Benzins Motorradseiten Erlebnisse mit dem Motorrad

15. Juni 2022

2022. 06. 15. Scheiblingstein Überschreitung aus Lunz am See

Filed under: Bergwelten - Wanderungen und Ausflüge — Benzin @ 22:50

Strecke: Lunz am See Wanderstartplatz Seehof bei der biologischen Station 601m – Durchlaß 763m – Scheibe 1602m – Scheiblingstein 1622m – Bärenleitenkogel 1635m – Hochreiserkogel 1484m – Lehardi 1406m – Obersee 1114m – Mittersee 766m . Ausgangspunkt 601m
Start der Tour: 5:32 Uhr
Ende der Tour: 17:02 Uhr
Wetter: Leicht bewölkt, warm und trocken. Im Bereich des Lunzer See am frühen Morgen leichter Bodennebel.

Am 22.  September 2021 haben wir die Scheibe über den wunderschönen und im oberen Teil steilen Steig (über “Am Fleck) vom Taglesbachgraben aus erstiegen und sind dann im ständigen auf und ab über Scheiblingstein, Bärenleitenkogel und Hochreiserkogel bis zum Lehardi hinüber gegangen, um nach einer Rast zur Herrenalm und durch den Daglesbachgraben zurück zum Parkplatz abzusteigen. Die Tour war an akustischen und olfaktorischen Erlebnissen und Eindrücken kaum zu überbieten, nur gesehen haben wir nicht viel. Bis “Am Fleck” war die Sicht ganz brauchbar, dann kamen wir in den Nebel und die Sicht ließ mehr als zu wünschen übrig. Dafür war der Wind um so stärker und auch die Schneeflocken erreichten teilweise eine beachtliche Größe. Das Pfeifen des starken Windes, das Rauschen des Waldes neben und unter uns, gespenstische Lichter und Schatten im Nebel und der kleine Hund mit dem roten Geschirr (mit Herrchen und Frauchen natürlich) auf der Scheibe waren ein herrliches Erlebnis. Als wir aber wieder zurück beim Auto waren, war mir klar, ich muß der Sonja auch die optische Schönheit dieser Tour zeigen, und dazu nützen wir die selbe Überschreitung, aber mit Aufstieg vom Lunzer See über den Durchlaßsattel und Abstieg durch den Seegraben. Ich bin diesen Weg mehrmals gegangen, aber der letzte Aufstieg ist lange her. Am 18. August 2006 war ich mit Hans und Christian, sie kannten diesen Aufstieg nicht, auf dieser Strecke unterwegs und wir hatten viel Spaß. Dann sind meine Wanderungen selten geworden und haben schließlich für gut 15 Jahre ganz aufgehört, was der Grund sein dürfte, daß ich bezüglich der Steige nicht mehr ganz auf dem Laufenden war. Den Steig, den ich kannte, den gibt es anscheinend nicht mehr. Dafür aber einen anderen, tollen Aufstieg, den ich hier beschreibe.

20220615_044731
Kurz vor 5 Uhr. Blick vom Hochkogel bei Neuhofen zum Ötscher. Ein schöner Tag kündigt sich an.

20220615_052514
Lunzer See bei der biologischen Station um 5:25 Uhr. Tiefliegender Morgennebel trübt die Aussicht.

20220615_053218
Um 5:32 Uhr haben wir die Bergschuhe an, die Rücksäcke am Rücken und Eddie ist an der Leine. Es kann los gehen. Hier, auf einer guten topographischen Karte kann man sich nochmals einen Vorgeschmack auf die Tour hohlen. Markierungen wird es nur bis zum Durchlaßsattel geben, dann ist man auch sich gestellt.

20220618_132954
Hier unser geplanter Aufstiegsweg, wie er sich auf meiner Karte (1:25 000 AEV – Neuauflage 1980, Fortführung 1995) darstellt. Bei dieser Variante kämen wir westlich hinterm Scheiblingstein heraus.

20220615_053821
Schloss Seehof

20220615_054123

20220615_054522

20220615_055525
5:55 Uhr. Durchlaßsattel in Sicht.

20220615_055632
Von hier kann man dem Weitwanderweg in Richtung Mariazell folgen oder links abbiegend dem Maiszinken auf’s Dach steigen.

20220615_060859
Blick zum Hetzkogel. Der Nebel ist schon unter uns.

20220615_060903
Der alte Bauernhof am Durchlaßsattel auf 763m

20220615_060911
Bis hier her braucht man nur der Markierung des Weitwanderweges nach Mariazell folgen. Den ersten Abzweig nach rechts unten ignoriert man und geht bis zu dieser Säule da vorne weiter.

20220615_060925
Nach dieser Säule zweigt der Weitwanderweg und die Schotterstraße nach links ab, wir gehen allerdings (ab hier ohne weitere Markierungen) gradeaus weiter auf dem ansteigenden Pfad in den Wald.

20220615_061203
Wenn man an dieser Hütte vorbei kommt, ist man richtig.

20220615_061545
Blick Richtung Lunzer See

20220615_061647
Der Maiszinken nördlich hinter uns mit seinen 1075m wird bei unserem Aufstieg immer das Maß unseres Fortschrittes sein.

20220615_064842

20220615_065355
6:53 Uhr, wir haben das Ende der Forststraße erreicht und betreten bei einem Steinmann (das ist auch ohne Steinmann zu sehen) den Steig, der uns nun nach oben bringen wird.

20220615_065549

20220615_065557

20220615_070007

20220615_070657

20220615_070714
Waldorf & Statler

20220615_070846
Jetzt schauen wir zum Maiszinken nicht mehr rauf, sondern runter.

20220615_071157
Die Aussicht wird immer schöner.

20220615_072132_001

20220615_072800

20220615_073825
Wir hätten vorhin eigentlich aus der Querung scharf nach rechts und recht direkt den Hang hochsteigen sollen, aber da vorne ist etwas, was  nicht natürlichen Ursprunges sein kann. Es ist kaum denkbar, daß es hier in diesem steilen Gelände eine natürliche, ebene Wiese geben kann. Als noch dazu schwache Steigspuren dorthin führen, gehen wir nachschauen.

20220615_074015
Jetzt wird klar, das ist das Ende einer Straße, die langsam, aber sicher von der Natur zurückerobert wird. Schnell ist auch klar, um welche Forststraße es sich handelt. Wir sind vom Hof Durchlaß der Forststraße so zu ihrem Ende gefolgt, daß wir an einem Abzweig rechts gingen, so wie es in unserer Karte verzeichnet ist. Wären wir (über einen langen Umweg) links gegangen, hätten wir hier dieses Ende erreicht.

20220615_074238
Es schaut nicht so aus, als wäre der Weg noch stark befahren.

20220615_074309
Blumen erobern die Straße

20220615_074344

20220615_074429
Es ist ein wunderschönes, ruhiges Platzerl wie ein Balkon über dem Lunzer See.

20220615_074903
So schaut das aus, wenn man den Steinmugel erkraxelt. Die Karte sagt mir, daß wir uns hier nicht auf (geplantem) Kurs befinden.

20220618_132954_3   
Des Rätsels Lösung. Rot eingezeichnet der Steig, den wir jetzt gehen, den es vermutlich damals, als ich den Scheibi öfters bestieg, nicht gab und blau der Steig, der mir bekannt war, den es aber offenbar nicht mehr gibt.

durchlass_scheibe_altersteig_001
Hier ist der Verlauf unseres tatsächlichen Weges recht gut eingezeichnet. Die Abkürzungen der Kehren im oberen Bereich der Forststraße sind mehr mühsam als Zeitersparnis und kann man getrost auslassen. Auch das Ende der verwachsenen Forststraße, auf dem wir uns hier befinden, ist schön zu sehen.

20220615_074713
Diesen Schlüssel haben wir hier auch gefunden. Der steckt genau so wie am Bild zu sehen im Fels. Ich dachte mir noch, “Was ist den das für eine komische Sicherung?”, dann sah ich, das ist ein Schlüssel für eine Motorsäge! Den werden wohl Forstarbeiter hier vergessen haben. Ich kenn das Ding, weil ich auch eine hab.

20220615_075040 20220615_075505 20220615_075639
Egal, wie schön dieses Platzerl ist, wir müssen weiter. Also zurück in der Querung und dann rauf.

20220615_075926

20220615_080246

20220615_080725

20220615_080806
Da sollen wir rauf?

20220615_080932

20220615_081125
Jetzt ist klar, wo wir uns genau befinden. Die Westwand von Scheibe und Scheiblingstein, die fast wie ein Spiegelbild der Ostwand ausschaut. Jetzt wird es spannend, wo der Weg weiter führt. Wir sind hier zum ersten Mal. Mit dem alten Weg, den ich kannte, hat das hier nichts zu tun.

20220615_081203
Blumen gibt es hier viele, aber was uns auffällt ist, daß hier an der Westseite kein Eisenhut wächst. Oder sind wir zur falschen Jahreszeit hier? Auf der anderen Seite kann man den Eisenhut mähen!

20220615_081347
Da hüpft das Herz vor Freude.

20220615_082524

20220615_082615
Diese schmalen Bänder sind jetzt unsere Wege. Es ist traumhaft hier.

20220615_082753
Na? Wo ist der Weg, den wir grade gingen?

20220615_083033

20220615_083105
Ich glaub, die Gefahr, hier abzustürzen ist geringen, als hier einen Stein auf den Kopf zu bekommen.

20220615_083316

20220615_083442
Darum heißt der Scheiblingstein Scheiblingstein. Er besteht aus lauter Scheiben.

20220615_083446
Wir bewegen uns in Richtung Sattel zwischen Scheibe und Scheiblingstein. Es ist tatsächlich fast ein Spiegelbild  der anderen Seite. Das Gelände ist hier zwar relativ steil, aber nie beunruhigend. Eine recht schiefe, felsdurchsetzte Wiese halt.

20220615_083505   
An Aussicht mangelt es hier wirklich nicht.

20220615_084220

20220615_084242

20220615_084611

20220615_085041
Blick zum Lunzer See. Wenn man von unten hier herauf schaut, glaubt man nicht, daß man hier so schön gehen kann.

20220615_085103
Weit kann es nicht mehr sein bis zum Sattel.

20220615_085308
8:53 Uhr. Wir haben den Sattel erreicht. Links geht’s zur Scheibe und rechts zum Scheiblingstein.

20220615_085338
Blick vom Sattel in die Ostseite. Deutlich sieht man den Steig, der vom Daglesbachgraben herauf führt. Dahinter links der Ötscher und rechts im Hintergrund noch die Gemeindealpe.

20220615_085403
Blick in die Westseite und zum Lunzer See. Hier sind wir grade rauf gekommen.

20220615_085537
Unterwegs zur Scheibe. Es beginnt gleich mit einer kleinen Kraxelei.

20220615_085540
Pfff, geschafft. Jetzt geht’s durch die dichten Latschen zum Gipfelkreuz.

20220615_090030
8:58 Uhr. Scheibe 1602m

20220615_085936
Die kleine Gipfelfläche zwischen den Latschen, dahinter Scheiblingstein, Bärenleitenkogel und zwischen drinnen der Dürrenstein. Von hier kann man noch durch eine Latschengasse zu einem wunderschönen Aussichtspunkt gehen, was wir als nächstes tun.

20220615_090107

20220615_091849

20220615_091841

20220615_092151
Der Balkon auf der Scheibe.

20220615_092239
Tiefblick auf den Aufstiegsweg, der ein Stück weit deutlich zu sehen ist.

20220615_092318

20220615_092707
Das ist die Stelle, wo man im Auf- wie Abstieg ein wenig Kraxeln muß. Für Eddie ist diese Stelle überhaupt kein Problem und er braucht auch keine Hilfe. Der wurde inzwischen ein richtiger Klettermaxi.

scheibe_baerenleitenkogel_001
Unser Weg zum Bärenleitenkogel.

20220615_092738
Das ist quasi die Kreuzung im Sattel zwischen Scheibe und Scheiblingstein. Links die Ostflanke mit dem Weg über “Am Fleck” zum Daglesbachgraben, ein paar Meter weiter vorne der Abstieg in die Westflanke, über die wir rauf gekommen sind und grade weiter zum Scheiblingstein und wenn man will, bis zum Dürrenstein.

20220615_092935
Rückblick auf Scheibe und (rechts) Ötscher.

20220615_093224
Unser nächstes Ziel, der Scheiblingstein. Mit scharfen Augen (und bei größerer Vergrößerung am Bild) ist das Gipfelkreuz inmitten der Latschen zu erkennen.

Resized_20220615_093828

20220615_093353
Unser Weg ist breit (mindestens Schuhbreite) und man kann nicht all zu weit runter fallen.

20220615_093530

20220615_094041
So schaut’s da heroben aus. Da vorne ist die Scheibe und dahinter wieder der Ötscher.

20220615_094403
Blick am Scheiblingstein vorbei (das Kreuz ist genau vor uns im Latschengewirr) zum Bärenleitenkogel.

20220615_094505
Kreuz am Scheiblingschein. Diese Kreuze hat es vor 16 Jahren alle nicht gegeben. Das einzige war das kleine Kreuz auf der Scheibe. Auch den schön ausgetretenen und deutlich sichtbaren Pfad gab es nicht, bestenfalls Spuren. Touristisch hat sich hier (quantitativ) eine Menge getan.

20220615_094832

20220615_094836
Genau vor uns ist hier der Dürrenstein zu sehen

20220615_095832
Wunderschöner Ausblick zu See und Ortschaft Lunz. Links die schrofige Ostflanke des kleinen Hetzkogel 1493m

Resized_20220615_112730

20220615_100551
Ins Land nei schauen

20220615_101117 20220615_101828

20220615_102333
Rückblick zum latschenbewachsenen Scheiblingstein

20220615_103722

20220615_103742

20220615_103904 20220615_104220

20220615_104430

20220615_105339

20220615_105437

20220615_110116

20220615_111638
Scheiblingstein und Scheibe.

20220615_111644

20220615_112405
Bärenleitenkogel, mit 1635m der höchste Punkt am Kamm zum Dürrenstein (1878m). Ich bin schon gespannt, wann hier ein drittes Gipfelkreuz steht.

20220615_112715

Resized_20220615_091257

baerenleitenkogel_hochreiserkogel_001
Bärenleitenkogel bis Hochreiserkogel

20220615_113011

20220615_113130

20220615_114410
Immer wieder suchen wir im Schatten Schutz, weil es für Eddie hier recht warm ist. Für uns ist die Temperatur keinerlei Problem, weil wirklich heiß ist es ja nicht. Eddie ist aber klein, die Felsen speichern Wärme und geben sie wieder ab. Auch die Latschen wärmen unglaublich. Für so einen kleinen Hund ist das alles ganz anders als für Menschen und darum muß man Rücksicht nehmen. Wichtig ist auch, genügend Wasser für sich selber UND für den Hund mit zu haben. Der trinkt mehr, als man meinen mag. Eddie verbraucht im Verlauf so einer Tour (und bei diesen Temperaturen) bis zu einem Liter Wasser. Dafür hebt er hinterher ständig den Fuß. Der wird richtig durchgespült.

20220615_120057

20220615_120705

20220615_121614

20220615_121657

20220615_121821

20220615_122207
Hinter uns der Bärenleitenkogel, vor uns der Hochreiserkogel

20220615_123417

20220615_122816
Nein, das ist nicht der Hut des Landvogt. Das ist meiner.

20220615_124024

20220615_124235
Der höchste Punkt des Hochreiserkogel 1484m wird durch einen Vermessungsstein, einem Steinhaufen und einen Holzstecken mit einem Blechschild des Amtes für Eich- und Vermessungswesen gekennzeichnet.

20220615_124515
Von hier gibt’s auch das einzige Foto mit uns drei zusammen. Überall anders war das, vor allem wegen der Latschen, kaum möglich. Vom Hochreiserkogel halten wir uns so weit rechts, bis uns der Stacheldraht (das ist Almgebiet!) aufhält und folgen diesem bis zu einem wunderschönen Ausblick ins Seetal. Das ist meines Wissens der einzige Punkt im Zuge der Überschreitung, von dem man ins Seetal und zum Mittersee sehen kann.

hochreiserkogel_obersee_001
Hochreiserkogel bis Obersee

20220615_131218   
Blick ins Seetal und zum Mittersee. Links davon Großer (1580m) und Kleiner Hetzkogel (1493m). Ich steh ehrlich gesagt selber zum ersten Mal hier an diesem Punkt und bin erstaunt, wie schön das ist.

20220615_131332

20220615_132049
Jetzt folgt nur mehr ein kurzer Abstieg zum Kleinreiserkogel, der nicht mehr als ein unbedeutender Gupf in der Landschaft ist, und dann schauen wir, daß wir über die Almwiesen so gut wie möglich zum Lehardi finden, ohne mit den Kühen in Konflikt zu kommen. Ein kleiner Hund ist im Normalfall kein Problem, sofern er gut erzogen ist und den Mund hält. Ein ungezogener Kläffer kann einen auf einer Alm mit großen Kühen ordentlich in Bedrängnis bringen!

20220615_132606

20220615_133724
Wir haben sie schon von weitem gesehen, können ihnen aber nicht ausweichen. Natürlich, wie könnte es auch anders sein, sind auch die unheimlich neugierig und gehen mit uns mit.

20220615_133855
Sonja bleibt da einmal stehen, damit wir Raum zwischen Kühen und Hund schaffen können. Eddie ist recht aufgeregt und verhält sich ganz ruhig, wenn er Kühe sieht. Der weiß, was passiert, wenn er ein Vieh reizt, daß bis zu einhundert Mal schwerer ist wie er!

20220615_134103
Us and Them

20220615_134330
Dank Zaun können die jetzt nicht mehr nachkommen.

20220615_134712
13:47 Uhr. Wir haben das Lehardi Kreuz erreicht.

20220615_134900
Lehardi 1406m

20220615_134914
Blick zu Kleinem Ötscher und Ötscher 1893m

20220615_134926
Von hier wäre man in ungefähr 2 Stunden am Dürrenstein 1878m

20220615_135836
Im Schatten rasten wir eine Weile und ich werde fündig…….

Resized_20220615_135938
Da steht doch glatt ein Motorrad! Ok, ein recht einfaches zwar, aber immerhin. Sogar Eddie schaut ganz verblüfft.

20220615_142123
Aber es nützt ja alles nix und wir müssen weiter. Es folgt der ungefähr halbstündige Abstieg durch steilen Wald zum Obersee, der hier schon zu sehen ist. Bei diesem Abstieg gibt’s recht wenige Ausblicke wie diesen.

20220615_142650

20220615_142658

20220615_143920
Bei diesem schattigen Bankerl rasten wir noch ein Weilchen und ich geh zur Rainer Quelle gleich nebenan, um unsere Flaschen aufzufüllen.

20220615_144731

20220615_144900
Klares, eiskaltes Wasser aus der Quelle

20220615_145314
Wasser gibt es hier wieder mehr als genug

20220615_145846
Der Ludwigfall. Nicht verwandt mit dem kommunistischen Bürgermeister von Wien.

20220615_150042

20220615_150344

20220615_150613 20220615_150738

20220615_151724

20220615_154321
Mittersee 766m

20220615_154543

20220615_170223
17 Uhr. Nach elfeinhalb Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt und schauen auf die Scheibe hoch über uns zurück. Wir fahren über den Grubberg nach Gaming, kaufen uns an der Tankstelle einen Kaffee und fahren dann Heim. Ein wunderschöner Tag in der Natur ist zu Ende.

6. Juni 2022

2022. 06. 06. Gamsstein 1774m

Filed under: Bergwelten - Wanderungen und Ausflüge — Benzin @ 22:40

Montag, 6. Juni 2022
Abfahrt gegen 7 Uhr
Wetter: Gewitter und Niederschläge der Nachtstunden haben sich wieder verzogen. Es ist noch feucht und kühl, die Vorhersage sagt aber, zumindest für den Vormittag, Schönwetter voraus. Erst gegen den Abend ist wieder mit Regen zu rechnen.

20220606_074253
7:42 Uhr beim kleinen Parkplatz kurz vor dem Forsthaus im Sandgraben. Wir sind abmarschbereit.

20220606_074301
Hier, aus der Hollenstein-Seite, gibt es keinen Anmarsch auf Forststraßen. Ein Stück weiter oben quert man einmal so eine Schotterstraße und bei der Niederscheibenberg-Alm geht man ein Stück an der Alm vorbei, das ist alles. Vom Parkplatz hier beginnt der Aufstieg sofort auf einem Steig, der in den zum Teil sehr steilen Wald führt.

20220606_074920
Aber egal, wie steil der Wald auch sein mag, der Steig selber ist immer einfach und relativ unbeschwerlich zu gehen. Dafür sorgen teilweise lange Querungen, wie diese hier.

20220606_080325
Erstmals ist man hier aus dem Wald heraußten und hat……….

20220606_080314
…. zum ersten Mal auch einen Ausblick auf die Gegend.

20220606_081405
Sonja entdeckt natürlich auch den Frauenschuh als erste.

20220606_081511
Das ist besagte Forststraßenquerung. Hier stand früher einmal eine Leiter, um die Böschung der Forststraße zu überwinden. Inzwischen wurde ein Steig angelegt und sogar eine Bank steht jetzt hier.

20220606_082559

20220606_082714
Diese “Nase” im Gelände ist ein guter Orientierungs- und ein schöner Aussichtspunkt

20220606_083009
Hier hat man, sofern sie nicht grade, wie jetzt, in Wolken gehüllt ist, eine wunderschönen Ausblick auf den Nachbarberg, die Voralpe.

20220606_083959 20220606_084210 20220606_084215 20220606_084221
Dann kommt man bald zu einer Stelle, wo man sich aussuchen kann, ob man steil über den Waldkamm aufsteigt oder gemütlicher in einem “Tal” im Wald. Wir wählen jetzt den gemütlicheren, aber auch etwas längeren Teil und beim Abstieg den steileren über den Kamm.

20220606_084623
Aber egal, für welche Variante man sich entscheidet, man kommt hier, kurz vor der Alm, bei dieser Sitzgruppe heraus.

20220606_085648
Die Niederscheibenbergalm und unser weiterer Aufstiegsweg. Dieser Schotterstraße folgen wir  nur ein kurzes Stück, dann biegen wir schon wieder in den Wald ab. Hier haben wir ungefähr ein Drittel des Aufstieges zum Gipfel hinter uns.

20220606_085211
Auch mit 62 hab ich noch gute Chancen bei den Mädels.

20220606_085335
Das da ist allerdings ein Bub, und er ist recht neugierig.

20220606_090020

20220606_090238

20220606_090643
Ab hier sind es nach Gefühl eine knappe Stunde bis zur Moar-Hochalm, wo das Märchenland beginnt.

20220606_090804
Vorerst einmal geht es durch ein aufgeforstetes Sturmrissgebiet.

20220606_090942
Sobald man die erste Zone durch’s Kraut überwunden hat, wird von Höhenmeter zu Höhenmeter die Aussicht immer schöner.

20220606_091654 20220606_091913

20220606_092649

20220606_092654

20220606_092720

20220606_092744

20220606_093948

20220606_094312
Von hier sieht man schön zur Niederscheibenbergalm hinunter.

20220606_095347
Wir haben die Moar-Hochalm erreicht. Das ist immer der Augenblick, auf den ich mich besonders freue.

20220606_095656
Beschilderung bei einem Hochstand (1550m). Hier könnte man links zur Moaralmhütte und nach Palfau absteigen.

20220606_095706
Wir gehen gradeaus weiter Richtung Gipfel, der von hier nicht zu sehen ist.

20220606_101847

20220606_102303
In diesen “Tälern” zwischen den latschenbewachsenen Mugeln gibt es trotz der Wärme jedes Jahr noch einige Restschneefelder.

20220606_102758

20220606_103134

20220606_103142
Da wir uns hier knapp über der Baumgrenze befinden, stehen wir praktisch inmitten von Millionen von Latschen. Mich wundert ja, daß diese aufgelassenen Almflächen nicht zuwachsen, aber die sind seit nunmehr über 20 Jahren immer die selben.

20220606_103351
Wir befinden uns jetzt so hoch und dermaßen knapp am latschenverwachsenen Grat, daß wir an der einen oder anderen Stelle einen Blick gen Norden und runter nach Hollenstein erhaschen können. Genau gegenüber von uns die Voralpe, dahinter in Bildmitte der Hegerberg.

20220606_104456
Das kleine, etwas windschiefe Kreuz am sogenannten Vorgipfel. Wenn man sich hier in Richtung Aufstiegsweg umdreht und einige Meter zurück geht, hat man diesen Ausblick…….

20220606_104506
Weitwinkelaufnahme aus der Richtung, aus der wir aufgestiegen sind. Unten kann man die grünen Flächen der Moarhochalm erkennen, die wir durchwandert haben.

20220606_104530
Und dieser Ausblick bietet sich Richtung Gipfel. Das Gelände entwickelt sich dann zu einem echten, scharfen Grat.

20220606_104534
Jetzt sind wir auch so hoch, daß der Blick auf Hollenstein von Latschen vollkommen ungetrübt ist. Links die Ausläufer der Voralpe, rechts der Königsberg und von der Bildmitte  nach links der Hegerberg.

20220606_104657
Es ist 10:46 Uhr und vor uns scheint sich etwas zusammenzubrauen. Wir wissen, daß es sich dabei um kein Schlechtwetter handelt, sondern nur um Dunst, der von den aufsteigenden, erwärmten Luftschichten hochgedrückt wird. Trotzdem könnte uns dieser Dunst unter Umständen den Ausblick vom Gipfel versauen. Aber ich glaub, das zieht genau so schnell wieder ab, wie es gekommen ist.

20220606_105405

20220606_105426
“Und auf da Alm droben
tust beim Enzian bleiben
dann hast du an Almrausch
und dann  gehst du speiben…….
Berge der Heimat, ihr seid’s die Größten………….”

20220606_105513
Obwohl wir heuer um gut eineinhalb Stunden später dran sind als  im letzten Jahr (dafür um 9 Tage früher), ist es hier nicht grade warm. Hier, im felsigen, latschenverwachsenem Gelände kann es im Sommer in Bodennähe (wenn du ein kleiner Hund bist) recht unangenehm warm werden! Heuer ist das genau richtig für Eddie, der zu große Wärme sehr schlecht verträgt. So egal ihm Kälte ist, so empfindlich reagiert er auf Wärme.

20220606_105543
Wunderschöner Ausblick auf die Stumpfmauer 1770m gegenüber.

20220606_105856
Das schaut ungemütlicher aus, als es in Wirklichkeit war.

20220606_110430
11:04 Uhr, Gipfelkreuz in Sicht.

20220606_110630
Ein paar Meter noch. Wir legen dort aber nur rasch unsere Rucksäcke ab und eilen zum höchsten Punkt auf 1774m. Das Gipfelkreuz steht 4m tiefer!

20220606_111356
11:13 Uhr. Das ist der höchste Punkt des Gamsstein. Drüben, auf der anderen Seite (nordöstlich) am Grat steht das Gipfelkreuz und dort liegen unsere Rucksäcke.

20220606_111445
Blick nach Südwesten zum Gamssteineck 1766m. Da wollen wir heuer noch unbedingt rüber, aber das wird bei einer eigenen Tour sein, wo wir uns dazu Zeit nehmen, weil man sich den Weg durch die Latschen durch suchen muß. Ist nicht sonderlich schwierig, aber trotzdem wird das wohl seine Zeit brauchen.

20220606_111512
Das Gamssteineck und daneben (rechts) die Voralpe 1770 und Tanzboden 1727m

20220606_111941
Wir nähern uns wieder dem Gipfelkreuz

20220606_111944
Blick runter nach Palfau. Ein wenig später hört man da unten eine Musikkapelle spielen. Vor ungefähr 20 Jahren bin ich auch hier heroben gesessen und unten hat mir eine Kapelle ein Ständchen gespielt.

20220606_112241
Bild mit Selbstauslöser ist hier immer ein wenig schwierig, weil wenig Platz hier ist.

20220606_112436
So ist das besser. Am Kreuz (lt. Inschrift von 1959) steht graviert: “Viele Wege führen zu Gott. Einer führt über die Berge” und irgendjemand hat von Hand dazu graviert “Ein falscher Schritt genügt!”

20220606_114220
So viel Platz, daß wir drei eine Rast einlegen können, finden wir sogar auf einem Baumwipfel. Dann ist am Gamsstein erst recht genug Platz.

20220606_115054
Gamsstein und Voralpe auf einem Blick. Wir sind nicht mehr alleine hier und denken an den Abstieg

20220606_115057
Blick nach Norden: Voralpe, Hegerberg, Königsberg, Oisberg und Friesling (und vieles mehr, aber schwer zu erkennen) auf einen Blick.

20220606_115106

11:51 Uhr. Blick nach Nordosten. Hier hat sich der Dunst jetzt soweit gehoben, daß die umliegenden Mugel relativ klar zu erkennen sind. Die Fernsicht ist aber nicht wirklich gut. Links am Bildrand dem Grat entlang unser Abstiegsweg, den wir gleich beschreiten.

20220606_120431
12:04 Uhr. Nicht einmal 15 Minuten und schon wieder so weit weg.

20220606_120522

20220606_120537
Gleich werden wir wieder nach da unten verschwinden.

20220606_120708

20220606_120916
Carabus auratus oder Goldlaufkäfer (boa, ich hab’s heute wieder drauf!)

20220606_121557

20220606_121945
Eine kleine, mit Schnee gefüllte Doline lädt Eddie zum Veitstanz ein.

20220606_122136
Bilden sie einen Satz, in dem das Wort Rumkugel vorkommt.
“Macht’s was aus, wenn ich hier mal rumkugel?”

20220606_122341

20220606_122614

20220606_123152

20220606_123706

20220606_124243
Wieder beim Hochstand, legen wir eine kleine Pause ein, dann müssen wir diese Märchenwelt leider wieder verlassen.

20220606_124408
Waldorf & Statler

20220606_124734

20220606_125257

20220606_125945

20220606_132410

20220606_132639

20220606_132750

20220606_133140
Ausrutscher sind am Berg ja oft nicht so lustig. Der da war lustig. Der Stumpf lag genau an der richtigen Stelle.

20220606_134219
Vor vier Stunden und fünfunddreißig Minuten waren wir auch hier.

20220606_141024
An der Niederscheibenbergalm schon vorbei, sind wir wieder bei dieser Sitzgruppe und haben nur mehr den letzten Teil des Abstieges vor uns. Wir wählen die direkteste Linie.

20220606_141750

20220606_141755

20220606_142037

20220606_142505

20220606_142618

20220606_143359
14:34 Uhr. Wir sind bei der Bank an der Forststraße und nützen die Gelegenheit, sie zu testen. Man sitzt ganz gut.

20220606_144036
Der letzte Abschnitt beginnt.

20220606_144309
Noch einmal kurz den Ausblick genießen

20220606_145744
14:57 Uhr. Nach rund 7 Stunden und 15 Minuten sind wir wieder zurück am Parkplatz im Sandgraben. Es war wieder einmal ein wunderschöner Tag in der Natur.

1. Juni 2022

2022. 06. 01. Gaflenzer Kaibling 1167m

Filed under: Bergwelten - Wanderungen und Ausflüge — Benzin @ 22:10

Ich hatte mich noch nie in meinem Leben mit dem Gaflenzer Kaibling beschäftigt, geschweige den gar geplant, den zu besteigen. Mit ein wenig über eintausend Meter war der früher einfach uninteressant. Damals hab ich mir aus diesen Waldmugeln, den Kämmen oder die Grate, die sie zieren, nichts gemacht. Heute schaut das nicht nur anders aus, ich liebe diese Waldrücken, die Kämme und Grate geradezu und ich verspüre große Freude, diese Waldmugel zu bewandern. Ich seh heute Dinge, die ich auf meinen Touren nie gesehen hab. Kurz gesagt, ich werd’ alt, weil das erinnert mir frappant an die alten Männer mit ihren Gummikühen, als ich noch mit 30 noch ein Jungspund war und meine FZR1000 Exup fuhr. “Mehr als 70Ps braucht kein Mensch” haben sie gesagt. “Ja, weil’s alte Deppen seids” hab ich mir gedacht. Heute bin ich selber so ein alter Depp und ich mag es nicht mehr so aufgeregt. Na ja, 70 Pferde finde ich auch heute noch ein wenig wenig und ich würde nicht sagen, daß meine Guzzi stark motorisiert ist. Ich fühl mich sehr wohl auf meinen Tausendern oder der blauen Elise. Aber es muß nicht alles immer hoch hinaus sein, sei es die Höhe der Berge oder die Anzahl der Pferde. Das ist mir alles relativ egal geworden und es zählt nur das, was mir Freude bereitet. Dazu gehören heute auch kleine Bergln mit breiten oder auch schmäleren Buckeln, die man bewandern kann. Mit oder ohne Weg spielt dabei keine große Rolle. Da bin ich nicht wählerisch.

Aber trotzdem ich seit Jahrzehnten an diesem Kaibling vorbei fuhr, ja, ohne ihn zu beachten, wurde ich jetzt auf ihn aufmerksam und ich wollte wissen, wie es da oben ausschaut. Für’s Erste zumindest. Ist das nix, komm ich halt einfach nimmer, und taugt es was, dann schau ma weiter. Und weil ich am ersten Juni wirklich nichts besseres zu tun hatte, fuhr ich nach Gaflenz, ließ mich vom Navi an die Stelle der Straße bringen, die ich markiert hatte und dann konnte es los gehen. Als Karte hatte ich die 1:25 000 vom BEV Erstaufnahme 1971, Fortführung 1989 dabei, also nicht unbedingt aktuell. Ich dachte aber, “na, der Berg wird ja noch der selbe sein und den Rest find ich schon” und stapfte los.

Ach ja. Wie ich auf ihn aufmerksam wurde? Ganz einfach. Weil ich heuer und auch schon im letzten Jahr auf den Bergln rundherum herumgewandert bin und man von dort auch immer wieder diesen Höhenzug sieht, darum bin ich auf ihn aufmerksam geworden. Weil wenn ich sowas ständig sehe, dann will ich über kurz oder lang auch wissen, wie es dort oben ausschaut, ob man eine schöne Aussicht hat und wie das ausschaut, wenn man von dort drüben, wo ich grad hinschau, da herüber schaut, wo ich jetzt grad bin. Das war der Grund für die Aufmerksamkeit.

20220601_093718
20220601_093713
Ich bin zuerst einmal der Ansage des Navi gefolgt und noch vor der Engstelle beim Wirtshaus in Gaflenz links abgebogen, dann hab ich die Eisenbahn überquert und anschließend bin ich in einem Firmengelände gestanden. Es dürfte sich dabei um das Sägewerk Mirako gehandelt haben. Bin zwar schon oft genug durch Gaflenz gefahren, kennen tu ich dort aber gar nix. Also umgedreht und wieder dem Navi nach, das seltsame Anweisungen gab. Aber so schwer war das ja auch wieder nicht, auch ohne Navi. Ich bin also auf die Straße neben dem Klingelbach gekommen und mußte dann zwangsweise beim Platz vor diesem Schild anhalten. Hier hab ich die Karte mit der Realität verglichen und bin, alleine schon aufgrund des gelben Schildes, zum Schluß gekommen, daß ich hier richtig stehe, weil da steht was vom Gaflenzer Kaibling drauf. Also Tasche mit Regenjacke sowie Gürtel mit zwei Trinkflaschen umgehängt, Eddie an die Leine und es konnte los gehen. Uhrzeit beim Abmarsch 9:38 Uhr bei angenehm warmen Wetter und Sonnenschein.

gaf_kaibling_karte_001_3
Karte zur Tour bis Oscher Jagdhütte. Rot ist Aufstieg, Blau der Abstieg. Der Weg ist nur ungefähr, wie ich mich halt erinnern kann und nicht genau eingezeichnet.

20220601_093840
Gleich nach dem Abstellplatz, nennen wir das einfach so, steht am rechten Wegrand dieses alte, verfallende Haus und ich hab mich wieder, wie so oft bei solchen Gelegenheiten gefragt, “Wie lange hat das schon niemand mehr aus den Fenstern geschaut? Wer ist hier letztmals wann durch diese Türen gegangen?” Es schaut schon sehr verwachsen aus.

20220601_093918
Ich weiß nicht, ob hier jemals jemand gewohnt hat oder ob das nur sowas wie ein Geräteschuppen war, aber am Dach ist ein Rauchfang zu finden, ergo dürfte hier irgendwann jemand auch gewohnt haben. Der Mast für das Stromkabel steht  noch am Dach, die Leitung selbst existiert nicht mehr.

20220601_094357
Richtig gemütlich, ich hab es überhaupt nicht eilig, folge ich diesem alten Weg, der in moderater Steigung in den Wald führt.

20220601_094406
Mit Bildern kann man ja kaum zeigen, was da so alles blüht in so einem Wald. Es ist eine Pracht und Freude.

20220601_094543
Markierungen sind eher rar und vorhandene oft verblasst, so muß man sich oft auf’s Gefühl verlassen.

20220601_094910
Mit Freude stell ich hier fest, daß die Realität mit meiner Karte bis hier her recht gut mit der Realität übereinstimmt. Sonst müsste man halt versuchen, die Realität an die Karte anzupassen. So ähnlich versuchen und machen es ja auch die Grünen mit Klimawandel, Corona und anderen Späßchen. Ich schweife schon wieder ab.

20220601_095102
Ein Hinweis, daß ich hier nicht so weit daneben liege. Ich hätte eigentlich auch gerne diese Mariengrotte gesehen, aber gefunden hab ich sie dann doch nicht.

20220601_095118
Dieses Bild passt recht gut als Erinnerung. Das ist ein Rückblick auf den Hof, den ich grade durchquert hatte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, da stimmt was nicht und ich hab in die linke Gesäßtasche gegriffen. Meine Karte war weg. Die lag genau da vorne im Dreck beim Holzstoß. Also kein Problem, passt schon wieder.

20220601_100047
Die schöne Schotterstraße gibt es nur bis zum Hof, ab dort führt dieser Feldweg weiter und ein kleiner Bagger steht da herum. Ab hier wird es einsam.

20220601_100205
Der Weg macht hier eine schöne Schleife, führt dann ein Stück in den Wald da vorne und macht wieder eine große Schleife. Eigentlich könnte man sich ein schönes Stück Weg sparen, wenn man gleich über die Wiese noch steigt und so abkürzt. Das Abkürzen nicht immer Vorteile hat, werden wir gleich sehen. Ich geh also da weiter zum Wald und zur nächsten Schleife, weil, ja, und das hat tatsächlich einen Grund, weil das Gras in der Wiese relativ hoch steht und pitschnaß ist. Da holst du dir gleich am frühen Vormittag nasse Hosenbeine und darauf hatte ich grade gar keinen Bock. Dann lieber einen kleinen Umweg.

20220601_100305
Haufenweise schöne Blumen

20220601_100353
Ein dunkler, gewundener Stock oder sowas?

20220601_100440
Ups, eine wunderschöne Äskulapnatter, würde ich jetzt sagen. Ursprünglich war ich ja der Meinung, es handle sich um eine Ringelnatter, aber da fehlt mir was. Auf jeden Fall ist es ein sehr schönes Tier und ich bin froh, daß mir diese schöne Aufnahme gelungen ist, denn die sind sehr scheu. Kaum bin ich ihr zu nahe auf den Pelz gerückt, hat sie sich aufgestellt, über den eigenen Körper umgedreht und begann abzuhauen. Da hab ich sie sofort in Ruhe gelassen. Ja, hätte ich abgekürzt, ………..

20220601_100912
Das da wäre der Unterschied gewesen zwischen Abkürzung und wunderschöner Schlange. Ich bin froh, daß ich diese schöne Schlange gesehen hab. Am Rückweg hab ich hemmungslos überall abgekürzt.

20220601_101142
Diese blasse Markierung hat mich auch auf eine Abkürzung aufmerksam gemacht, die sich schlussendlich als eine solche herausstellte, wie sie auch beim Motorradfahren öfters vorkommen nach dem Motto “Hast du Zeit? Ich kenn da eine Abkürzung!”

20220601_101255
Hier war der untere Stacheldraht durchtrennt und ich dachte, das wird jemand wegen dem Weg gemacht haben. Ich folgte diesem kleinen Steig und fand eine nasse Wiese, der ich nach links (genaueres weiß ich nicht mehr) folgte.

20220601_102115
Am Ende dieser nassen Wiese, ich war jetzt naß und dreckig, fand ich diesen Graben, der aufwärts führte, und weil es eh schon egal war, Eddie war auch naß und dreckig, folgten wir diesem Graben aufwärts. Irgendwie meinte ich noch immer, Steigspuren zu sehen. Ich mag mich geirrt haben oder auch nicht.

20220601_102612
Am Anfang und am Schluß hab ich diesen Graben ja recht lustig gefunden, aber so mittendrinnen fragte ich mich schon einmal, ob ich einen Vogel hab. Ich hab mir da auch keine Zeit für Bilder genommen. Es war, als würde man einem Bachbett bergauf folgen und, wenn man an das Wetter der letzten Tage bzw. Nächte denket, war es hier nicht einmal so schlimm, wie es hätte sein können. Der Graben führte mich jedenfalls zu einer Forststraße weiter oben.

20220601_104455
Reste von Stacheldraht, eingewachsen in Baumstamm.

20220601_104610
Auch hier, da vorne bei der Kehre, hätte ich abkürzen können, aber aufwärts hat man das nicht gesehen. Abwärts ist diese Möglichkeit deutlich sichtbar und ich hab sie genutzt.

20220601_104727 20220601_104734
Das ist das Blöde, wenn man sich nicht auskennt. Forststraße Oscher 2 ist nicht so übel, weil es da heroben irgendwo laut meiner Karte eine Oscher Jagdhütte geben soll. Wenn es aber eine Forststraße Oscher 2 gibt, sollte es auch eine Forststraße Oscher 1 geben. Welche ist nun die, die an der Jagdhütte vorbei führt? Auf meiner Karte ist hier nur eine einzige Straße eingezeichnet, und die führt nicht bis zur Jagdhütte, sondern da führt nur ein Jagdsteig hin. Daß dies veraltet sein könnte, dachte ich mir, aber an ein paar Stellen hatte ich mich schon gefragt, wie genau diese Karte überhaupt mit der Realität übereinstimmt? Ganz abgesehen vom Alter und den damit verbundenen Veränderungen. Mir kommt da einiges ein wenig spanisch vor.

20220601_105436
Ein paar Felsen, die ich mir für den Abstieg merkte und die ich Dank der Abkürzung im Abstieg nicht wieder sah.

20220601_105701
Wunderschöner Wald im Rückblick. Diese Farben!

20220601_105900
Aha, eine freie Fläche. Das wird doch nicht die………

20220601_110013
….. doch, da ist sie, die Jagdhütte. Ich schau aber vorerst einmal gegenüber auf die frisch gemähte Wiese bzw. auf den Mugel dahinter.

20220601_110154
Blick vom Mugel hinter der Wiese rüber zur Oscher Jagdhütte.

20220601_110159
So schaut das aus, wenn man am Wiesenmugel vor der Oscher Jagdhütte steht. Das in der Mitte dürfte seiner Lage nach der Wetterkogel 1115m sein. Jetzt, wo ich weiß, wie es hier ausschaut, will ich demnächst einmal vom Gaflenzer Kaibling da rüber zum Wetterkogel wandern. Vielleicht geh ich gar von Weyer aus oder vom Saurüssel. Auch von dort aus gibt es eine Möglichkeit, hab ich herausgefunden. Zwei Fahrzeuge oder eines ist noch dir Frage.

20220601_110344

gaf_kaibling_karte_002_2
Karte Oscher Jagdhütte bis Kaibling und retour. Rot Aufstieg, blau Abstieg.

20220601_110636
Wenn man an der Forststraße (die es in meiner Karte nicht gibt) vor der Jagdhütte steht, dann beginnt links davon ein Steig, an dessen Anfang und ein paar Meter später nochmals solche Holzschilder angebracht sind, die zur Jagdhütte weisen. Der Steig führt links an der Jagdhütte vorbei und wie auf meiner Karte eingezeichnet ständig gut sichtbar und wunderbar begehbar bis hinauf bis zur Breitenauer Spitze und zum Gaflenzer Kaibling, der auf der Opentopomap als Keibling bezeichnet wird. Also ab hier keine Orientierungsprobleme mehr. Dafür schönstes Wandergebiet!

20220601_111029 20220601_111038 20220601_111338
Wenn man drauf vertraut, daß dieser Weg nicht irgendwo schwachsinnig ins Nichts führt sondern daß es sich um den eingezeichneten Weg handelt, dann kann man sich hier absolut auf den Steig verlassen und die Gegend genießen. Im Winter wäre ich hier allerdings, ohne Wegspuren, verloren.

20220601_111534
Nein! Was man da fliegen zu sehen glaubt, sind weder riesige Falken noch Habicht und schon gar keine Adler, sondern genau das: Fliegen! Haufenweise Fliegen, die dir dann bei jedem Bild vor der Optik herumschwirren.

20220601_111726
Wer problemlos bis hier her gefunden hat, der findet hier auch tadellose Markierungen, die er eigentlich nicht mehr braucht, weil der Weg ist ab hier schon wirklich deutlich ausgetreten.

20220601_112121
Recht weit kann das jetzt nicht mehr sein, weil da vorne geht dann bald irgendwo der Berg höhenmäßig zu Ende. So hoch ist der Gaflenzer Kaibling ja nicht.

20220601_112311
Man quert eine Forststraße (die es auf meiner Karte natürlich nicht gibt) und sieht diese seltsame Markierung, die ausschaut, als wollte die jemand mit einer Art Tippex verschwinden lassen.

20220601_112407
Da, auf der anderen Seite der Straße, sieht man den Weg, den ich grade gekommen bin, in den Wald führen.

20220601_112416
Jetzt besteht überhaupt kein Zweifel mehr, daß hier viel gegangen wird.

20220601_112548

20220601_113316

20220601_113631
Nach all dieser Idylle schreckt es dich hier ein wenig.

20220601_113731
Das (vorläufige?) Ende einer Forststraße. An der linken Seite führt nun der Steig leicht begehbar weiter. Auch ein Steinmandl steht dort für ganz Unsichere.

20220601_113838

20220601_114057
Ein wenig beginnt mich das hier jetzt an den Hütterkogel oder an den Sonnberg zu erinnern.

20220601_114235

20220601_114242
Da vorne liegt ein Stück von einem Baum quer überm Weg. Rechts an einem Mugel führt ein offenbar neuerer vorbei. Ich will aber wissen, wie es hinter diesem Mugel ausschaut, was man da sieht, und krabble an diesem umgefallenen Baum vorbei…..

20220601_114323
Das ist er, dieser Baum, offenbar ein Sturmschaden.

20220601_114332
… und das findet man hinter diesem Baum. Da bleibt dir momentan die Spuke weg! Blick auf Hollenstein. Du bist aus Gaflenz rauf gegangen und schaust jetzt auf Hollenstein runter. Der Berg rechts vor mir ist der Hegerberg und deutlich sieht man die Ausläufer zum Ertltaler Kogel, neben dem die Straße von Weyer über den Saurüssel heraus kommt. So beginnt man Geographie gleich ganz anders, leichter zu verstehen als nur mit einem Blick auf eine Karte.

20220601_114512
Wer hier auf ein Gipfelkreuz auf der Breitenauer Spitze wartet, wird enttäuscht. Diese Markierung ist alles, was sie kennzeichnet. Dafür ist die Aussicht ein Traum.

20220601_114603
Schaut fast wie am Hütterkogel aus. Das da vorne ist der Gupf des Kaibling.

20220601_114611
Blick zum Buchstein und in die Admonter Berge (und die blöden Fliegen schon wieder).

20220601_115031
Hier zu wandern ist einfach nur eine riesige Freude.

20220601_115201

20220601_115653
11:56 Uhr. Gipfel Gaflenzer Kaibling 1167m

20220601_121006

20220601_120011
Das Buch sagt, der Berg wird sehr gut besucht.

20220601_121033
Und wir Zwei essen hier gut zu Mittag. Eddie bekommt Hundecabanossi und ich passenderweise Jagdwurst. Aber nicht selber gewildert, sondern aus der Inzersdorfer Blechfabrik.

20220601_121430
Es wäre sehr verlockend, diesem Weg in Richtung Weyer zu folgen und wenn man sich auskennt oder einen neuere Karte hätte, müsste man von da auch irgendwie zurück zum Parkplatz kommen. Ein anderes Mal. Wir kehren jetzt um und gehen, so gut wir es können, oder besser, den gewohnten Weg zurück, sind dabei allerdings für neues immer aufgeschlossen.

20220601_121646
12:16 Uhr. Wir sind am Rückweg.

20220601_121653
Beim Rückweg Blick nach Nordwesten zur Lindaumauer (links im Hintergrund) und zum Sonnberg, der sich vom Bildzentrum nach rechts zieht. Hinterm Sonnberg Spindeleben und Redtenberg.

20220601_122026

20220601_122237
Nachdem wir uns nochmals diesen wunderschönen Ausblick nach Hollenstein gegönnt haben, geht’s teilweise im Laufschritt, rein aus Spaß, nach unten.

20220601_123011 20220601_123800 20220601_123816

20220601_124232
Beim Aufstieg hab ich eine Verzweigung des Weges gesehen, die wir jetzt wählen. Die führt in grader Linie nach unten zu einer Forstraße, auf der wir dann zur Oscher Jagdhütte wandern. Man schneidet damit nur den Pfad ab, der hinten herum an der Hütte vorbei führt. Ich würde das nicht nochmals so gehen, weil ich inzwischen weiß, daß man genau gegenüber der Jagdhütte nochmals einen wesentlich besseren Abschneider gehen kann.

20220601_124331

20220601_124546

20220601_124907
Da vorne links am Wiesenspitz kann man gleich grade nach unten in den Wald und erspart sich damit die ganze Querung durch den Wald, die wir jetzt vor uns haben.

20220601_125948
Wir folgen der Forststraße, bis wir zu dieser Wiese kommen, und genau hier zuerst am Waldrand und dann über die Wiese runter zur nächsten Forststraße.

20220601_130059
Hier nochmals von weiter unten. Von oben kommend ist das alles wesentlich einfacher, weil man die Straße unter sich sieht. Jetzt sind diese Wiesen auch schon wesentlich trockener als am Vormittag.

20220601_131423
Das müsste hier schon der Hof Bergerbauer (lt. Karte) sein. Wir haben das bei unserem Aufstieg durch den Graben umgangen, sehen das also jetzt zum ersten Mal und zweigen hier vor dem Hof rechts auf einem Weg ab.

20220601_132336
Hier nochmals eine Stelle, an der man sich halt auf seine Nase verlassen muß. Rein in die feuchte Wiese und runter über die Böschung.

20220601_132516
Damit kürzen wir die ganzen Kehren ab, wo ich die Natter fotografiert hatte.

20220601_133036
Vorbei an den am Weg herumliegenden Wasserleitungsrohren sind wir schon wieder beim Hof, an dem ich die Karte verloren hatte.

20220601_134042
13:40 Uhr. Eine Stunde und fünfundzwanzig Minuten nach dem Aufbruch vom Gipfel sind wir, trotz Pausen, weil Eddie schon wieder mit der Temperatur kämpfte, wieder am Parkplatz. Neben uns steht das Auto des Herrn aus Wien, den wir oben bei der Querung der wilden Schotterstraße getroffen haben. Eddie und ich fahren jetzt einmal gemütlich Heim und dann geht’s in die Badewanne. Die frisch gewaschene Hose schaut schon wieder aus. Aber den Gaflenzer Kaibling hab ich jetzt ins Herz geschlossen. Alleine sein wunderschöner Ausblick ist eine Wanderung Wert. Wir werden auf jeden Fall bald wieder kommen, weil das bietet noch einige Möglichkeiten für Erweiterungen.

Older Posts »

Powered by WordPress