Benzins Motorradseiten Erlebnisse mit dem Motorrad

22. Oktober 2010

2010. 10. 22 – Hurra, der Winter naht – Steiermark mit der XJR

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 19:35
Amstetten – B121 Rosenau – Sonntagberg – St.Leonhard am Walde – Gresten – LH92 Gaming – B25 Grubberg – B71 Zellerain – Erlaufsee – Mariazell – Gußwerk – B20 Seebergsattel (1246m) – Seewiesen – Graßnitz – Aflenz Kurort – Bruck an der Mur – S6 Leoben – B115 Vordernberg – Präbichl (1226m) – Eisenerz – Hieflau – Altenmarkt – Weyer – B121 Waidhofen/Ybbs – Amstetten
Streckenlänge: 292km

 

Na servus, dachte ich mir, als ich in voller Montur in die Garage ging. Reif bedeckte die Wiese, es war recht frisch. Die ersten Boten des Winters waren eingetroffen. Etwas unwillig erwachte die dicke Elise zum Leben. Offensichtlich war auch ihr kalt. Nach der ersten Kaffeepause beim Bachlerhof, 5km von daheim entfernt zog ich die Gore Jacke übers Leder, um gegen die Kälte besser gerüstet zu sein. Die dicken Handschuhe hatte ich vorsorglich schon bei der Abfahrt genommen, sicher ist sicher, trotz Griffheizung.

Wohin soll ich mich wenden, war (wieder einmal) die Frage. Wie immer, oder meistens, hatte ich eigentlich keinen Plan, wohin die Fahrt gehen sollte. Der Nase nach, ja. Also nach Kematen, dann auf den Sonntagberg und über die Höhenstraße rüber nach St.Leonhard am Walde, dann nach Gresten. Der Grubberg war heute nicht gerade das, was man lustig nennt. Naß oder eisig, war ständig die quälende Frage. Ab Gaming war es so kalt, dass die Wasserlacken neben der Straße froren, ergo die Wahrscheinlichkeit groß, Eis auf der Straße vorzufinden. Nun, es ging so. Bis auf eine schattige Kurve bergab vor Maierhofen, dem Zellerain entgegen, war alles nur Wasser. Diese eine Kurve mahnte mich aber zur extremen Vorsicht. Plötzlich spürte ich ein leichtes rutschen über beide Räder und war nur mehr Aufmerksamkeit, als wäre ich mit der Kilo im Grenzbereich unterwegs. Im Grenzbereich befand ich mich ja auch, aber bei 60km/h anstatt der dort sonst üblichen, äh……. Jetzt wollte ich jedenfalls nicht auf der Fresse liegen, weil ich eisig mit naß verwechselt hatte.

Am Zellerain tat die Kaffeepause richtig gut, muß ich gestehen. Die Handschuhe qualmten zwar von der voll aufgedrehten Griffheizung, aber sonst war mir nicht gerade warm. So entschloß ich mich, auch die Regenhose anzuziehen, als zusätzliche Isolierschicht, was sofort Erfolg zeigte. Ab sofort war es recht gemütlich, wenn auch das Gefühl entstand, ein Michelin-Männchen zu sein. Boa, in diesem Aufzug spürt man ja das Motorrad kaum mehr! Da ich gerade, wenn ich nicht Motorrad fahre, haufenweise Bücher über die Apollo Missionen verschlinge, kam mir der Gedanke, so müssen sich die Astronauten in ihren Anzügen gefühlt haben. Sehr isoliert von der Außenwelt und recht gefühllos.

Aber eines muß ich schon sagen. So dick und warm verpackt durch die Gegend zu fahren, wenn die Schneebedeckten Berge an einem vorbeiziehen, das ist schon ein schönes Gefühl. Es muß nicht schnell sein, schön muß es sein!

Je weiter südlich ich vordrang, desto eher fühlte sich das alles wieder nach Motorradfahren an, trotz der dicken Verpackung, denn hier war die Fahrbahn wieder trocken. Man konnte wieder so etwas ähnliches wie Schräglage fahren, ohne immer die Angst im Nacken zu spüren, gleich zu Boden zu gehen. Vorsicht war aber trotzdem immer angebracht, denn im Schatten wusste man nie genau, was auf einen lauert. Nässe oder Eis? Besonders an der waldreichen Südabfahrt des Seebergsattels. Die Neugier trieb mich in Graßnitz zu den großen Antennen der Erdfunkstelle hinauf. Wusste ich doch, dass da eine Straße hinaufführt. Sogar einen Parkplatz für Schaulustige gibt es dort. Vielleicht, falls E.T. kommt und, wenn er diese Parabolspiegel sieht, seinen Finger in den Himmel streckt, „Nach Hause!“ Im Ernst, ich hatte nicht gewusst, dass die Telekom, also der Betreiber dieser größten Anlage Österreichs, hier ein Besucherzentrum eingerichtet hat. Dabei komm´ ich hier mehrmals im Jahr vorbei. Zwischen 9:00Uhr und 17:00Uhr kann man sich dort täglich eine Multimediashow über diese Anlage anschauen.

Die Strecke von Kapfenberg nach Leoben hatte ich rasch, auf der Schnellstraße statt auf der Bundesstraße, hinter mich gebracht und kam dort auf die Idee, die Altstadt sehen zu wollen. Fußgängerzone. Kein Bock, in diesem Aufzug zu Fuß herumzulaufen. Auch egal. Also wieder zurück auf die Hauptstraße und den Präbichl hinaufgefahren. Schön! Der Erzberg, der Reichenstein und drüben Kaiserschild und Hochkogel sowie die umliegenden Berge, die einen regelrechten Kessel bilden, in dem Eisenerz liegt, waren in Schnee gehüllt. Eine Pracht.

Rasch nochmals am Ortsausgang von Eisenerz getankt, dann die Ennstal Bundesstraße raus bis zum Abzweig nach Waidhofen, eine kurze Kaffee-Rast in Weyer (in einem Gastgarten im Freien!), und ich war wieder im trauten Heim. Nach einer gründlichen Motorradwäsche (ich vermute, das weiße Zeug, das öfters die Straße bedeckte, war Salz!) noch eine Zigarette geraucht, und ein wunderschöner, wenn zeitweise auch kühler, Tag neigte sich dem Ende zu. Nur eines weiß ich jetzt mit Gewissheit, die beiden Kilos kommen mir heuer nicht mehr auf die Straße! Brrrrrr…………

13. Oktober 2010

2010. 10. 12. – Oktoberfahrt ins Ausseerland

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 11:25
Amstetten – Waidhofen/Ybbs – Weyer – B115 Altenmarkt – B117 Buchauersattel – Admont – B146 Liezen – Stainach/Irdning – B145 Bad Mitterndorf – Tauplitz 1640m – Bad Aussee – Koppenpass – Obertraun – Hallstatt – B145 Bad Goisern – Bad Ischl – Fahrzeug und Flugzeug-Museum – B153 Weißenbach am Attersee – B152 Weyregg – Schörfling – A1 Vorchdorf – L536 Lambach – B1 Wels – A25 Linz – A1 Amstetten
Streckenlänge:
366km

Stellenweise Nebel im Donau- und Ennstal, hieß es im Wetterbericht, ansonsten Sonne und bis zu beinahe 20C°, also ideale Bedingungen für eine nette Motorradtour im Oktober. Sicherheitshalber hatte ich allerdings das Topcase mit Schlechtwetterkleidung gefüllt. Regenschutz zum Wärmen und dicke Handschuhe waren dabei, den sicher ist sicher. Etwas steif von der mehrschichtigen Unterwäsche watschelte ich also gegen 8:45 Uhr in die Garage zur dicken blauen Elise. Irgendwo Tanken und ein Kaffee war das erste Ziel des Tages. „Wie stellen sie sich das den vor mit dem Motorrad?“, war meine Antwort, als ich wieder einmal gefragt wurde, ob ich den Kaffee mitnehmen wolle. „Ich weiß auch nicht?“, meinte sie und schaute mich mit ihren blauen Kulleraugen groß an.  „Ah, dann ist ja alles klar. Wenn das alte Sprichwort stimmt, dann bist du bestimmt eine Wucht im Bett“, dachte ich und verzog mich in die Rumpelkammer, äh, ins Raucherzimmerchen. Bild links: Gesäuseeingang

Beim Abzweig ins Ennstal hielt ich an, um die Handschuhe gegen dickere zu tauschen. Entweder täuschte ich mich, oder der linke Heizgriff war kalt, keine Ahnung, denn anschließend wärmte er eindeutig wieder. Jedenfalls waren mir bis dahin fast die Finger der linken Hand abgefallen vor Kälte. Immer wieder war ich in dicke Nebelfelder eingetaucht, in denen es unheimlich kalt war, aber nach dem Buchauersattel war der Spuk dann endgültig vorbei. Am Gesäuseeingang waberten noch Nebelschwaden in der Sonne, was ein wunderbarer Anblick war.

Kaffeepause in Admont, ohne das jemand fragte, ob ich ihn mitnehmen wolle, dann weiter. Eine relativ kleine Baustelle verursachte an der stark befahrenen B146 Ennstal Bundesstraße nach Liezen beiderseits einen riesigen Stau, der jedoch mit dem Motorrad nicht gar schon schrecklich ist. Man kann ja Gottlob vorbeifahren. Bei Bad Mitterndorf, schon an der gewaltigen Skiflugschanze am Kulm vorbei, konnte ich mir die Fahrt auf die Tauplitz nicht verkneifen. Ich hatte ja ohnehin nichts geplant, jeder gefahrene Meter war purer Zufall. Immer der Nase nach und schauen, wohin mich die Elise tragen würde, war die Devise.  Bild rechts: Fahrt zur Tauplitz Links: Blick zum Dachstein

Ganz gemütlich tuckerte ich die kurven- und aussichtsreiche Mautstraße (5€) rauf, stellte das Motorrad ab und setzte mich in die Sonne. Die warme Sonne, Kaffee und Debreziner mit Senf und Kren stärkten mich, dann ging die Fahrt weiter. Kurz überlegte ich, ob ich auch noch zum Loser rauffahren sollte, denn eigentlich ist die Loser Panoramastraße die aussichtsreichere, aber es war schon nach Mittag, und ich hatte noch einige Kilometer vor mir. Jetzt wird es ja leider gegen 17 Uhr schon wieder sehr kalt, sobald sich die Sonne verzieht. Den Abstecher um den Hallstätter See ließ ich mir allerdings nicht entgehen. Vor Bad Aussee darf man den Wegweiser nach Hallstatt nicht übersehen. Man folgt der Straße bis zum Bahnhof, dann wirds eng. Nach den Gleisen führt der Weg kurz etwas steiler bergauf, dann aber eben und recht kurvenreich zum nicht einmal 700m hoch gelegenen Koppenpass, der jedoch an der Hallstätter Seite mit 23% recht steil abwärts führt. Ich finde es direkt schade, dass die Straße verbreitert wurde, denn die enge, schluchtartige Strecke in der Passgegend war vorher noch wesentlich romantischer. Schön ist die Strecke aber immer noch, wenn auch relativ kurz.

Bei der Ortschaft Obertraun könnte man, wenn man Zeit hat, dem Wegweiser zur Talstation der Seilbahn folgen und mit ihrer Hilfe die Mammuthöhle sowie die Reiseneishöhle besichtigen. (Bei einer kleinen Österreichrundfahrt 1980 haben das Kurt und ich gemacht und nicht gereut. Es war toll.) Ich folgte stattdessen aber dem Weg nach Hallstatt, einem ehemals beinahe unzugänglichen Ort mit etwas mehr als 800 Einwohner, der aufgrund archeologischer Funde aus der Eisenzeit (Hallstattkultur) weltbekannt wurde. So romantisch Hallstatt auch gelegen ist, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wieso hier dieser Ort entstand. Bis ins 19 Jhdt. konnte man ihn nur mittels Schiffen erreichen, und selbst heute kann man sich gut vorstellen, wie unzugänglich diese Ecke früher gewesen sein muß. Vielleicht stand ja einmal am Abzweig nach Gosau eine Tafel (oder sowas ähnliches) mit dem Hinweis „Ende der Zivilisation“. Jene, die lesen (oder den Hinweis deuten) konnten, zogen nach Gosau oder Bad Goisern, die anderen schlugen sich durch die Büsche den steilen Hängen entlang in den hinteren Seewinkel durch und gründeten, als sie nicht mehr zurück konnten, Hallstatt. Ich weiß es natürlich nicht, aber so könnte es gewesen sein. Heute ist es jedenfalls ein sehenswertes Kleinod im Salzkammergut. Bild links: Blick über den Hallstätter See. Rechts: Hallstatt – Quelle: „Hallstatt Austria Picture“

Bei der Anfahrt nach Bad Ischl bemerkte ich kurz nach der Ortschaft Lauffen rechts neben der Bundesstraße eine Halle, hinter der auf einer Wiese Jagdflugzeuge standen! Sofort drehte ich bei der nächsten Möglichkeit um, um mir das näher anzuschauen. Es ist das „Museum für Fahrzeuge- Technik und Luftfahrt“. Adresse: A4821 Lauffen, Sulzbach 178. 20 Jahre gibts dieses Museum bereits, ergo war ich schon recht oft hier vorbeigefahren, ohne davon Notiz zu nehmen. Doch diesmal war ich nicht blind. Der Eintritt kostet 8€ und ist meiner Meinung nach jeden Cent Wert. Zu besichtigen gibts eine recht breite Palette an Objekten, die allesamt in einem optisch sehr schönen Zustand sind. Angefangen von verschiedenen Automobilen, Motorrädern (hauptsächlich des Österreichischen Bundesheeres), schweren Fahrzeugen der Armeen ehemaliger Ostblockstaaten bis zu Luftfahrzeugen (Saab 29 Tonne, MIG, Suchoi, Hubschrauber), Instrumenten, Triebwerken und anderen Ausrüstungsgegenständen beinhaltet das Museum eine Vielzahl interessanter Gegenstände, wie ich sie in noch keinem Museum sah. 1975 sah ich in Pula ein paar MIG fliegen, aber so nah war ich noch keiner wie hier. Die meisten Ausstellungsobjekte sind nicht nur mit technischen Daten hervorragend beschrieben, meist gibts auch noch Artikel aus Armeezeitschriften oder was auch immer, die den Einsatz dokumentieren. In einer dem Museum angegliederten Gastwirtschaft kann man sich auch stärken und den Durst löschen. Leider ging mir genau hier der Strom des Fotoapparat aus, und Ersatz-Akku hatte ich keinen dabei.

Nach Bad Ischl wählte ich den Abzweig zur B153, die nach Weißenbach am Attersee führt. Herrlich kurvenreich schlängelt sich diese Straße durch bunte Wälder und ist ein fahrerischer Genuß. Leicher Nebel schwebte über dem Attersee, so das man meine könnte, man stünde am Meer, denn das gegenseitige Ufer war nicht zu sehen. Der Weg am Seeufer entlang nach Schörfling ist zwar Landschaftlich schön, bei dichterem Verkehr aber aufgrund seiner Enge nicht wirklich lustig. Touristen gabs trotz der späten Jahreszeit noch zuhauf.

Mangels attraktiver Alternative wählte ich ab dem nördlichen Seeufer bis Vorchdorf die Autobahn, dann ritt mich der Teufel und ich kämpfte mich in unbekanntem Terrain nach Lambach und weiter auf der B1 bis Wels durch. Dann frug ich mich, ob ich noch am gleichen Tag daheim ankommen wollte oder ob ich nächtigen sollte, denn Dank dichtem Verkehr und schlechter Beschilderung in Wels kam ich nur mehr sehr langsam voran. So wechselte ich wieder auf die Autobahn und erreichte noch vor Anbruch der Dunkelheit die Heimat. Eine wunderbare herbstliche Motorradtour hatte ihr Ende gefunden.

Hier ein paar weitere Bilder des Museum. Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken

8. Oktober 2010

2010. 09. 22. – Jahresabschluss mit der schwarzen Kilo FZR – Nockalm

Filed under: Touren und Ausflüge in Österreich — Benzin @ 11:42

20100922_fzr_nockalm_01 Jahresabschluss, das hört sich an, als käme danach nichts mehr, als wäre die Saison gelaufen. Dem ist natürlich nicht so. Mit der XJR fahr´ ich das ganze Jahr, wenn es das Wetter erlaubt. Aber für die schwarze FZR wird es Zeit, gereinigt unter der Decke zu verschwinden, den Winterschlaf anzutreten. Sie ist mein Goldschatz unter den Motorrädern, auf sie bin ich sehr heikel. Es macht auch keinen richtigen Spaß mehr, auf teilweise nassen Straßen flott zu fahren. Zu gefährlich! Früher, in der Anfangszeit meines Motorradfahrer-Lebens sagten wir immer, wenn es einen im Herbst zerlegte, „weißt du nicht, dass man im Herbst langsam fährt? Der Most liegt auf der Straße!“ Ja, der Most. Das ist, wenn die Mostäpfel und Birnen von den Bäumen fallen und auf der Straße einen schmierigen Film bilden, dem jährlich zahlreiche Motorradfahrer zum Opfer fallen. Zumindest früher war das so. Vielleicht sind die heutigen Kradfahrer ja gescheiter. Links: An der Sölkpass Südrampe20100922_fzr_nockalm_02

Der 22. September war allerdings ein wunderschöner Mittwoch, und ich hatte frei. Also stand einer schönen Tour nichts im Wege. Wohin die Fahrt gehen sollte, davon hatte ich, wie so oft, am Anfang keine Ahnung. „Es wird sich schon was finden“, dachte ich, und zog los. Zuerst zum Bachlerhof, einen Kaffee trinken, womit die ersten 4.5km geschafft waren. Das ich gut weitere 550km fahren würde, davon ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Rechts und links unten: Nockalm

20100922_fzr_nockalm_03 Der Himmel war schön blau, das östliche Ennstal sauber und trocken, daher konnte ich es ein kleines Bisschen krachen lassen bei der Fahrt nach Admont. An der Tankstelle ein Kaffee und tanken, dann weitere Überlegungen, wohin die Fahrt führen sollte. Am Sölkpass war ich heuer noch nicht, zumindest nicht mit der schwarzen FZR. Also, auf gehts!

Der Streckenabschnitt von Admont nach Liezen geht ja noch, aber der Teil bis zum Abzweig ins Sölktal ist furchtbar. Da muß man einfach durch, trotz gähnender Langeweile auf der kurvenarmen und 80er beschränkten Ennstal Bundesstraße, so schwer es auch immer wieder fällt. Aber einmal im Sölktal wird man für die vorhergehende Langeweile entschädigt. Einfach wunderschön. Dort wusste ich auch schon, wie es weitergehen soll. Ganz einfach. Drüber über den Pass, dann runter zur Turracher Höhe und zur Nockalm, über Innerkrems zum alten Hochofen bei Bundschuh und zurück nach Tamsweg. 20100922_fzr_nockalm_04Rechts: Irgendwo in Salzburg

Denkste. Als ich nach einer überaus gemütlichen Fahrt über die Nockberge Innerkrems erreichte, versperrte ein Schild die Weiterfahrt zur Abkürzung – Fahrverbot wegen Bauarbeiten. Grumpf. Das war, gelinde gesagt – äh – Scheiße. Also weiter über Vorderkrems zur mächtigen Autobahnbrücke, die der Ortschaft Kremsbrücke den Namen gibt, dann über den engen Schlund der südlichen Katschbergrampe nach Norden. Jetzt wurde die Sache interessant, den Karte hatte ich keine dabei, und jeden Weg kenne ich auch wieder nicht. Hauptstraßen wolle ich so gut es geht vermeiden, also lernte ich so manches Nest kennen, das ich noch nie gesehen hatte. Mariapfarr zum Beispiel. Keine Ahnung, wie ich auf die Idee kam, dorthin abzubiegen. Wahrscheinlich die Überlegung, dass ich dort noch nie war, oder so. Jedoch fand ich überraschend schnell den Weg nach Tamsweg, von wo aus ich über die südlich gelegene B97 Murau erreichte und wieder den Sölkpass überquerte.

20100922_fzr_nockalm_05 Jetzt war ich also wieder dort, wo ich vor wenigen Stunden auch schon war und musste, wenn ich nicht über das Salzkammergut fahren wollte, was einen Umweg von gut 150km bedeutet hätte, zurück nach Admont. Nochmals einen Kaffee an der Tankstelle, dann durchs Gesäuse nach Hieflau und über mir wohlbekannte Schleichwege zurück zur heimaltichen Garage, die ich gegen 19:30 Uhr einigermaßen müde erreichte. Ein wunderschöner Tag war zu Ende. 20100922_fzr_nockalm_06Rechts: Anfahrt zum Grimming

Am nächsten Tag reinigte ich die FZR, schmierte die Kette, schob sie in die Garage, wo sie aufgebockt wurde und zugedeckt.
Heute, am 8. Oktober, wird das Wetter augenscheinlich wieder besser und es schaut so aus, als könnte ich nächste Woche, wenn ich wieder frei hab, auch mit der bunten Kilo FZR nochmals eine schöne Runde drehen, bevor auch sie nochmals gereinigt und zugedeckt wird. Vielleicht fahr ich auch mit ihr zur Nockalm, denn bei der letzten Tour dorthin ist mir bei der Rückfahrt die Kette gerissen (siehe HIER) und ich (bzw. das Motorrad) beendete die Tour am Abschleppwagen des ÖAMTC. Das gehört noch berichtigt!

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