Benzins Motorradseiten Erlebnisse mit dem Motorrad

17. Januar 2022

2022. 01. 16. Weißes Kreuz 969m – Glashüttenberg 868m – Waidhofen/Ybbs Kammwanderung

Filed under: Bergwelten - Wanderungen und Ausflüge — Benzin @ 11:43

Strecke: Eisenbahnbrücke Oberland Eingang Türkenschanze – Weißes Kreuz 969m – Glashüttenberg 868m – Ortsende Waidhofen an der Ybbs – Eingang Türkenschanze
Start: 9 Uhr Rückkehr: 13 Uhr
Wetter vor Ort: -6°C, fast wolkenlos und Sonnenschein

20220116_085235
Etwas nach acht Uhr sind wir von daheim bei dichter Bewölkung und Nebel weggefahren. Kurz nach Waidhofen hat sich der Nebel gelichtet und die Sonne leuchtete am blauen Himmel. Welche Pracht. Bei der Eisenbahnbrücke hab ich das Auto abgstellt, wir zogen uns um, den Hund an die Leine und los ging es. Beim Anmarsch zum Aufstieg war es im Schatten bitter kalt.

20220116_085445
20220116_085619
karte_1
Karte Aufstieg bis Weißes Kreuz und Glashüttenberg
20220116_090119
Am Waldrand, wo der Steig zum Weißen Kreuz beginnt, war die Welt gleich eine ganz andere, freundlichere. Im Vergleich zum Schatten kam es einem hier direkt warm vor.

20220116_090646
Kaum 15 Minuten unterwegs, hatten wir schon einen schönen Tiefblick auf Oberland und die Umgebung.

20220116_091230 20220116_092002 20220116_092856
20220116_092904
Ein wenig mehr als 30 Minuten und wir haben der ersten Aufschwung überwunden.

20220116_092950
20220116_093417
20220116_094245 
20220116_094343
20220116_095512
20220116_095624
Wir haben den Aufstieg fast geschafft und sind beim Anmarsch zum Gipfel

20220116_095706
20220116_100110
Anmarsch zum Gipfel

20220116_100323
10:04 Uhr Gipfel Weißes Kreuz 969m in Sicht.
20220116_100357
20220116_101541
Resized_20220116_101501_224426652599554
20220116_102302
Ab jetzt verfolgen wir den teilweise recht engen Kamm, der bergab und wieder bergauf um ein paar Biegungen herum über den Glashüttenberg, der sich im Gegensatz zum Weißen Kreuz (Oberösterreich) auf Niederösterreichischem Gebiet befindet, bis zum Ortsausgang von Waidhofen an der Ybbs dahinzieht.
20220116_102318 20220116_102513 20220116_102737 20220116_103015
20220116_103324
20220116_103539
20220116_103718
20220116_104528
Gipfelkreuz Glashüttenberg in Sicht
20220116_104622
10:45 Uhr. Glashütterkreuz auf 868m
karte_2
Karte Glashüttenberg bis Waidhofen und Rückmarsch
20220116_104932
Der weitere Weg vom Kreuz über den Kamm bis runter nach Waidhofen ist für Sonja neu. Eddie und ich sind diese Strecke am 25. April 2021 schon einmal gegangen. Das waren allerdings sommerliche Verhältnisse ohne Schnee und der Weg war über weite Teile leicht zu erkennen. Diesmal, mit Schnee, was das nicht so einfach, allerdings war die Spur eines Wanderers, der genau diese Strecke gegangen war, beim Abstieg dann eine nette Hilfe für uns.
20220116_105109
Blick über einen Steinbruch in die Bergwelt zwischen Oberland und Gaflenz
20220116_105249
Ein dem runden Kamm wird hier teilweise ein recht spitzer Grat, dem wir entlang wandern.
20220116_105353 20220116_105546 20220116_105554 20220116_105752
20220116_110042
20220116_110100
Mein Schlumpf ist hier ganz in seinem Element.
20220116_110221
Von uns aus könnte es stundenlang so weiter gehen.
20220116_110359
20220116_110404
20220116_110459
20220116_110903
Mitten in dieser Winterlandschaft finden wir ein Platzerl, an dem das Gras nicht nur trocken, sondern sogar warm ist und zum Verweilen einlädt.
20220116_111912
20220116_111957
Plötzlich beginnt sich unter uns etwas zusammenzubrauen. Nebel steigt auf.
20220116_112010
20220116_112801
20220116_112936
Jetzt beginnt ein stellenweise recht steiler Abstieg, dessen Verlauf aber noch immer jederzeit erkennbar ist. Wir müssten am Ende einer Forststraße zu einer Bank kommen.
20220116_112947
20220116_113056
Wir haben die Bank am Ende der Forststraße (der wir nicht folgen) erreicht und stehen im Nebel. Es ist recht kalt hier.
20220116_113108
Waldorf & Statler
20220116_113157
Hier wachsen die Baumpilze verkehrt herum
20220116_113218
20220116_113400
Gleich hinter Bank und Straßenende geht’s recht steil in den Wald runter. Wir folgen noch immer der Spur des einsamen Wanderers, der das Gelände offenbar sehr gut kannte und erreichen Dank dieser sehr schön angelegten Spur (der Steig, dem die Spur folgt, ist nicht immer klar zu erkennen) in steilem und unten relativ stark verwachsenem Gelände den alten Ziehweg, der dann gleich drauf in eine Forststraße mündet, der wir bis zum Ortsanfang von Waidhofen und zur Bundesstraße folgen werden. Zuerst ist hier jetzt aber große Aufmerksamkeit gefordert, weil es hier stellenweise nur nur verschneit, sondern eisig ist, und das Gelände ist wie gesagt steil.
20220116_113623
20220116_114139
Und bumpf…… Eine Bodenprobe wird entnommen.
20220116_114615
Hier sieht man erstmals seit langem wieder einmal runter bis ins Erdgeschoss.
20220116_114909
Wir erreichen fast an der selben Stelle wie im April die Abbruchkante zum alten Ziehweg, der ein paar Meter weiter aufwärts auch schon wieder endet.
20220116_114941
Genau in einer Kehre da vorne mündet der Ziehweg in die Forststraße, der wir durch einen aufgelassenen Steinbruch (oder Schottergrube?) bis nach unten folgen.
20220116_115454
20220116_115553
20220116_120251
12:02 Uhr. Nach drei Stunden sind wir am Ortsende von Waidhofen und gehen am Radweg zurück nach Oberland.
20220116_122248
20220116_125444
12.54 Uhr. Nach vier Stunden haben wir fast den Ausgangspunkt unserer Wanderung erreicht und schauen zurück Richtung Waidhofen. Eine wunderschöne, aber viel zu kurze Tour ist wieder einmal zu ENDE gegangen.

13. Januar 2022

2022. 01. 12. Weißenbachgraben – Hütterkogel 836m – Glatzberg 904m – Überschreitung

Filed under: Bergwelten - Wanderungen und Ausflüge — Benzin @ 17:50

20220112_084023
Mittwoch, 12. Jänner 2022. Um 8 Uhr Fahrt auf der Bundesstraße 121 nach Waidhofen und Richtung Weyer. Kurz vor dem Ortsende links abbiegen in den Weißenbachgraben und gleich nach der Eisenbahnbrücke links am Parkplatz abstellen. Dann Schuhe wechseln, Gamschen binden, Rucksack umschnallen, Hund an die Leine, ein paar Bilder und Abmarsch um 8:40 Uhr auf 416m Seehöhe bei -7°C und leicht bedecktem Himmel. Es war trocken und es fühlte sich nicht kalt an. Der Berg, der sich da gradeaus vor uns erhebt sollte der Glatzberg sein, dem wir einige Stunden später als zweiter Gipfel aufs Haupt steigen werden.

20220112_084005
Gleich beim Brückenpfeiler springt man über ein kleines Bächlein (der Weißenbach) und steigt zum Bahndamm hoch.

20220112_084136
Am Bahndamm der Rudolfsbahn Blickrichtung Waidhofen und zum Schnabelberg

20220112_084145
Blickrichtung Oberland. Gleich links vom Pfeiler der Oberleitung geht es einigermaßen steil den ersten Hang hinauf.

20220112_084502 20220112_084827 20220112_085008 
Der hartgefrorene Schnee kracht unter unseren Schuhen und bietet viel Halt. Es ist herrlich, hier zu gehen. Wir sind zwar heute die ersten hier, aber wir ziehen nicht die erste Spur in den Schnee. Das wissen wir, weil wir schon am Nachmittag des Vortages hier waren und ein Stück des Weges erkundeten. Wir waren allerdings nicht bergtauglich angezogen und haben uns vor Einbruch der Dunkelheit rasch wieder vom Acker gemacht. Nur wussten wir, daß vor uns zwei Personen eine Spur nach oben in den Neuschnee getreten hatten und wir sahen heute auch, daß diese zwei Personen nach uns am selben Weg wieder zurückgegangen sein mußten, weil es heute in der Früh vier Spuren waren. Zwei rauf und zwei wieder runter. Das heißt, wir hatten gute Chancen, heute am Berg hier ganz alleine zu sein.

20220112_084958
Nach nur 10 Minuten Wanderung haben wir schon eine Höhe erreicht, die uns einen wunderschönen Ausblick in Richtung Oberland und zum Sonnberg (rechts) bietet. Genau vor und unter uns ist das langgestreckte Werksgelände der Firma Forster.

20220112_085533

20220112_085629
Wer Kammwanderungen und schöne Wälder liebt, findet hier selbst im Winter ein Paradies.

20220112_085711
Neben uns geht es verdammt steil in den Weißenbachgraben runter.

20220112_085756

20220112_085839
Wir wissen nicht so genau, was wir hier sehen, aber wir vermuten (richtigerweise), daß sich vor uns der Hütterkogel (der spitze Zacken weit vor uns) auftürmt. Ein wenig gruslig ist der Gedanke, daß wir dann noch bis ganz hinten weiter wandern müssen, um auf die andere Seite zu gelangen und unsere Rundwanderung über den Glatzberg fortzusetzen. Das schaut so weit aus. Aber den Gedanken auf das, was kommt, schieben wir noch beiseite und genießen unsere Wanderung durch die wunderschöne Winterlandschaft. Wir waren hier ja noch nie.

20220112_085937
Auf der anderen Seite des Weißenbachgrabens schaut der Glatzberg zu uns herüber. Da drüben wollen wir heute noch unseren Rundgang zurück wandern. Wenn das nicht so weit ausschauen würde!

20220112_090116
Genau bis hier her sind wir am Vortag gegangen. Ab hier ist Neuland und ab hier sind es nur mehr (vom Vortag) zwei Spuren rauf und zwei runter.

20220112_090357
Blick zum Höhenzug des Sonnberg westlich von uns. Da gibt es noch einige Kammverästelungen, die wir noch nicht begangen haben.

20220112_090623 20220112_091149 20220112_091229 

20220112_091901

20220112_092201

20220112_092215

20220112_092416
Schaut so aus, als würden wir unserem ersten Gipfel schon näher kommen. Wissen tun wir es allerdings nicht. Wir sind neu hier.

20220112_092537

20220112_092712

20220112_093037
Jetzt sind wir seit 50 Minuten unterwegs und haben uns langsam, aber stetig, nach oben gearbeitet. Wenn wir freie Aussicht haben, dann wird die immer grandioser. Hier Rückblick auf den hinteren Teil des Sonnbergzuges und auf den Schnabelberg bei Waidhofen.

20220112_093119

20220112_093724
Der Himmer wird immer klarer, dafür kommt Wind auf und es wird bitter kalt. Sofort ziehen wir unsere GoreTex Jacken an, setzen die Mützen auf und auf die Handschuhe kommen hier erstmals zum Einsatz. Sofort ist uns wieder warm und dem Weitermarsch steht nichts mehr im Weg.

20220112_094343

20220112_094720

20220112_095228
Blick nach Südwesten über Oberland Richtung Ennstal. Rechts der lange Zug des Sonnberg, hinten Ennsberg, Almkogel und Falkenstein im Ennstal. Solche Ausblicke sind es, die dich alle Mühen vergessen lassen.

20220112_095238

20220112_095625
Weit kann es nicht mehr sein, weil es so scheint, daß es da vorne nicht mehr viel höher wird. Aber man kann sich ja irren.

20220112_095727
Da vorne ist es, das Gipfelkreuz.

20220112_095820
Nach 80 Minuten gemütlicher Wanderung in zauberhafter Umgebung haben wir bei -5°C den Gipfel des Hüttenkogel auf 836m erreicht.

20220112_095901 
“Menschen die die Berg lieben, widerspiegeln Sonnenlicht. Die ander’n, die im Tal geblieben, verstehen diese Sprache nicht”
Das ist ein Spruch, den ich schon in vielen Gipfelbüchern gelesen hab. Gipfelbuch gibt es hier scheinbar keines. Der Behälter ist leer.

20220112_095934

20220112_100249_001
Wir haben noch einen langen Weg vor uns und halten uns daher nicht lange auf. Weiter geht’s zum kleinen Hüttenkogel und zum Sendemast. Dieser ist mein neuer Orientierungspunkt, den es zu finden gilt.

20220112_100448
Ab Gipfel Hüttenkogel gibt es auch keine Spuren mehr, denen wir folgen könnten. Die zwei, die da gestern rauf gingen, sind am selben Weg wieder zurück gegangen. Aber wir müssen nur dem Kamm folgen. Das ist nicht schwer.

20220112_100458

20220112_100535

20220112_100648

20220112_102130
Wir haben den Sendemast erreicht, der unterhalb der Kuppe im Wald steht. Und genau das ist das Problem, das zu einem Lapsus führt. Auf der Karte ist ganz klar eingezeichnet, daß UNTERHALB, also südlich des Senders, ein Weg nach unten zu einer Wiese führen muß. Der Sendemast steht aber nicht genau auf der Kuppe, sondern wie schon gesagt ein paar Meter unterhalt. Wir haben uns aber, ganz aus Gewohnheit, genau auf der Kuppe ein Platzerl eingerichtet, wo wir ein wenig rasten und ich mich umziehe. Der Sendemast interessiert uns eigentlich nicht, war nur Orientierungspunkt und wäre es auch jetzt. Wir sitzen also auf der Kuppe, rasten, und dann stehen wir wieder auf und gehen weiter, einer Spur folgend. Nein, keine menschliche Spur. Hier war seit dem Schneefall keiner. Aber es schaut so aus, als wäre hier ein ausgetretener Weg verschneit, und dieser Spur folgen wir. Wir steigen in die Flanke des Kogels rein und ich denke mir noch, “nach meinem Gefühl sind wir zu weit östlich!” aber ich denk mir noch nix und folge weiter der Spur, die sich dann in der steilen Waldflanke verliert. So queren wir einmal den Hang, weil ich glaub, drüben wäre eine Wegspur zu erkennen, was sich als Irrtum herausstellt, weil es da drüben noch steiler wird, und wir drehen wieder um und queren zurück. Weil ich aber jetzt nicht wieder zum Sender aufsteigen will, schauen wir uns diese steile Flanke an und ich steig dann voraus vorsichtig runter, mein Hund und Sonja hinterher. Wir sehen unter uns auch bald eine weiße Fläche, die ausschaut wie eine verschneite Forststraße, aber das Gelände ist teilweise recht steil und wir kommen nur langsam und vorsichtig vorwärts. Einmal rutscht Eddie aus und es überschlägt ihn zweimal, bevor er in der Leine hängen bleibt. Er schaut aber nur etwas verdutzt und krabbelt dann weiter, wie befohlen, hinter mir her.

20220112_102532
Vereiste Spinnweben hängen am Stamm dieses Baumes wie kleine Seile.

20220112_103644
Vorsichtig wühlen wir uns durch den Wald runter.

20220112_105411
Schlussendlich kugeln wir wieder einmal über eine letzte steile Böschung aus dem Wald auf eine Forststraße runter.

20220112_105506
Da beim Holzstoß sind wir aus dem Wald gekugelt. Jetzt ist die Frage: “Wo sind wir hier?” Schnell haben wir es auf der Karte. Zu weit östlich. Wir müssen da ein paar hundert Meter der Forststraße folgend rauf.

20220112_105510
In dieser Richtung würde es zum Weißenbachgraben runter gehen.

20220112_110227
Schnell haben wir die Stelle erreicht, wo sich die Wege kreuzen und wo wir runter kommen sollten. Wäre so einfach gewesen, vom Sendemast bis zu dieser freien Fläche und herunter zur Straße. Insgesamt schätze ich nicht mehr als 15 Minuten. Wir haben durch den steilen Wald etwas länger gebraucht. Aber lustig war es trotzdem!

20220112_110311
Blick zum Gehöft Grestenberg, daß laut Karte auf 712m liegt.

20220112_111335
Wir folgen der verschneiten Forststraße, auf der uns zwei Mädels begegnen, bis zum nächsten Orientierungspunkt, dem Holzerbauerkreuz.

Resized_20220112_111626_162087752347719 Resized_20220112_111638_162139514512529
11:14 Uhr. Geschafft. Holzerbauerkreuz auf 680m. Hier rasten wir wieder ein paar Minuten, dann gehen wir ein kleines Stück dem Weitwanderweg 08 folgen in den Wald Richtung Untergrasberg/Waidhofen

20220112_111455

20220112_113041

20220112_114133
Wir folgen dem Weitwanderweg nur bis zum Zaun des Steinbruch. Am Ende des Zaunes steigen wir, Spuren folgend, sofort praktisch im rechten Winkel zum Weg Richtung Kamm hoch, den wir dann auch relativ einfach, Dank der Spuren vor uns jedenfalls, über ein paar Windungen um steile Hänge herum erreichen.

20220112_114443

20220112_114450

20220112_114818
Wir haben vom Holzerbauerkreuz bis zum Gipfel des Glatzberg gut 300 Höhenmeter zu überwinden, die sich auf eine Länge von ungefähr zweieinhalb Kilometer erstrecken. Wir wissen vom Gang zum Hütterkogel auf der anderen Seite, daß wir hier einige Auf- und Abstiege zu erwarten haben und beim “Monseurpeter”, einem Waidhofner Wanderer mit einem wunderbaren Wanderblog hab ich gelesen, daß dies der schönste Wanderweg im Waidhofner Raus sein soll. Ja, ich muß gestehen, dieser Kammweg ist jederzeit eine Wanderung Wert und ich kann mir vorstellen, daß wir uns hier sehr bald wieder, wenn die Blumen blühen, herumtreiben werden.

20220112_114828
Rechts unter uns befindet sich jetzt die Gegend um Kreilhof zwischen Waidhofen und Gstadt.

20220112_114939
20220112_115257
20220112_115302

20220112_120253 20220112_121554 20220112_121632 20220112_121706

Resized_20220112_122451_162421630942481
20220112_121706
20220112_121902
20220112_122035
Hier sind Blechschilder an Bäumen befestigt, die eine Route 3 anzeigen. Die führt vom Weitwanderweg 08 hier zum Kamm herauf und ermöglicht eine noch unbeschwerlichere Besteigung des Glatzberg.

20220112_122745
20220112_123512
Unweit unterm Glatzberggipfel begegnet uns ein betagtes Paar, mit dem wir eine Weile plaudern. Er war 83, sie 82, und sie haben noch immer große Freude bei Wanderungen. Auch im Winter. Das wäre dann in 20 Jahren. Würde mir auch gefallen.

20220112_123642
12:36 Uhr. Nach knapp vier Stunden haben wir den Gipfel des Glatzberg auf 904 Meter erreicht. Als wir noch auf der anderen Seite dem Hütterkogel entgegen strebten, hätte ich nie gedacht, daß wir so schnell hier herüben sein könnten, so fern wie das aussah. Jetzt haben wir es geschafft.

20220112_123723

20220112_123804
20220112_123819
Hier sind wir eine Weile gesessen und haben uns die prachtvolle Winterlandschaft angeschaut.

20220112_123955
20220112_124120

20220112_124524
Waldorf & Statler

20220112_125207
Wir folgen der Markierung und Steinmännern ohne jegliche Spuren und kommen zu einem schönen Plätzchen, daß wir ohne Markierung wohl nicht gefunden hätten.
20220112_125216
20220112_125743
20220112_125919
HIer ist ein weiteres Kreuz. Ob das vielleicht zu irgend einem Gedenken aufgestellt wurde, wissen wir nicht.
20220112_125931_001
Auch eine Bank findet sich hier, die im Sommer zum Verweilen einlädt.
20220112_130016
Auf zwei Seiten geht es hier steil nach unten und zerzauste Bäume stellen sich dem Wetter.
20220112_130029
Den Steinhaufen mit einem Lichtlein lassen wir unberührt.
20220112_130047
Auf den ersten Blick sind wir hier ein wenig verwirrt. Wo geht es hier weiter? Dann sehen wir eine freie Fläche weiter (etwa) nördlich und steigen zu dieser ab, dann folgen wir einem Weg und treffen auf Steinmänner und Begrenzungssteinen. Der Steinmandlweg ist gefunden.

20220112_130905
Ob wir ohne diese deutlichen Markierungen im verschneiten Wald auch so locker nach Obergrasberg gefunden hätten, weiß ich nicht. Ich fand sie jedenfalls recht hilfreich und frag mich, wer sich hier so viel Arbeit angetan hat, um diese “Römerstraße” zu bauen?

20220112_131225
Hier geht es manchmal recht direkt durch den Wald runter.

20220112_132256
Blick auf Obergrasberg

20220112_132708
Beim Zaun wird auf den Steinmanderl Steig hingewiesen.

20220112_132911
Marterl als Orientierungspunkt beim Obergrasberghof

20220112_133053 20220112_133111

20220112_133615
Da unten geht’s auf der anderen Seite der Bundesstraße 121 dem Luger Bach entlang zur Lugerreith rein.

20220112_134212
Wir folgen der etwas vereisten Asphaltstraße zum Gasthof Untergrasberg und suchen dann den Abstieg zur Bundesstraße. Hier heroben, fällt mir ein, war ich irgendwann um das Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre mit meinem ersten Motorrad, glaub ich. Nicht, daß ich mich an die Gegend erinnern könnte, aber der Name kam mir bekannt vor. Kann aber sein, daß es später einmal war. Ist auf jeden Fall schon lange her.

20220112_134256 20220112_134448

20220112_134740

20220112_135728
20220112_135805
20220112_135910
20220112_140005
20220112_140020
20220112_140102
20220112_140125
20220112_140442
14:04 Uhr. Wir sind fast wieder bei der Weyer Bundesstraße angekommen.

20220112_142050
14:40 Uhr. Nach sechs Stunden sind wir wieder am Eingang des Weißenbachgrabens angekommen. Wir haben wunderschöne Landschaften durchwandert, haben dabei ungefähr 12 bis 15 Kilometer zurückgelegt und viele Dinge gesehen, die wir bisher nicht kannten, obwohl wir hier so oft vorbei fahren. Ein wunderschöner Tag findet so seinen Abschluß.

20220112_142142
Und der Hahn vorm (offenbar geschlossenem) Gasthof regt sich furchtbar auf, weil eine seiner Weiber aus dem Gehege entkommen ist und auf der Straße frei herumläuft. Irgendwas gibt’s halt immer, über das man sich aufregen muß.

20220112_155143
Karte zur Tour. Die roten Markierungen haben nicht viel mit dem Verlauf unserer Tour zu tun. Die ist über den größten Teil der Strecke unmarkiert bzw. die alten Markierungen, die wir vorfinden sind in keinen Karten oder Wanderführern eingezeichnet. An den strichlierten Kugelschreiber-Marken kann man unsere Strecke erkennen. Oder man hat ein wenig Vorstellungsvermögen, dann geht das auch ganz leicht. So eine Karte ist ja kein Hexenwerk.

22. Dezember 2021

2021. 12. 21. Gemeindealpe 1626m

Filed under: Bergwelten - Wanderungen und Ausflüge — Benzin @ 20:25

Es ist seit Wochen jeden Tag kalt. Temperaturen um den Gefrierpunkt herum sind alltäglich, nachts sinken die Temperaturen auf bis zu -7°C ab. An Motorradfahren ist nicht zu denken, weil die Straßen meistens nicht nur naß sind, sondern auch voll mit Streusalz. Dafür war ich, oder waren wir, je nachdem, viel mit Eddie auf Wald- und Feldwegen unterwegs. Die letzte Bergwanderung war die Überschreitung des Sonnberges bei Oberland vor zwei Wochen. Jetzt hatte sich in der Wettervorhersage wieder ein Kältefenster angekündigt. Besonders in den Nächten vom 20. auf den 21. und vom 21. auf den 22. Dezember sollte es richtig kalt sein, bei Temperaturen um -10°C herum, was schönen, gefrorenen Schnee und somit gute Bedingungen für eine Bergwanderung versprach.

Nachdem wir nicht weit fahren wollten, kamen auf Anhieb nur der Große Zellerhut und die Gemeindealpe in Frage, wobei der Große Zellerhut aus Neuhaus einige Fragezeichen bedeuten würde. Wie tief wird der Schnee über die Jägertalhöhe rüber zur Ois sein, in deren Tal wir hinüber müssten? Würden wir überhaupt den Aufstieg zur Schulter finden, wenn dort viel Neuschnee herrscht? Das waren die Fragen, die mich plagten und daher wählte ich kurz entschlossen die Tour vom Zellerain über den Eisernen Herrgott in der Brach zum Gipfel der Gemeindealpe.

Es ist eine Tour, die wir heuer schon zweimal gingen. Einmal bei tiefen Schnee und schwierigen Bedingungen (und ich mit schlechter Kondition nach 14 Jahren Pause) am 3. Februar, als wir hundemüde am Eisernen Herrgott abgebrochen haben und einmal bei tollen Witterungsverhältnissen am 26. April. Im April lag noch Restschnee und oben waren die Verhältnisse sogar recht winterlich, mit den Bedingungen vom 21. 12. war das allerdings nicht zu vergleichen. Diesmal fanden wir richtig winterliche Verhältnisse vor. Außerdem hatte ich fast ein Jahr Training hinter mir und und befand mich körperlich in einer komplett anderen Liga.  Und genau darum war diese Tour vom Anfang bis zum Ende ein reines Vergnügen. Begleiter waren, wie bei praktisch allen meinen Touren in diesem Jahr, natürlich die immer fröhliche Sonja und mein Yorkie Eddie. Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

20211221_053836
5:38 Uhr. Vollmond und ein Verkehrsflugzeug über dem Neuhofner Hochkogel, bei der Anreise zur Steirisch-Niederösterreichischen Grenze fotografiert.

20211221_070333
7:03 Uhr: Parkplatz des (leider geschlossenen) Gasthaus Engleitner am Zellerain (1121m). Genau hier ist die Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Wir sind umgezogen, Rucksack am Rücken, Hund an der Leine. Temperatur -6°C. Es kann los gehen.

20211221_071644
Am Amfang führt uns eine Forststraße mehr oder weniger steil bis zum Höchbauer (aufgelassen). Von dort steigen wir über eine steile und tief verschneite Wiese zum Waldrand hinauf. Wieviel Schnee hier lag, sahen wir an einem Fahrverbotsschild am Wegrand, daß sich normal in Kopfhöhe befindet. Heute war die Tafel in Kniehöhe!

20211221_073539
7:35 Uhr: Wir sind am Waldrand über dem Gehöft Höchbauer angekommen und genießen erstmals einen wunderschönen Ausblick. Rechts der Bildmitte ganz hinten, fast vom bewaldeten Mugel davor verdeckt, schaut der Gipfel des Dürrenstein (1878m) hervor. Weiter links ganz weit hinten sind die Gesäuseberge (2369m) und der spitze Lugauer (2217m) zu sehen und ganz links der Fadenkamp (1640m) und der Hochstadel (1919m)

20211221_073718 20211221_074308
Wir steigen anfangs durch eine relativ steile Schneise in den Wald, die später in eine lange, flachere Querung (noch immer im Wald) übergeht. Hier ist es sehr kalt.

20211221_074915
7:49 Uhr. Das ist der Anblick, der sich uns beim Verlassen des Waldes bietet. Unser Ziel, die Gemeindealpe, liegt genau vor uns, rechts von uns breitet sich die (verfallene) Brunnsteinalm aus. Wir ziehen von Anfang an die erste Spur des Tages durch den Schnee, nur die verwehten Spuren der Wanderer vom Wochenende sind teilweise zu sehen. Der Schnee ist hier teilweise recht tief, die Bedingungen aber Dank der Kälte sehr gut.

20211221_075213
Die Sonne knallt jetzt über die Hänge und taucht die Gegend in ein goldenes, märchenhaftes Licht.

20211221_075525
Beim Marsch zum Eisernen Herrgott in der Brach haben wir unser Ziel die meiste Zeit vor oder seitlich vor uns.

20211221_075955
Die Zufahrt zur Alm ist tief verschneit, teilweise liegt, wo der Wind richtig ran kann, eine Halbmeter hohe Wächte über den alten Spuren.

20211221_080038
Der erste Blick zum Erlaufsee (828m)

20211221_080304

20211221_081431
Hier sind teilweise keine Spuren mehr zu sehen und man muß sich auf seinen Orientierungssinn verlassen.

20211221_082821
Wir nähern uns langsam dem Eisernen Herrgott in der Brach. Hier gibt’s nur mehr sporadisch Anzeichen von Spuren, die aber zur Orientierung nicht nötig sind. Eine einsame, unberührte Winterlandschaft breitet sich vor uns aus.

20211221_082824

20211221_082837

20211221_082950

20211221_083136
Oben ist die Almhütte zu sehen.

20211221_083241
Bäume als bizarre, vereiste Gebilde

20211221_083343

20211221_083611
Dort ist er, der Eiserne Herrgott in der Brach. Wir gehen aber jetzt an ihm vorbei und steigen in die Senke an der Engstelle, die es zu queren gilt. Beim Rückweg werden wir uns länger hier aufhalten.

20211221_083840
Links der Bildmitte sehen wir den Großen Zellerhut, weit dahinter den Kasten des Ebenstein und daneben die runde Kuppe der Riegerin.

20211221_083929 20211221_084446 20211221_084557 
Die tief verschneite und zum Teil recht steile und eisige Engstelle, über die wir queren müssen.

20211221_084613
Macht Spaß hier!

20211221_084718
Jetzt sehen wir auch den Ötscher (Südseite) in seiner ganzen Pracht nördlich von uns aufragen.

20211221_084728
Gottlob ist der Kamm beinhart gefroren, sonst müssten wir uns jetzt durch den tiefen Schnee wühlen. Hier ist alles verweht, keine Spuren weit und breit. Na ja, die eine oder andere Gams wird sich hier wohl herumgetrieben haben.

20211221_084741

20211221_085213
Langsam kommen wir unserem Ziel immer näher.

20211221_085521
Hinter uns nur unsere Spuren

20211221_085539

20211221_085834
Endanstieg zum Gipfelplateau.

20211221_090548
Rückblick

20211221_092511
Die Landschaft beginnt sich vor uns (na, eigentlich hinter uns) auszubreiten. Im Hintergrund der gesamte Kamm von der Scheibe über Scheiblingstein und Dürrenstein bis zum Hochkar.

20211221_092519
Das Gelände wird oben steiler, der Schnee durch die Kälte steinhart, eisig. Es geht sich wie auf Glasscherben.

20211221_092814
Wir haben das Gipfelplateau erreicht. Im Hintergrund die Sendeanlage, weiter hinten kommen dann noch die Bergstation der Liftanlage und ein Hotel zum Vorschein. Dank Corona ist es trotz eingeschalteter Liftanlage recht einsam hier heroben.

20211221_092817
Von hier heroben kann man schön die Landschaft bewundern, die wir beim Aufstieg durchwandert haben.

20211221_093004
Ötscher, Kleiner Ötscher (der spitze Zacken) und der Kamm Scheibe/Scheiblingstein im Hintergrund

20211221_093009

20211221_093012
Ganz oben sind wir ja noch nicht. Da fehlt noch was, bevor wir auf die andere Seite runter sehen können. Hier ist der Schnee tief und beinhart, wie Glas. Das hat aber auch seine Tücken…….

20211221_093016
Eddie findet das hier unheimlich spaßig

20211221_093312
Sonja nicht ganz so. Einmal eine Latsche unterm Schnee übersehen, und krach, ist das rechte Bein bis zum Anschlag eingebrochen. So kann man sich ganz schön weh tun.

20211221_093325
Der Ötscher (1893m) lässt sich von uns nicht aus der Ruhe bringen. Dem ist egal, ob wir da sind oder nicht.

20211221_093753
9:37 Uhr. Gipfel in Sicht.

20211221_094044
Gemeindealpe 1626m

20211221_094220
Wenn das so weiter geht, werden die paar Hanseln, die mit dem Lift rauffahren, die Pleite dieser Skiregion nicht verhindern können. Hier müsste es normal bei diesem Wetter nur so wimmeln von Skifahrern. Ungeimpfte haben allerdings weder am Lift noch auf der Piste (auch nicht zu Fuß oder mit Tourenski!) etwas zu suchen. So treibt unsere Regierung (nicht eine Krankheit!) die Wirtschaft und den Tourismus in die Pleite! Und das alles unter dem Vorwand, alte, schwer und vielfach Vorerkrankte vor dem Tod zu schützen. Perverser geht’s einfach nicht mehr.

20211221_094233
Nochmals ein Gipfelfoto, weil’s so schön ist, dann machen wir uns wieder an den Abstieg. Jetzt nehmen wir uns alle Zeit der Welt, um diese Landschaft zu genießen.

20211221_100521

20211221_100914
Glücklich und zufrieden. Waldorf & Statler

20211221_100922

20211221_100929
Hier beim Abstieg begegnet uns erstmals ein andere Mensch. Eine Frau mit Schneeschuhen ist unterwegs und folgt unseren Spuren aufwärts.

20211221_102844 20211221_103223 20211221_103658 
Am Weg zur engen Querung begegnet uns ein einsamer Tourenskigeher.

20211221_103653

20211221_104951
10:49 Uhr. Wir sind wieder beim Eisernen Herrgott in der Brach. Jetzt nehmen wir uns Zeit, auch hier alles genau anzuschauen.

20211221_105128

20211221_105851

20211221_110138
Nochmals gerastet, ausgiebig gefressen und dann kugelt mein kleiner Schlumpf ausgelassen im Schnee herum.

20211221_110623
Die Haller Hütte in der Brach auf 1468m Seehöhe. Der Schnee ist so tief, daß man vor der Hüttentür die Tischplatte eben betreten kann.

20211221_112405
11:24 Uhr, die Gemeindealpe verschwindet wieder langsam hinter uns in der Ferne.

20211221_112412
Scheinbar waren hier seit unserem Aufstieg schon mehrere mit Ski unterwegs. Wo die hingegangen sind, wissen wir nicht. Begegnet sind sie uns nicht.

20211221_112718
Ein paar einsame Wanderer genügen, um einen Weg auszutreten, an dem sich andere orientieren können.

20211221_113559
11:35 Uhr. Wir sind wieder bei der verfallenen Brunnsteinalm

20211221_114418
Abstieg durch den Wald

20211221_114633
11:46 Uhr. Oberhalb vom Höchbauer sehen wir die Spuren einiger Skitourengeher, denen wir nie begegnet sind. Hier rasten wir noch ein paar Minuten, dann steigen wir die restliche rund halbe Stunde ab und fahren Heim. Eine wunderschöne Tour ist zu ENDE


Karte zur Tour

Older Posts »

Powered by WordPress