gipfel. Zahllose Male fuhr ich an ihm vorbei, ohne ihn zu beachten. Seine äußerst abweisend steile Nord- und Nordostflanke kannte ich vom Vorbeifahren, nicht aber seinen Namen. Aufmerksam wurden wir erst bei einer Grenzkammwanderung am nordöstlichen Ende des Gamsstein, am Scheibenberg. Bei dieser Grenzsteinsammeltour bot sich am Zinken 1400m ein herrlicher Durchblick zwischen Mendlingstein und Falken auf die andere Seite der Salza, und genau dort sahen wir steile Rinnen, von denen wir nicht wussten, zu welchem Berg die gehören.

Erst daheim, mithilfe von Satellitenbildern und Karte, konnten wir bestimmen, um welchen Berg es sich handelt. Stangl 1592m. Noch nie gehört. Schnell hatten wir jedoch herausgefunden, daß sich dieser Stangl aus dem Krautgraben heraus recht einfach besteigen lässt und genau so schnell hatten wir für diese Besteigung eine Route zusammengestellt. Jetzt fehlte nur mehr der richtige Moment für diese Tour.

Sonja hatte am Donnerstag Zeit, aber wohin ich beim den Wettervorhersagen auch schaute, überall spätestens zu Mittag Regen. Nur im Raum Gams bei Hieflau tat sich ein Fenster auf, in dem es erst am späten Nachmitttag oder am Abend regnen sollte. “Gehen wir auf’s Stangl!” war unser Beschluß. Ich hab dann dem Fred eine Mail mit der Karte geschickt und gefragt, ob er Interesse hat. Nach einem kurzen Telefonat waren wir uns einig. Fred kommt mit. Treffen Donnerstag 4:30 Uhr beim Weißen Kreuz.

Strecke: Punkt 662 im Krautgraben (für ein kleines Auto ist grade Platz, es ist sehr eng im Krautgraben!)-Sommerauer-Köpplalm-Stangl-Retour
Streckenlänge: Rund 13km.          
Tiefster Punkt: 662m
Höchster Punkt: 1592m
Höhenunterschied alles in allem: rund 950Hm
Wetter: Beim Abmarsch Dunst und leichter Nebel, 13°C, im Tagesverlauf auflockernd und Sonnenschein.
Bemerkung: Es handelt sich um eine leichte Tour, die sich, bis auf den Gipfelbereich, auf Forststraßen abspielt. Erst im Gipfelbereich ist im weglosen Gelände Orientierungssinn und Umsicht gefordert.

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Gipfel Zinken 1400m am 15. August 2023, Blick nach Süden. Dieser Anblick der steilen Nordseite des Stangl war der Auslöser für die heutige Tour.

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Erst nachdem wir den Stangl vom Zinken aus gesehen hatten und nachdem ich seine Lage kannte, fiel mir ein, ich muß diesen Berg schon einmal aus der Nähe in seiner ganzen Pracht gesehen haben. Ich hatte das Bild sogar hier im Blog, nur wusste ich halt nicht, welchen Berg es zeigt. 25. Dezember 2000, bei der Einfassung der Quelle in der Wasserlochklamm. Beim Bild mit Selbstauslöser war hinter mir die tief verschneite Nordostwand des Stangl zu sehen.

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Tiefblick vom Wasserloch zur Hochschwab Bundesstraße. Vierundzwanzigeinhalb Jahre später schau ich von der anderen Seite hierher herüber. Hätte ich mir damals nicht gedacht.

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Karte zur Tour. Austrian Map mit GPS-Track

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opentopomap mit GPS-Track und Höhenprofil.

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Geländeübersicht auf mapy.cz mit GPS-Track.

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Daten von Basecamp mit Zeitfilter 20 Sekunden.

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6:15 Uhr beim Punkt 662 im Krautgraben. Ich hab meinen Opel kurz nach der Kreuzung so neben die Fahrbahn gezwickt, daß ich niemand störe. Wir ziehen unsere Schuhe um und machen uns fertig. Einen Zettel mit der Info “SIND AM STANGL” leg ich hinter die Windschutzscheibe, falls sich jemand fragt, ob das Auto hier abgestellt wurde oder verreckt ist, oder falls was passieren sollte.

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6:20 Uhr. Die Rucksäcke sind am Rücken, Eddie hängt bei Sonja an der Leine.

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Bei kühlen 13°C starten wir unsere Tour. Lassen wir uns überraschen, was der Stangl zu bieten hat.

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Irgendwas ist hier anders als bei uns. Ich hab noch nie gesehen, daß man auf einer Forststraße von den Bundesforsten herzlich willkommen geheißen wird. Hier handelt es sich offenbar um eine ausgewiesene Mountainbike Strecke.

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Ein Stück weit begleitet uns ein wortkarger Einheimischer  …

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… dann biegt er in die Wiese ab und wir sind wieder alleine.

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Weiler Sommerauer

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Mißtrauisch werden wir von den Eingeborenen beäugt.

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Recht schnell wird klar, daß wir uns hier in einer wunderschönen Landschaft bewegen.

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Frisches, sauberes, kühles Wasser

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Morgentau

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Jeder versteht unter Badefreude etwas anderes

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Nebeliges Schauspiel

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Wie gehen hier geradeaus bei der Schranke weiter

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Der Blick ins Gesäuse wird immer umwerfender

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Wieder eine Quelle

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Wir sind seit siebzig Minuten unterwegs …

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… und erreichen die Köpplalm auf 1148m

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Schau ma einmal auf der Karte nach …

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… und dann gema wieda weiter

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Wir nähern uns einem wichtigen Wegpunkt

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7:53 Uhr. Kreuzung mit 5 Möglichkeiten.

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So schaut diese Kreuzung auf der Karte aus. Vier Möglichkeiten (inkl. umdrehen) sind Forststraßen, die fünfte, die unsere Route werden soll, ist …

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… weder Straße, noch Weg, sondern die grauenhafte Spur eines Harvester.

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An und für sich wäre das hier nicht schlecht zu gehen. Blöd ist nur, in letzter Zeit hat es stark geregnet. Man kann sich vorstellen, wie es hier stellenweise ausschaut. Dann heißt es, links oder rechts ins Gelände ausweichen. Der Pfad führt allerdings genau in die gewünschte Richtung, ergo …

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… folgen wir ihm.

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Nachdem diese Spur recht frisch ausgeschaut hat, kann auch der Harvester nicht weit sein. Oh, da ist er ja!

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Wir sind wieder auf einer Forststraße unterwegs und schauen zur Jagdhütte Waldalm 1374m zurück.

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Das Monster hat ganze Arbeit geleistet. Wie viele Holzfäller wären nötig, wie viel Müh und Plag, um diese Menge zu ernten? Moderne Technik macht es möglich, diese schwere Arbeit fast mühelos und effizient zu erledigen.

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Vor uns die nordwestlichen Ausläufer des Stangl, dahinter Palfau und der Gamsstein.

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Hinter uns, noch etwas in Wolken verhüllt, das Gesäuse

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8:49 Uhr. Wir haben einen Punkt erreicht, von dem ich meine, er eigne sich gut für den finalen Gipfelaufstieg. Ab ins Gelände.

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Säulen mit Lecksteinen finden wir, wie wir sie noch nie gesehen haben.

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Und einen Grenzstein.

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Seltsame Wesen tummeln sich hier.

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Scharfe Geländekante …

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… mit Tiefblick zur Hochschwab Bundesstraße B25

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In unmittelbarer Nähe des Abbruchs nähern wir uns dem Gipfel

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Es gefällt uns hier sehr gut.

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Genau unter uns ist der Parkplatz der Wasserlochklamm.

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Blick zum Falken

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9:07 Uhr. Stangl 1592m

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Waldorf & Statler

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Ausrutschen strengstens verboten!

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Blick zum Hochkar

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Es gibt hier massenhaft Weinbergschnecken! Wir folgen dem Abbruch in südöstlicher Richtung. Ganz leicht sind Wegspuren zu erkennen. Also ganz einsam und verlassen ist der Stangl offenbar doch nicht.

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“Mäuschen, ich hab Dich zum Fressen gern”.

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Da lehnt ein Eisenrohr oder ein eiserner Mast mit Stahlseilen. Das wird doch nicht das Stangl sein, das dem Berg den Namen gab?

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Weitwinkelaufnahme

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Zeit für eine längere Rast. Der Ausblick ist grandios.

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Weiter geht’s, noch immer dem Abbruch entlang

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Das Hochkar ist dem Stangl sehr ähnlich. Auf einer Seite schroff, fast unnahbar, auf der anderen wesentlich gemütlicher.

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Gelände, Karte und Navi sagen uns, daß wir langsam einen Weg zurück auf Kurs suchen müssen, falls wir heute noch zurück zum Ausgangspunkt wollen.

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Aber es ist wie immer unheimlich schwer, sich von dieser schönen Landschaft zu trennen.

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Nochmals ein Blick auf den Falken …

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… und auf’s Hochkar …

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… dann folgen wir einem Geländetrichter in genau westlicher Richtung recht angenehm zurück zur Forststraße, auf der wir zum Ausgangspunkt zurückkehren werden.

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In einer Schneise steht eine ganze Reihe dieser Lecksteinsäulen

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Unser wilder Abstieg führt uns unweigerlich wieder in Spuren vom Harvester. War wohl Erntezeit.

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Wenn’s dich da reinhaut, kannst du das Quand wegschmeißen.

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Wir weichen diesen Dreckspuren durch den Wald aus.

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Uns kann nichts die Laune verderben.

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Das Wetter ist prächtig.

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Senna. Äh, Prost.

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Beim Abstieg zur Köpplalm weichen wir der dreckigen Harvesterspur (in der wir aufgestiegen sind) im Gelände aus.

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Links Großer Geiger und in Bildmitte die Kaltmauer

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Teilweise sieht man zu Ebenstein, Schaufelwand, zum Brandstein und vielem mehr. Ist im Bild leider schwer zu erkennen.

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Blick zu Kaiserschild und Hochkogel

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Zurück bei der Köpplalm

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Kurze Rast bei der Alm. Ich hab im linken Schuh einen lästigen Stein. Links hinten Kaltmauer, rechts Kaiserschild, davor und zwischen drinnen der Buchberg

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Blickwinkel von der Köpplalm zu Kaltmauer und Kaiserschild

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Blick zu den Königen des Gesäuse. Lugauer, Gsuchmauer, Hochzinödl, Hochtor und Tamischbachturm

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Übrigens, nach der Tour machen wir uns eine Schwammerlsauce mit Semmelknödel

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Frisches Wasser

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Der Kaiserschild winkt nochmals aus der Ferne

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Waren hier Maurer am Werk?

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Ob das nicht die falsche Richtung ist?

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Was wird den das?

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Oha, da hat sich einer gespielt.

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Jetzt hama nicht mehr weit.

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12:23 Uhr. Nach sechs Stunden haben wir den Ausgangspunkt unserer Wanderung erreicht. Wieder einmal sind ein paar schöne Stunden in der Natur zu ENDE gegangen. Fred, es war uns eine Freude, daß du dabei warst.

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Wir verlassen den engen Krautgraben und erreichen bald Gams. Dann pfüat Gott und bis zur nächsten Tour, irgendwo und irgendwann auf dieser wunderschönen Erde.

20. Mai 2024

2024. 05. 20. Ybbstaler Alpen / Großer Zeller Hut 1639m von Neuhaus

Filed under: Bergwelten - Wanderungen und Ausflüge — Schlagwörter: , , , , — Benzin @ 22:39

Pfingstmontag. Durchwachsene Wetterprognose. Was mach ma? Vorgenommen hatten wir uns den Vogelnestrücken im Sandgraben bei Hollenstein, aber da es die ganze Nacht geregnet hat, war die Chance auf eine Dreckschlacht groß und daher hab ich verweigert. Es sollte nichts großes werden, weil jetzt, ein paar Tage nach unserer Überschreitung des Dürrensteigkamm eine Sehne im Knie etwas schmerzt. “Gehen wir auf die Gemeindealpe?” frag ich, weiß aber, die wird wohl Dank Feiertag überlaufen sein. Bei der Fahrt zum Zellerain sehen wir, daß am ersten Parkplatz in Neuhaus nur zwei Fahrzeuge stehen und ich beschließe spontan eine Planänderung. Gehen wir auf den Großen Zeller Hut! Ist zwar nix neues, wir waren allerdings schon lange nicht mehr oben und von Neuhaus ist der Aufstieg sehr schön.

Streckenlänge: ca. 12.3km
Tiefster Punkt: Neuhaus 989m
Höchster Punkt: 1639m
Höhenunterschied gesamt mit Gegensteigungen: rund 800m
Wetter: Bewölkt bei rund 18°C, um die Mittagszeit leichter Regen
Zeitbaufwand: alles in allem 5.5 Stunden

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Karte zur Tour Map Austria mit GPS-Track

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Opentopo Map mit GPS-Track und Höhenprofil

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Geländeübersicht Mapy.cz mit GPS-Track

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9:40 Uhr in Neuhaus an der B71. Unsere leicht gepackten Rucksäcke sind am Rücken, Eddie an der Leine, es kann losgehen.

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Der Faltlbach legt seine letzten Meter zurück, bevor er sich mit einem noch namenlosen Wässerchen vereinigt, das zum Neuhausbach wird, der wiederum in Kürze in die Ois fließt, dem Ursprung der 134km langen Ybbs. Bei unserm Abmarsch bleiben mehrere Fahrzeuge, darunter ein Kleinbus, stehen und schütten junge Menschlein aus, die sich ebenfalls anschicken, auf Wanderschaft zu gehen. “Das kann ja heiter werden!” denk ich mir noch, bevor wir das Weite suchen. Der Parkplatz ist in Kürze gut gefüllt, aber ach Wunder, von all diesen Wanderern sehen wir im Verlauf unserer Tour KEINEN EINZIGEN! Keiner von denen ging zum Großen Zeller Hut. Die waren offenbar alle auf der Suche nach dem berühmten Frauenschuh, der hier wächst. Nur sind sie da heute ein wenig zu früh gekommen. Weit und breit kein Frauenschuh. Nicht einmal ein alter, verschlissener.

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Diese beiden Wanderer da vorne sind uns mit einer mords Geschwindigkeit davongezogen. Gesehen haben wir sie nie wieder. Auch sie gingen nicht auf den Zeller Hut. Wir folgen dem Faltlbach gemütlich Taleinwärts und lassen uns Zeit. Wir haben es nicht eilig.

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Gleich am Anfang haben wir es geschafft, einer falschen Forststraße zu folgen (nein, nicht der beim Höllertalbach links, sondern der nächsten nach der Tierfütterung rechts. Wir haben dann die Winterumleitung genommen, um zurück auf Kurs zu kommen und folgten wieder den Schildern. Wie das geht, sich hier zu verlaufen, wenn man die Gegend eigentlich recht gut kennt und erst vor einer Woche diese Strecke gegangen ist, ist mir schleierhaft, aber wir haben es geschafft. Na, egal. So haben wir auch die Umleitung für Skitourengeher (wegen einer Wildfütterung) kennengelernt.

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10:24 Uhr. Forststraßenkreuzung auf der Falt(l)höhe. Ja, das hat heute gedauert bis hierher.

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Der Enzian blüht.

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Die gewonnenen 110 Höhenmeter auf die Falthöhe vernichten wir nun wieder beim Abstieg zur Weißen Ois

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Wunder der Natur.

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Die Weiße Ois ist erreicht. Genau hier begann vor einer Woche unser kleines Abenteuer Grenzkammwanderung vom Grenzübergang am Rainriedel über den Schwarzkogel bis zum Wildföhrenriedel, der uns wieder zur Weißen Ois brachte. Heute nützt Eddie die Weiße Ois nur, um seinen Durst zu löschen.

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200m östlich von obigem Punkt besuchen wir einen kleinen Wasserfall.

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Anschließend folgen wir der Weißen Ois weitere einhundert Meter aufwärts, bleiben dabei am rechten (orographisch links) Ufer, bis sich das Steiglein nach rechts verzweigt.

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Hier beginnt unser Aufstieg zum Großen Zeller Hut. Zuerst entlang eines Grabens, der …

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… im oberen Bereich immer breiter wird und mit moderndem Totholz gefüllt ist.

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Moderat ansteigend folgen wir nun dem Steig durch dichten Bewuchs. Die Luftfeuchtigkeit ist hier tropisch und der Schweiß fließt in Strömen, obwohl die Anstrengung gegen null tendiert.

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11:08 Uhr. Der erste schöne Ausblick

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Blick zur Gemeindealpe

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11:12 Uhr. Blick zum Dürrenstein

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Wir folgen schon längere Zeit einem breiten Riedel nach oben, der uns zum Ostgrat des Großen Zeller Hut führen wird, auf dem wir aufsteigen. Der Weg ist uns gut bekannt, das Navi läuft nur zur Streckenaufzeichnung mit, wir haben alle Zeit der Welt. Allerdings haben wir unsere GTX-Jacken griffbereit auf den Rucksack geschnallt. Der Wetterbericht scheint wieder einmal recht gut zu stimmen. Regen ist für die Mittagszeit angekündigt, es zieht deutlich zu.

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Wir waren immerhin schon eineinhalb Jahre nicht mehr hier und darum sind uns diese Hindernisse neu. Kein Problem, sie werden bewältigt.

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Es ist so weit. Salzburger Schnürlregen setzt ein. Und das in Niederösterreich!

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Waldorf & Statler

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Blick zum Schwarzkogel, den wir vor einer Woche bestiegen haben.

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Dürrenstein

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Ötscher und Gemeindealpe

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Wir steigen am breiten Ostgrat höher und genießen eine immer besser werdende Aussicht. Das Wetter hält uns ein wenig zum Narren. Kaum wollen wir die Jacken ausziehen, beginnt es gleich wieder ordentlich zu regnen.

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Kurz vor uns fliegt ein Auerhahn auf, …

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… setzt sich aber noch in Sichtweite auf den Ast einer Lärche. Das Vieh sitzt genau in Bildmitte und beobachtet uns.

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Gemütliche Rast im Schutz zweier Bäume.

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Genau am Ostgrat des Großen Zeller Hut verläuft die Landesgrenze Niederösterreich/Steiermark. Hier vor uns steht einer der Grenzsteine.

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Blick zurück zum Schwarzkogel, dem nächsten höheren Punkt im Grenzverlauf.

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Hier nochmals aus einem etwas anderem Blickwinkel, weil’s so schön ist. Wie eine Pyramide thront der Schwarzkogel am Grenzkamm.

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Blick zu Hochstadl, Riegerin, Großer Geiger und Ebenstein, alles Berge, auf denen ich schon zumindest einmal war.

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Kleine Pause in schöner Umgebung.

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Wir sind in der Latschenzone und es wir etwas steiler. Der gehbare Teil des Grat verengt sich zusehends.

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In einer engen Latschengasse wird der Weg steil und feucht und die Aussicht tendiert links und rechts gegen null, …

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… dafür wird der Blick nach hinten immer grandioser.

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Jetzt wird es zusehends flacher, was heißt, wir nähern uns der Gipfelregion.

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Gipfelkreuz in Sicht.

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12:28 Uhr. Großer Zeller Hut 1639m

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Die Gemeindealpe, 7.5km von uns entfernt und mit 1626m Höhe fast genau so hoch wie der Große Zeller Hut.

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Wir halten uns allerdings nicht all zu lange am Gipfel aus. Es ist recht kühl. Jetzt wieder zurück durch die Latschengasse den steileren Abschnitt nach unten.

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So, die unangenehmen, rutschigen Felsen hab ich hinter mir.

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Schöner Ausblick. Besonders dann, wenn man weiß, daß man da schon (fast) überall oben war.

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Hier in der Flanke liegt sogar noch etwas Restschnee.

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Beim Abstieg erlebt man die selbe Landschaft immer ein wenig anders als im Aufstieg.

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Hier kommen uns die einzigen Leute entgegen, die wir heute am Berg treffen. Es wird eine recht wortkarge Begegnung.
“Grüß euch”.
“Grüß euch”.
Das war’s. In meinem Kopf spinnt sich die karge Unterhaltung weiter:
“Geht’s ihr auch auf’n Berg?”
“Nein, heute nicht. Und ihr? Kommt’s ihr vom Zeller Hut?”
“Nein, von der Gemeindealpe!”
“Aha, auch schön. Pfüat euch”.
“Ja, ihr uns auch!”
  Wie das halt abläuft, wenn sich Alm-Öhis in den Bergen treffen.

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Baumpilz ist besser als Fußpilz

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13:52 Uhr. Wir sind wieder bei der Ois und beim Steinmann, der den Abzweig zum Zeller Hut markiert.

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Premiere. Wir waren schon öfters hier, aber heute sind wir erstmals über die Brücke gegangen. Sonst gehen wir weiter unten durch den Bach.

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Wunderwelt der Natur

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Bei diesem kleinen Teich rast wir ausgiebig.

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Herr, gib uns ein Zoachen

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Vor uns zwei Wanderer auf der Suche nach dem Frauenschuh. Sonja hat denen erklärt, warum es hier noch keinen Frauenschuh gibt, aber das wollte nicht in den Kopf hinein. “Es ist doch eh immer so warm!” Ja, bei euch im Wohnzimmer. Auf die Frage, ob wir Frauenschuh gesehen hätten, antworte ich freundlich, “Nein, aber da hinten im Wald liegt ein Paar Holzschuhe”. Dann sind sie mit ihrem Elektroauto davongesurrt.

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15:07 Uhr. Zurück in Neuhaus. Der Parkplatz war noch immer gut gefüllt, wo die Leute hingekommen sind, wissen wir nicht.

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Gleich hinter der Kirche am Hang der Friedhof von Neuhaus.

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So. Jetzt den Rucksack ins Auto, den Track abspeichern und dann umziehen. Anschließend fahren wir über Gaming, wo wir uns an der Tankstelle (unvermeidlich) einen Kaffee kaufen, wieder Heim und kochen uns ein gutes Erdäpfelgulasch. Dann pfüat Gott und bis zum nächsten Mal, irgendwann und irgendwo in den Weiten dieser Welt.

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